Industrie 4.0 Award

 Die ausgezeichnete Industrie4.0-Strategie bei Horn findet unter anderem Anwendung in der hochmodernen Schleiferei.
Die ausgezeichnete Industrie4.0-Strategie bei Horn findet unter anderem Anwendung in der hochmodernen Schleiferei. – Bild: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH – Nico Sauermann

Horn-Werkzeuge müssen besonders hohen Ansprüchen an Präzision und Qualität genügen. Entscheidend sind diese beispielsweise bei Themen wie der Optik oder der hocheffizienten Getriebefertigung. Die Anschaffung dieser Werkzeuge ist mit erheblichen Investitionen verbunden. Um die Lebensdauer der Werkzeuge zu verlängern, bietet Horn weltweit Aufbereitungsdienstleistungen (Service) an.

André Hoettgen, Gruppenleiter Enterprise bei Horn: „Wo es möglich war, haben wir Verwaltungsaufgaben vollständig automatisiert."
André Hoettgen, Gruppenleiter Enterprise bei Horn: „Wo es möglich war, haben wir Verwaltungsaufgaben vollständig automatisiert.“ – Bild: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH – Nico Sauermann

Bisher war der Werkzeugservice nur bei großen Stückzahlen wirtschaftlich. „Wir bearbeiten die Werkzeuge in festen Schritten – unabhängig von ihrem tatsächlichen Verschleiß –, da sie individuelle Messungen und Entscheidungen nicht effizient dokumentieren konnten“, sagt André Hoettgen, Gruppenleiter Enterprise bei Horn.

Maßgeschneiderte Lösung

Um den Lebenszyklus von Präzisionswerkzeugen digital abzu­bilden und die Erfassung qualitätskritischer Daten sicherzu­stellen, setzte Horn eine webbasierte, für spezifische Produkt­gruppen maßgeschneiderte Lösung um. Mit der „Horn Service Platform (HSP)“ werden die relevanten Produk­tionsprozesse digital unterstützt und Verwaltungsaufgaben beschleunigt. Basierend auf der im letzten Jahr ausgezeichneten I4.0-Infrastruktur erfolgte die Anbindung von mehr als 15 innerbetrieblichen Stationen: von der Entstehung bis zum Ende des Lebenszyklus (Werkzeug) und vom Wareneingang bis zum Versand (Service-Prozess). Zu den wichtigsten Prozessen gehören Lasermarkierung, Schleifen, verschiedene Prüfungen und Messungen, Reinigung, Strahlen und Beschichten, Verpackung und Versand.

Die gefundene Lösung rollt Horn sukzessive aus und setzt diese zukünftig für weitere Produktbereiche um.

Die HSP gibt den Präzisionswerkzeugen eine eindeutige Identifikationsnummer. Dies durchbricht die Systemgrenze des klassischen ERP-Systems. Im gesamten Service-Prozess können Daten lückenlos erfasst, den Werkzeugen digital zugeordnet und in der Web-Oberfläche strukturiert und transparent dargestellt werden. Dies umfasst alle qualitätskritischen Daten – wie direkte Messwerte (Höhe, Durchmesser, Rundlauf, …), Prüfberichte, Bilder oder Kommentare – und optimiert die Rückverfolgbarkeit. Kunden und Fertigung teilen sich dabei ein System, jedoch mit individuellen Sichten und klarer Abgrenzung der Daten (Mandantenfähigkeit).

Nachschleifservice: MKD-Schneiden lassen sich mehrmals nachpolieren.
Nachschleifservice: MKD-Schneiden lassen sich mehrmals nachpolieren. – Bild: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH – Nico Sauermann

Die Verwaltungsprozesse, etwa beim Bewerten des initialen Zustands nach Erhalt der Werkzeuge oder bei der Pflege von Auftragsdaten im ERP, werden digital unterstützt. André Hoettgen: „Wo es möglich war, automatisierte Horn Verwaltungsaufgaben vollständig. Dadurch beugten sie Fehler vor und reduzierten die Durchlaufzeit.“

Lieferung und Transparenz optimiert

Die Einführung der HSP verbesserte die Lieferperformance deutlich und schuf volle Transparenz über den gesamten Werkzeug-Lebenszyklus. Die erfassten Daten bieten die Grundlage für zukünftige Analysen und Optimierungen der Fertigungsprozesse. Über Schnittstellen können die Kunden diese Daten abrufen.

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