
Das Ausrollen einer erfolgreich eingeführten Technologie auf andere Maschinen oder Fertigungsbereiche ist in der Zerspanung häufig das Ziel des nächsten Schrittes. Das gilt insbesondere beim Thema Automation. So geschehen bei Kurt Betz: Nachdem Zentrischspanner von Gressel auf einer DMG CMX 50 U zur Anwendung kamen, folgte die Anwendung auf drei weiteren unterschiedlichen DMGs.
5-Seiten prozesssicher in einer Aufspannung fertigen
Die Crimptechnik zählt wie die Automatisierungs-, Prüf- und Werkzeugtechnik zu den Hauptbetätigungsfeldern von Betz. Darüber hinaus bietet das Unternehmen die Fertigung nach Kundenvorgaben bis zum Einzelteil, wobei fertigungstechnisch alle Schritte vom Sägen über das Drehen, Fräsen, Schleifen, Senk- und Drahterodieren bis zum Laserbeschriften abgedeckt werden. Im Angebot befinden sich zudem kunden- und aufgabenspezifische Steuerungen. In der Fertigungstechnik werden vor allem Aufgaben zur Werkzeugtechnik und Lohnfertigung umgesetzt.
Startschuss
Systeme für das Werkstückhandling setzt Betz in zwei grundsätzlichen Sparten ein: als komplette Greifertechnik für die Roboter und Handlingsysteme in den Crimpmaschinen sowie als Werkstückspannsysteme in der mechanischen Fertigung. „Während im ersten Fall vor allem Schunk-Technik zum Einsatz kommt“, berichtet Joachim Schönberger, technischer Berater bei Schunk, „sind es im zweiten Fall Systeme von Gressel.“ 2016 fiel hierzu der Startschuss, nachdem Betz eine DMG CMX 50 U mit Schwenkachse gekauft hatte. Damit war klar: Benötigt werden wiederholgenaue Spannmittel, mit denen fünf Seiten des Bauteils gut zugänglich sind.
Kraftvoll und sicher spannen
Zur prozesssicheren Anwendung der modular und kompakt bauenden 5-Achs-Spanner der C2-Reihe tragen in Leingarten auch die langen Schieberführungen bei, die bei bis zu 3,5 Tonnen Spannkraft das Aufbäumen der Backen verhindern. Zugleich arbeiten die gegen Schwingungen optimierten Systeme im Spannbereich mit einer Schnellverstellung.
„Nachdem wir uns intensiv mit mehreren Systemen beschäftigt hatten, blieb am Ende Gressel übrig“, erinnert sich Ralf Schutzbier von der Fertigung Prozesstechnik. „Seither arbeiten wir auf der CMX mit einer, gredoc‘-Konsole als Erhöhung für die 5-Achs-Bearbeitung und einem Zentrischspanner ,C2 125 L-160′ mit unterschiedlichen Systembacken.“ Entscheidend sei für Betz bei der 5-Achs-Bearbeitung die gute Zugänglichkeit des Spanners, seine hohe Stabilität, Spannkräfte bis 35kN und Spannbereiche bis 160mm sowie – aufgrund der gekapselten Spindel – der geringe Reinigungs- und Wartungsaufwand. „Die fünf Seiten fertigen wir heute prozesssicher in einer Aufspannung“, weiß Schutzbier zu schätzen.

Rückenwind, mit dem 2019 dann eine erste 5-Achs-Simultan-Fräsmaschine samt Palettenhandling ‚PH 150‘ ins Haus kam. Nötig wurden hierfür 24 Schraubstöcke. Auch hier bot Gressel wieder die am besten passende Lösung. Heute werden die Teile auf Zentrischspannern vom Typ ‚C2 80-IP-ITS 148‘ für die Zerspanung vorbereitet, um danach auf Paletten ins Handling zu laufen und schließlich die Maschine zu versorgen. Neben diversen Systembacken wird dabei auch mit einer integrierten Spannlösung gearbeitet. „Der Grundkörper vom Zentrischspanner C2 und die Wechselpalette mit dem Nullpunktspannsystem ‚Erowa ITS148‘ sind eine Monoblockvariante“, erläutert Vertriebstechniker Frank Scheurer von Gressel. „In diesem Verbund bieten die C2 80-IP-ITS 148 eine hohe Stabilität bei Spannkräften bis 25kN und einem Spannbereich bis 120mm. Für lange Reinigungs- und Wartungsintervalle sorgt zudem die voll gekapselte Spindel.“
Aller guten Dinge sind drei
2023 gelangte eine weitere 5-Achs-Simultan-Anlage nach Leingarten – eine DMG DMU 75, abermals mit einem Handlingsystem PH 150 und 24 Plätzen. „Von vornherein war nun klar: Was beim ersten Mal super funktioniert hat, funktioniert auch wieder“, betont Schutzbier.

Die Entscheidung für Gressel stand somit fest. Ohnehin war mit dem vermehrten Umfang der Produkte die Zusammenarbeit immer enger geworden. „Gleichzeitig haben wir die Möglichkeiten der Spanner zunehmend ausgenutzt“, führt Schutzbier weiter aus. „So brachten wir sie auch auf einer Maschine für die HSC-Bearbeitung von Aluminium zum Einsatz.“ Vorher wurden die Zentrischspanner C2 80-IP-ITS 148 noch auf der DMU 75 installiert. Dies verlief reibungslos; schließlich war es der gleiche Aufbau wie bei der DMU 50.
Zu guter Letzt
Das aktuellste Projekt von Betz und Gressel ergab sich 2024 mit dem Kauf einer 3-Achs-Fräsmaschine DMG M1. Da sich das Palettenhandling hier weniger lohnt, fiel die Entscheidung auf zwei Mehrfachspannsysteme ‚M1‘. Die Bestückung der Maschine übernimmt ein Mitarbeiter, der im Anschluss an seinen Hauptarbeitsplatz zurückkehrt.

















