
Bei SMW-Autoblok war es eines der Highlights auf der letzten AMB in Stuttgart: Der SLX digit des Herstellers von Spannsystemen gehört zu den ersten hydraulischen Langhubspannern, die automatisierbar sind. Über eine Pin-Betätigung ist ein Backenwechsel durch Roboter möglich. Darüber hinaus verfügt er über ein lineares absolutes Wegmesssystem, das eine stufenlose Regelung des Öffnungshubs gestattet. Der SLX digit bietet standardmäßig eine Bauteilerkennung mittels Air Sensing und optional eine induktive Bauteilabfrage via e-sensing. Im Ergebnis gewinnt die Werkstückbearbeitung deutlich an Flexibilität, Schnelligkeit und Sicherheit.
Daten kontaktlos sicher übertragen
„Die Spanntechnik entwickelt sich ganz klar in Richtung Digitalisierung“, berichtet Patrick Dannecker, Vertriebsleiter Außendienst bei SMW-Autoblok. Als einer der führenden Anbieter stationärer Spannsysteme gestaltet SMW mit Sitz im baden-württembergischen Meckenbeuren diese Entwicklung mit. Neben konventionellen Spannmitteln umfasst das Portfolio auch hybride und elektrische Spannsysteme.
Digitalisierung eröffnet neue Funktionen
Konventionelle Spannmittel werden manuell, pneumatisch oder hydraulisch betätigt. Spanndruckkontrolle und Selbsthemmung sorgen hierbei für die Prozesssicherheit. Hybride und elektrische Spannmittel werden ebenfalls manuell, pneumatisch oder hydraulisch beziehungsweise mechatronisch betätigt, sind aber mittels Sensorik digitalisiert. Infolgedessen bieten sie Funktionen wie:
– Positionsüberwachung der Backen,
– Drucküberwachung,
– bauteilnahe Spannkraftmessung,
– induktive Bauteilerkennung und Abstandsmessung oder
– Hubüberwachung der Zylinder.

Die Sensorik erlaubt ein neues Maß an Präzision, Kontrolle und Sicherheit für das Spannen von Werkstücken. So realisiert sie eine Endlagenkontrolle, eine Spannpositionsüberwachung, eine mechanische Selbsthemmung sowie bei elektrischen Spannmitteln auch eine Spannkraftüberwachung.
Sicher und präzise
Digitalisierte Spannmittel gelten als eine relativ junge Generation von Komponenten der Werkstückbearbeitung. SMW forcierte ihre Entwicklung und bündelte 2021 die Aktivitäten im Bereich Digitalisierung und Automation im Unternehmen SMW-Electronics. Hier entstehen seither u.a. mechatronische Lösungen für das Spannen von Werkstücken, die SMW unter dem Namen e-motion vertreibt und durchgängig mit Sensorik ausgestattet sind.
Aktuelle Umgebungsvariablen
Das Anforderungsprofil für die Werkstückbearbeitung befindet sich im Wandel. Für die Spanntechnik ergeben sich daraus neue Aufgaben. Die Varianz der Bauteile nimmt stetig zu: Das erfordert eine höhere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Spannsysteme. Die Losgrößen der Fertigung werden immer kleiner – infolgedessen sind häufigere und daher einfachere Backenwechsel notwendig. Es gilt, Maschinen in immer kürzeren Abständen umzurüsten. Die Spanntechnik muss damit in ebenso kurzer Zeit eine hohe Werkstücksicherung gewährleisten. Und in einer stetig wachsend automatisierten Produktionsumgebung ist auch zunehmend die Konnektivität der Spanntechnik gefordert. – www.smw-electronics.com
Das zeigt sich beispielsweise im elektromechanischen Nullpunkt-Spannsystem ZeroAct e-motion. Die integrierte Sensorik überwacht den Status der Spannung und informiert das übergeordnete System darüber, ob das ZeroAct e-motion ‚gespannt‘ oder ‚geöffnet‘ ist. Die induktive Bauteilerkennung übermittelt, ob das Werkstück vorhanden ist und die Bearbeitung somit starten kann. Das Spannsystem ist damit für Automationslösungen passgenau einsetzbar.

In der Produktreihe findet sich darüber hinaus das mechatronische Pendant zum hydraulischen SLX digit. Der Langhubspanner SLX e-motion arbeitet zu 100 Prozent elektrisch. Bei ihm lässt sich sowohl die Backenposition als auch die Spannkraft stufenlos einstellen und überwachen. Aus der präzisen Steuerung von Spannkraft und -position ergibt sich neben der Flexibilität ein weiterer entscheidender Vorteil für die Sicherheit in der Werkstückbearbeitung: der Spannkrafterhalt bei Energieausfall durch mechanische Selbsthemmung, Federpaket und Motorbremse.
Der Schritt zur digitalen Fabrik
Die nächste Stufe ist eine vollständig automatisierte Werkstückbearbeitung in der Smart Factory. Bei SMW ist dies längst keine Zukunftsmusik mehr. Mit seinen induktiven Koppelsystemen hat der Hersteller ein Konzept entwickelt, das eine Übertragung von Energie und Signalen zwischen Spannsystem und Maschine auch während der Bearbeitung durchführt.

















