
Kernkompetenz am Starrag-Stammsitz Rorschacherberg ist die Entwicklung und Herstellung von Hochleistungs-Bearbeitungszentren für den Flugzeug- und Turbinenbau. Über diese Basis hinaus hat Starrag aber noch viel mehr zu bieten: das über etliche Jahre und in unzähligen Projekten gesammelte Prozess-Knowhow, das sich in zahlreichen, selbst entwickelten Komponenten niederschlägt – von Hartmetallwerkzeugen über die CAM-Software RCS für Blades, Spanntechnik und Vorrichtungsbau bis hin zu Automationslösungen und Leitrechnertechnologien. „Das Gesamtpaket ist das, was uns von anderen Anbietern unterscheidet“, sagt Sofian Regaz, Starrag Sales Manager Aerospace & Turbine Technology.
Prozessangepasste Werkzeuge
„Wir entwickeln und wir schleifen hier in Rorschacherberg schon seit vielen Jahren Hartmetallfräser für Flugzeug- und Turbinenkomponeten aus schwerzerspanbaren Materialien wie Titan, Inconel oder hochlegierten Stählen“, erläutert Regaz. Zwar biete Starrag ein kleines Sortiment an Standardwerkzeugen an, doch über 90 Prozent der verkauften Werkzeuge seien Sonderanfertigungen, die auf den jeweiligen Zerspanungsprozess – also auf das Bauteil, die Maschine, den Werkstoff und sonstige Begleitumstände – angepasst sind. „Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich mein NC-Programm auf einen Katalogfräser abstimme oder ob ich das Werkzeug bezüglich Schneidenlänge, Eckenradius, Flankenwinkel, Beschichtung etc. so auslege, dass ich den optimalen Zerspanungsprozess realisieren kann“, betont Regaz. „Unsere Kunden sind damit sehr erfolgreich.“

Stets an der Kundenseite
Das Knowhow kommt nicht von ungefähr. Starrag pflegt zu seinen Kunden ein enges partnerschaftliches Verhältnis und begleitet sie kontinuierlich im Produktionsprozess, auch über die Garantiezeit hinaus. „Das heißt, wenn zum Beispiel ein Bauteilwechsel ansteht und die Maschine für einen neuen Prozess gerüstet werden muss, stehen wir unserem Kunden zur Seite und bieten wieder unsere angepassten Werkzeuge an“, verspricht Regaz. Im Werkzeugservice ist Starrag weltweit ebenfalls gut aufgestellt.
Um den Kunden Zeit und Geld zu sparen, betreiben die Schweizer eine Partnerschaft mit dem global tätigen Unternehmen Oerlikon Balzers, das für Starrag in Amerika und Asien den Vor-Ort-Nachschleif- und Nachbeschichtungsservice übernimmt. „Die Rückmeldungen der Kunden zu unseren Werkzeugen sind durchweg positiv“, sagt Regaz.
Erfolg führt zu Wachstum
Eine besondere Erfolgsbestätigung erhielt er von Honeywell Aerospace Ireland, wo Starrag als Werkzeug-Problemlöser tätig sein durfte. Ausgangspunkt: Bei der Bearbeitung einer Turbinenschaufel aus Titan war der Werkzeugverschleiß ausgesprochen hoch. Mit dem ursprünglich verwendeten Fräser ließen sich nicht mehr als maximal zehn Bauteile zerspanen. So lud der Triebwerkhersteller diverse Werkzeughersteller ein, um das Problem in den Griff zu bekommen. Der beste Anbieter schaffte es, die Standzeit auf 20 Bauteile zu erhöhen. Und Starrag? „Wir erreichen mit unseren Spezialwerkzeugen 40 Bauteile“, berichtet Sofian Regaz. „Das war Honeywell nicht nur den Auftrag, sondern auch eine Auszeichnung wert. Im Juni 2024 erhielten wir dafür den ‚Kaizen of the Month‘.“
Werkzeugexpertise für bessere Zerspanungsergebnisse
Gegenüber klassischen Werkzeugherstellern hat Maschinenhersteller Starrag einen entscheidenden Vorteil: Werkzeugentwicklung und -schleiferei befinden sich im Werk Rorschacherberg, wo auch das Aerospace and Turbine Competence Center (ATCC) angesiedelt ist. Das rund 2.000 Quadratmeter große Anwendungszentrum ist mit allen aktuellen fünfachsigen Bearbeitungszentren der Produktlinien Starrag NB, LX und STC ausgestattet. „Wir nutzen diese Maschinen für verschiedenste eigene und Kundenversuche, für Prozessentwicklungen und -optimierungen und natürlich für unsere Analysen und Werkzeugtests“, erklärt Sofian Regaz. „Im Kundenauftrag übernehmen wir hier sogar kleine Serienfertigungen.“ Für das Werkzeugteam bedeutet das, es kann die Prozesse des Kunden auf Originalmaschinen 1:1 nachstellen und die Werkzeuge bereits optimieren, bevor sie ausgeliefert werden. Immer wieder bestätigen Kunden, dass dieser Umstand viele Transportwege und damit eine Menge Zeit erspart.
Das Werkzeuggeschäft entwickelte sich in den letzten Jahren ausgesprochen positiv. Dazu beigetragen haben Erfolgsgeschichten wie bei Honeywell.

















