Zahnflanken wirtschaftlich optimieren

Das optimierte Verfahren befähigt zur Integration von Feinschleifen oder Polieren und sorgt damit für einen weiteren Qualitätssprung.
Das optimierte Verfahren befähigt zur Integration von Feinschleifen oder Polieren und sorgt damit für einen weiteren Qualitätssprung.Bild: Liebherr-Verzahntechnik GmbH

Bereits 1988 setzte Liebherr mit der Patentierung des verschränkungsfreien Wälzschleifens auf CBN-Schleifschnecken einen technologischen Meilenstein. Nun folgt der nächste Schritt: Neue Funktionalitäten und eine innovative Maschinenkinematik machen das Verfahren auch mit abrichtbaren Schleifschnecken wirtschaftlich, prozesssicher und in hoher Qualität einsetzbar. Abricht- und Zykluszeiten liegen dabei nahezu auf dem Niveau konventioneller Wälzschleifverfahren.

Neue Anwendungsgebiete

Das optimierte Verfahren erschließt neue Anwendungsfelder für verschränkungsfreie Bearbeitungen: Versuche in der Praxis belegen, dass sich auch anspruchsvolle Geometrien wie asymmetrische Verzahnungen gezielt auf maximale Tragfähigkeit oder reduzierte Geräuschentwicklung hin verbessern lassen – oder beides. Die neue Maschinenkinematik erlaubt deutlich freiere Shiftmethoden, die sich flexibel an Bauteilanforderungen anpassen lassen. Dies gestattet die Integration von Feinschleifen oder Polieren und damit einen weiteren Qualitätssprung. Selbst kleinste Schleifschnecken sind nun wirtschaftlich einsetzbar – ein Vorteil bei kollisionskritischen Verzahnungen. Die Bedienung über die benutzerfreundliche Steuerung LHGearTec ist einfach und intuitiv.

Verbesserte Shift-Strategien

Beim optimierten Shiften werden gezielt unterschiedliche Segmente auf der Schleifschnecke genutzt: Durch die Integration von Feinschleif- oder Polierbereichen oder die Kombination von modifizierten und nicht-modifizierten Zonen lassen sich Oberflächenqualität und Zahnflankengeometrie gezielt beeinflussen. Die Entkopplung von Shiftlänge und -position verhindert dabei Profilabweichungen, wie Fabian Stadelmann, Manager für Technologieentwicklung bei Liebherr-Verzahntechnik, bestätigt: „Anzahl und Länge der Diagonalbereiche sind über die LHGearTec einfach definierbar – ohne Auswirkungen auf die Werkstückqualität.“ Die Software unterstützt zusätzlich die gezielte Erzeugung kontrollierter Verschränkungen (‚twist-controlled‘).

Die Technologie lässt sich innerhalb eines umfangreichen Anwendungsspektrums nutzen: von Getriebekomponenten für die E-Mobilität bis hin zu Spezial- und Schwerlastgetrieben.
Die Technologie lässt sich innerhalb eines umfangreichen Anwendungsspektrums nutzen: von Getriebekomponenten für die E-Mobilität bis hin zu Spezial- und Schwerlastgetrieben.Bild: Liebherr-Verzahntechnik GmbH

Für Anwender ergeben sich klare Vorteile. Das Verfahren befähigt zu einer gezielten Last- und Geräuschverbesserung: durch tragfähige, lastoptimierte Zahnflanken oder eine hohe Oberflächengüte. Die Kombination von verschränkungsfreiem Wälzschleifen und nachgelagertem Feinschleifen oder Polieren addiert die Stärken beider Verfahren und führt zu einem deutlichen Qualitätsgewinn – ohne wirtschaftliche Einbußen. Der Einsatz von Standard-Abrichtern macht eine aufwändige Auslegung für spezielle Verschränkungsgeometrien überflüssig; auch zweiflankiges Abrichten ist möglich.

Von E-Mobilität bis zu Spezialgetrieben

Die Technologie eignet sich für ein breites Anwendungsspektrum: von Getriebekomponenten für die E-Mobilität bis hin zu Spezial- und Schwerlastgetrieben.

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