Horn stellt auf Rezyklat um

Geschäftsführer Markus Horn betont: „Die Umstellung auf Verpackungen aus Rezyklat ist nur der nächste logische Schritt in unserem Verständnis von Nachhaltigkeit.“
Geschäftsführer Markus Horn betont: „Die Umstellung auf Verpackungen aus Rezyklat ist nur der nächste logische Schritt in unserem Verständnis von Nachhaltigkeit.“Bild: TeDo Verlag GmbH

Kunststoffverpackungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil unserer modernen Gesellschaft. Sie schützen Produkte, verlängern deren Haltbarkeit und gestatten eine effiziente Logistik. Allerdings sind Kunststoffverpackungen auch Gegenstand kontroverser Diskussionen bezüglich ihrer Umweltauswirkungen und der Nachhaltigkeit. Rezyklat spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, den Verbrauch neuer Rohstoffe zu reduzieren und die Umweltauswirkungen von Kunststoffverpackungen zu mindern. Dabei handelt es sich um wiederverwendete Kunststoffabfälle, die aus verschiedenen Quellen stammen, darunter gebrauchte Kunststoffverpackungen und Industrieabfälle – Stichwort: Recycling.

Kunstoffe mehrfach recyceln

Bei den Recyclingverfahren gibt es verschiedene Methoden wie mechanisches, chemisches und energetisches Recycling. Das mechanische Recycling findet am häufigsten Verwendung, hat jedoch seine Grenzen in Bezug auf die Anzahl der Recyclingzyklen. Es ist nicht ganz einfach zu sagen, wie oft der Kunststoff recycelt werden kann – es ist aber davon auszugehen, dass beim mechanischen Recycling die meisten Kunststoffe in aller Regel mehrfach recycelt werden können.

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Ein Großteil der Materialien durchläuft zurzeit den Kreislauf ein Mal. Aufgrund der Durchmischung von Input-Materialien aus verschiedenen Quellen ist die Materialqualität des Endproduktes hoch. Eine Qualitätskontrolle stellt sicher, dass das Rezyklat die Anforderungen erfüllt. Diese Entwicklung ist jedoch noch nicht in dem Maße erfolgt, wie es beispielsweise beim Material PET (Wasserflaschen) der Fall ist. Bei den Materialien HDPE und PP ist dies nur bedingt und eingeschränkt möglich, da derzeit größtenteils noch Neuware in den Kreislauf einfließt.

Prozesse stabil halten

Die dunkelgrauen Rezyklatverpackungen, welche Horn bezieht, werden durch mechanisches Recycling bearbeitet und anschließend compoundiert. Dies bedeutet, dass das geschredderte Recyclingmaterial eingeschmolzen und mit Additiven derart aufbereitet wird, dass immer die gleichen Materialeigenschaften entstehen. Diese Additive helfen, die physikalischen und chemischen Eigenschaften des recycelten Materials zu stabilisieren und zu optimieren. Dies ist wichtig, um die Fertigungsprozesse stabil halten zu können. Mit gezielten Maßnahmen und der richtigen Auswahl an Additiven lässt sich die Leistung des recycelten Kunststoffs stabilisieren und gegebenenfalls erheblich verbessern.

Wenn die Qualität des Kunststoffs nicht mehr reproduziert werden kann, wird dieser in der Praxis für weniger anspruchsvolle Anwendungen weiterverarbeitet und in allerletzter Form der energetischen Verwertung zur Energieerzeugung zugeführt. Letztlich ist es das Ziel, die Recyclingfähigkeit von Kunststoffen zu maximieren und gleichzeitig die Verwendung von neuem Kunststoff zu minimieren, um die Umweltauswirkungen zu reduzieren.

Argumente für Verpackungen aus recyceltem Kunststoff

Umweltschutz: Die Verwendung von recyceltem Kunststoff reduziert den Bedarf an neuem Kunststoff, was den Verbrauch von fossilen Rohstoffen (Öl, Gas etc.) verringert und die Kohlendioxid-Emissionen senkt.

Ressourcenschonung: Recycelte Materialien tragen dazu bei, natürliche Ressourcen zu schonen, indem sie den Bedarf an neuen Rohstoffen minimieren. Abfallreduzierung: Mit dem Verwenden von recyceltem Kunststoff entsteht weniger Abfall, da der Rohstoff im Kreislauf gehalten wird und somit mehr und mehr energetische Verwertung und Deponierung (im Ausland) reduziert werden.

Der Präzisionswerkzeugehersteller  Paul Horn aus Tübingen stellt alle Verpackungen auf Rezyklat um.
Der Präzisionswerkzeugehersteller Paul Horn aus Tübingen stellt alle Verpackungen auf Rezyklat um. Bild: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH – Nico Sauermann

Energieeinsparung: Die Herstellung von Produkten aus recyceltem Kunststoff benötigt oft weniger Energie im Vergleich zur Produktion von neuem Kunststoff. Das führt zu einer geringeren Umweltbelastung.

Kreislaufwirtschaft: Der Einsatz von recyceltem Kunststoff fördert das Konzept der Kreislaufwirtschaft, in der Materialien kontinuierlich wiederverwendet und recycelt werden, anstatt in einem linearen System zu enden.

Regulatorische Anforderungen: In vielen Regionen gibt es zunehmend Vorschriften und Anreize zur Verwendung von recycelten Materialien. Das ermutigt Unternehmen, nachhaltigere Praktiken zu übernehmen.

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