Blum-Novotest auf der AMB 2022 in Stuttgart: Halle 7 - Stand A31

Anwenderbericht: Fertigungsintegriert messen

Es gehört zu den anspruchsvolleren Aufgaben, Werkstücke für die Automobilindustrie automatisiert in Drehzentren zu messen. Die Messsysteme sind dabei permanent Spänen, Kühlschmiermittel und Schwingungen ausgesetzt. Hier präzise Ergebnisse zu erzielen, ist ein Fall für Spezialisten. Aus diesem Grund vertraut der Drehmaschinenhersteller Schuster aus Denklingen auf das Knowhow von Blum-Novotest.
Schuster Maschinenbau setzt den Messtaster TC61 von Blum-Novotest mit einem speziell entwickelten Tasteinsatz ein, um die Drehteile innerhalb der Maschine zu vermessen.
Schuster Maschinenbau setzt den Messtaster TC61 von Blum-Novotest mit einem speziell entwickelten Tasteinsatz ein, um die Drehteile innerhalb der Maschine zu vermessen.Bild: Blum-Novotest GmbH

Mit Maschinen von Schuster lassen sich Getriebewellen, Nocken- und Ausgleichs- sowie komplexe Motorwellen für Elektroantriebe fertigen. Meist werden die Wellen in mehreren miteinander verketteten Stationen bearbeitet, die an Beginn und Ende der Linie manuell be- und entladen werden. Die Maschinen der Bayern arbeiten stets mit einer vertikal stehenden Werkstückspindel. Abhängig von der Aufgabe kommen Hauptspindel, Gegenspindel oder ein Mittendrehaggregat zur Anwendung. Je Arbeitsraum werden bis zu zwei Revolver oder auch Fräs- sowie Schleifaggregate eingesetzt, sodass sich Dreh-, Fräs- und Schleifbearbeitung in einer Aufspannung durchführen lassen. Die Maschinen sind immer mit X- und Z-Achse ausgestattet, die sich je nach Maschinentyp in der Spindel oder dem Revolver / Aggregat befinden. Die Spindel umfasst im Regelfall auch eine C-Achse. Die Y-Achse ist bei Bedarf als Option verfügbar und damit wie im Drehbereich üblich bei vielen Maschinen nicht vorhanden.

Prüfen und anpassen

„Das Messen im Arbeitsraum ist ein integraler Bestandteil unserer Bearbeitungsprozesse. In vielen Produktionsprozessen wird ein Durchmesser zunächst mit Aufmaß vorbearbeitet und dann auf Endmaß geschliffen oder gedreht“, berichtet Christian Moser, Projektleiter von Schuster Maschinenbau.

„Dazu ist es erforderlich, zwischen den beiden Schritten den aktuellen Durchmesser automatisiert zu messen und den Schleif- bzw. Drehvorgang entsprechend anzupassen. Um nicht etwaige Rundlauffehler oder den Temperaturgang der Maschine mitzumessen, ist hier eine Zweipunktmessung – ähnlich wie bei einer Bügelmessschraube – notwendig.“

Schuster vertraut bereits seit vielen Jahren auf Fertigungsmesstechnik von Blum-Novotest. 
In der flexiblen Drehzelle F40 kommt beispielsweise der Messtaster TC61 zur Anwendung.
Schuster vertraut bereits seit vielen Jahren auf Fertigungsmesstechnik von Blum-Novotest. In der flexiblen Drehzelle F40 kommt beispielsweise der Messtaster TC61 zur Anwendung.Bild: Blum-Novotest GmbH

Da viele Anlagen der Süddeutschen nicht mit einer Y-Achse ausgestattet sind, entfällt die Möglichkeit, das Werkstück mit einem Standard-Tasteinsatz vorn und hinten an zwei Punkten anzutasten, um den aktuellen Durchmesser zu erfassen.

Wellen komplett bearbeiten

Der südlich von Landsberg am Lech in Denklingen beheimatete Betrieb Schuster Maschinenbau beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Vor über vierzig Jahren gegründet lieferte das Unternehmen im Jahr 2010 die ersten Dreh- und Wälzfräszentren sowie Transferlinien für die Wellenkomplettbearbeitung aus. Sie decken den gesamten Prozess von Drehen, Fräsen und Schleifen über das Messen bis hin zum automatisierten Handling zwischen den Stationen ab.

Speziell entwickelter Tasteinsatz

Die Lösung für diese nicht alltägliche Anforderung fand Schuster in Form des Messtasters TC61 und eines speziell entwickelten Tasteinsatzes beim langjährigen Partner Blum-Novotest. Das Besondere am TC61 ist das in zwei Achsen geführte, bidirektionale Messwerk. Im Gegensatz zu sonst typischen Messtastern sind damit nicht nur drückende, sondern auch ziehende Messungen hochpräzise durchführbar.

