Ausgezeichnete Werkzeugmaschine erhält neuen Anstrich

‚Passion for Production‘: Mit dem Tokn lassen sich sowohl die Fähigkeiten junger Ingenieure und Facharbeiter fördern als auch ihre Leidenschaft für die Produktionstechnologie entflammen.
‚Passion for Production‘: Mit dem Tokn lassen sich sowohl die Fähigkeiten junger Ingenieure und Facharbeiter fördern als auch ihre Leidenschaft für die Produktionstechnologie entflammen. – Bild: Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH

Marcus Kurringer, Leiter Marketing bei der Gebr. Heller Maschinenfabrik in Nürtingen, und Tim R. Wichmann von der Designagentur Kaikai aus München erläutern den gemeinsamen Weg von der Idee bis zur finalen Umsetzung.

dima Mit welcher Absicht gibt Heller dem CNC ProfiTrainer ein neues Design?

Marcus Kurringer: Zuallererst möchte ich die Geschichte des Konzeptes erläutern. Fachkräfte bestimmen den Erfolg und somit die Wirtschaftlichkeit von Produktionssystemen. Qualifizierte Fachkräfte für die Serienproduktion zu finden ist eine große Herausforderung. Ein Lösungsansatz lautet: handlungsorientiert und zielgerichtet selbst ausbilden. Im Hause Heller wurde schon früh der Bedarf an unterschiedlich qualifizierten Fachkräften erkannt. Um das Wissen der NC-Technik besser darstellen und vermitteln zu können, wurde bereits Anfang der 1980er Jahre ein völlig neues Lehr- und Übungsgerät entwickelt: der CNC ProfiTrainer.

Dieses System ist eine echte CNC-gesteuerte Werkzeugmaschine, mit der sowohl die Erst- als auch die Anpassungsausbildung durchgeführt werden kann. In der Heller Ausbildung wurden zahlreiche junge Menschen auf diesen Geräten für die Berufspraxis qualifiziert. Im Schulungszentrum der Heller Academy haben unterschiedliche Anwender sowohl aus dem eigenen Haus als auch von unseren Kunden die Vorzüge dieses Trainingssystems persönlich kennengelernt.

Weltpremiere: Heller CEO Dr. Thorsten Schmidt bei der offiziellen Enthüllung des Heller Tokn.
Weltpremiere: Heller CEO Dr. Thorsten Schmidt bei der offiziellen Enthüllung des Heller Tokn. – Bild: Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH

Um die Identifikation, die Akzeptanz sowie die Bedienbarkeit entscheidend zu verbessern, haben wir uns entschieden, dem platzsparenden und mobilen Gerät im Rahmen eines Design-Facelifts ein modernes Erscheinungsbild zu geben. Und wir gaben mit diesem weiteren Entwicklungsschritt ‚dem Kind‘ auch einen neuen Namen – Heller Tokn.

dima Was sind die Vorteile des Heller Tokn?

Kurringer: Der Tokn ist sowohl das Werkzeug als auch die damit zu bauende Maschine. Dieses kleine Pendant einer großen CNC-gesteuerten Heller Werkzeugmaschine bietet die gleichen Funktionalitäten, hat aber darüber hinaus weitere Vorteile bei der Qualifizierung von Fachkräften:

  • echte Zerspanung bei voller Maschinenkonfiguration
  • originale Industriekomponenten in der Anwendung
  • Abbildung der Realität im originalgetreuen Modell
  • Maschine toleriert Bedienfehler
  • sichere, gefahrreduzierte Bedienung
  • räumlich ungebundene, fahrbare Einheit (mobil)
  • ‚Kleinformat‘ motiviert zum Ausprobieren

Der Tokn ist für den handlungsorientierten Praxiseinsatz und eine schulungsgerechte Bedienung hervorragend geeignet. Außerdem ist er portabel und kann zum Bediener und dessen Arbeitsplatz transportiert werden. Mit dem System werden Anwender im gefahrlosen Bedienen von Bearbeitungszentren trainiert und können bei voller Maschinenkonfiguration echte Zerspanung realisieren.

dima Was waren die ausschlaggebenden Argumente, für das Projekt die Firma Kaikai ins Boot zu holen?

Kurringer: Mit Kaikai haben wir einen Dienstleister eingebunden, der uns nicht nur professionell in der Designentwicklung und -umsetzung begleitet und den bisherigen Status quo kritisch hinterfragt hat. Vor allem vermittelte er durch seine große Erfahrung in der Designentwicklung vieler weiterer Produkte und mit innovativen Ansätzen für uns entscheidende Impulse.

Das Gerät schließt die Lücke zwischen gedruckten Unterlagen für das Selbststudium, virtuellen Trainingskursen und der realen Produktionsserienmaschine.
Das Gerät schließt die Lücke zwischen gedruckten Unterlagen für das Selbststudium, virtuellen Trainingskursen und der realen Produktionsserienmaschine. Bild: Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH

Tim R. Wichmann: In den mehr als fünfzehn Jahren, in denen wir über 500 Maschinen designt und teilweise mitentwickelt haben (www.praep.com), stand Heller immer ganz oben auf unserer ‚Wunschliste‘ aufgrund seiner beeindruckenden Qualität und vor allem seiner Geschichte sowie Tradition. Dass Heller das erste Maschinenbau-Unternehmen war, das 1913 eine eigene Ausbildungsabteilung gründete, ist ein in heutigen Tagen starkes Statement. Stellvertretend dafür steht in unseren Augen das Projekt ‚ProfiTrainer‘. Gutes Design entsteht nicht nur durch gute Designer, sondern auch mit denjenigen, die es umsetzen. Hier sind wir bei Heller auf eine unfassbare interne Motivation gestoßen. In all den Jahren haben wir noch keine so schnelle und qualitativ hochwertige Umsetzung des ersten Prototypen in house erlebt.

dima Was hat es mit den YouTube Episoden auf sich und wo kann man diese anschauen?

Wichmann: Unsere Idee war es, nicht nur im ’stillen Kämmerlein‘ ein Design zu entwickeln. Über die Episoden im Video möchten wir genau hier das Publikum – bestehend aus Mitarbeitenden, Kunden, zukünftigen Auszubildenden und potenziellen Kunden – an die Hand nehmen und Werte sowie Missionen und Visionen des Unternehmens Heller modern und nachhaltig kommunizieren.

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