Für detailliertere Analysen, insbesondere der im Argus verfügbaren Frequenzanalyse, ist jedoch deutlich mehr Erfahrung erforderlich. ZF hat dieses Expertenwissen einerseits durch die Zusammenarbeit mit Reishauer erlangt, andererseits hat ZF in der Prozessplanung eigene, interne Expertise entwickelt – und insbesondere einen Schwingungsexperten bestimmt, der sich ausschließlich mit den Vibrationen an den Maschinen beschäftigt. Seit der Einführung der Digitalisierung in der Zahnradfertigung bei ZF hat sich eine Aufgabenteilung, respektive Zusammenarbeit zwischen Maschinenbedienern und Prozessplanern etabliert. Während Planer sich mehr mit der Datenanalyse großer Fertigungslose von mehreren tausend Teilen beschäftigen und hier aus Bewertungsgrenzen ableiten, Trends beurteilen und entsprechende Maßnahmen definieren, garantieren die Bediener an der Maschine den reibungslosen Ablauf des gesamten Systems. Beide Bereiche sehen im Argus System stets die relevanten Echtzeitzustände für Ihren jeweiligen Anwendungsfall.

Darüber hinaus trägt Argus zur Minimierung der Werkzeugkosten bei, indem es detailliertere Einblicke in den Zustand der Werkzeuge bietet. Dies eröffnet die Möglichkeit, Werkzeuge bis an ihre Leistungsgrenzen zu nutzen, ohne sie voreilig aus dem Produktionsprozess zu nehmen – basierend auf der womöglich falschen Annahme, ihre Lebensdauer sei nach einer vordefinierten Anzahl an Einsatzzyklen nahezu erschöpft.

Fazit

ZF hebt hervor, dass sich die Fertigung durch den Einsatz von Argus erheblich verbessert hat. Man betont, dass die Kostenreduktion durch die deutliche Verringerung der End-of-Line (EOL) Rückläufer quantifizierbar ist, da seit Einführung von Argus die Anzahl der Rückläufer signifikant gesunken ist. Durch die präzise Grenzwertfestlegung von Argus hat sich auch die Qualität der gefertigten Teile gesteigert. Fehlerhafte Teile werden effektiv identifiziert und ausgesondert, um nachträglich bearbeitet zu werden, was zu einer Eliminierung von Verlustteilen und -zeiten führt.

Heute hat ZF die Zahnradfertigung und das Argus System im Griff. Jetzt gilt das Ziel, die Prozesse und Tooling Standzeiten weiter zu optimieren, um einerseits den steigenden Qualitätsansprüchen stets gerecht zu werden und andererseits die Kosten gering zu halten. Die spürbare Begeisterung von Planer Denny Macholdt lässt sich folgend ausdrücken: „Jetzt geht’s erst richtig los“. Auf die Frage, ob sich ZF die Zukunft ohne Argus vorstellen könnte, meint Niklas Kriegler, Leiter der Produktion: „Das wäre ein riesiger Rückschritt“.

Autor: Walter Graf, Reishauer AG, basierend auf Interviews und Besuch bei ZF

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