>>Davon profitieren unsere Kunden<<

Das außergewöhnliche Messwerk erlaubt, den TC61 mit relativ schweren Tasteinsätzen – in diesem Fall einem Messbügel – auszustatten. Falls wie bei Schuster der Durchmesser einer Welle erfasst werden soll, lässt sich dies ganz einfach per Zweipunktmessung durchführen. Dazu wird der sich im Revolver befindende TC61 horizontal eingeschwenkt und über die X-Achse je eine Messbewegung ziehend und drückend durchgeführt. Zusätzlich wird in manchen Anlagen eine Tastkugel am äußersten Ende des Bügels angebracht, um beispielsweise Längen, Nullpunkte oder Stufen zu messen. Die Messbügel bietet Blum ab 35mm maximalem Messdurchmesser in diversen Abstufungen bis 73mm an.

Das weltweit einzigartige bidirektionale Messwerk macht es möglich, den TC61 mit relativ schweren Tasteinsätzen - in diesem Fall einem Messbügel - auszustatten.
Das weltweit einzigartige bidirektionale Messwerk macht es möglich, den TC61 mit relativ schweren Tasteinsätzen – in diesem Fall einem Messbügel – auszustatten.Bild: Blum-Novotest GmbH

Das Messen des Durchmessers beim Aufmaßschleifen ist die Voraussetzung, um die engen Toleranzen einzuhalten. An den X-Achsen kommen besonders präzise Glasmaßstäbe zum Einsatz, um den Taster hochgenau positionieren zu können. Die Zweipunktmessung lässt sich rasch durchführen; erreicht wird eine Wiederholgenauigkeit auf der Maschine von 1,5 bis 2µm.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Wittenstein SE
Bild: Wittenstein SE
Digitale Services im IIoT

Digitale Services im IIoT

Ausfallrisiken antizipieren, Wartungsbedarf erkennen, Verfügbarkeit vorhersagen, Ausschuss vermeiden, bevor er entsteht: Intelligente Getriebe beispielsweise von Wittenstein sind in Verbindung mit smarten Services in der Lage, dies und vieles mehr zu leisten. Im Industrial Internet of Things (IIoT)-Ökosystem bieten sich Umsetzungskonzepte etwa über ein Edge-Device oder die SPS an.

Bild: Schunk GmbH & Co. KG
Bild: Schunk GmbH & Co. KG
Roboterbearbeitung: Expertenrunde im Oktober 2022

Roboterbearbeitung: Expertenrunde im Oktober 2022

Die Schunk Expert Days leben wieder auf. Vom 26. bis 27. Oktober 2022 lädt der Automatisierungsspezialist erneut zu einer internationalen Expertenplattform nach Brackenheim-Hausen ein.. Im Fokus steht künftig die automatisierte Oberflächenbearbeitung. Mit Robotik und modernen Werkzeugen lassen sich viele Bearbeitungsschritte automatisieren und schneller, besser sowie kostengünstiger durchführen als bisher.

Bild: Audi AG
Bild: Audi AG
Großauftrag für 1.300 Roboter

Großauftrag für 1.300 Roboter

Fanuc sichert sich erneut einen Großauftrag des Volkswagen Konzerns. Der Automatisierungsspezialist und Industrieroboterhersteller wird 2022 und 2023 insgesamt rund 1.300 Roboter an vier Werke des Konzerns liefern, um dort die Fertigung zu unterstützen. Der Großteil dieser Roboter soll künftig im slowakischen Bratislava genutzt werden.

Bild: MicroStep Europa GmbH
Bild: MicroStep Europa GmbH
Autonome Digital-Infrastruktur

Autonome Digital-Infrastruktur

Mithilfe der Open-Source-Vernetzungslösung IndustryFusion können Fertigungsbetreiber ihre Produktion und Maschinen- sowie Anlagenbauer ihre Produkte auf ein neues Effizienzlevel heben. Auf der Messe Euroblech 2022 vom 25. bis zum 28. Oktober in Hannover demonstriert die Foundation in Kooperation mit Intel und Suse, wie IndustryFusion die großen Potentiale der Industrie 4.0 für möglichst viele Anwender nutzbar machen kann.

Bild: TeDo Verlag GmbH
Bild: TeDo Verlag GmbH
Fachmesse AMB 2022 mit ausgezeichnetem Ergebnis (inkl. dima-Videos)

Fachmesse AMB 2022 mit ausgezeichnetem Ergebnis (inkl. dima-Videos)

Restart geglückt: Die 20. Ausgabe der AMB – Internationale Ausstellung für Metallbearbeitung – brachte eine ausgezeichnete Stimmung in die Stuttgarter Messehallen und die Branche. Auch das dima Team war ‚vor Ort‘ und zeigte sich begeistert: Zwei Videos bei Youtube (Stichwort: dima – digitale maschinelle Fertigung) präsentieren einen Ausschnitt aus zahlreichen Highlights.

Bild: TeDo Verlag GmbH
Bild: TeDo Verlag GmbH
dima-Interview: Diversity beim Global Player

dima-Interview: Diversity beim Global Player

Der Hersteller Walter mit Sitz in Tübingen gehört zu den ganz Großen in Sachen Präzisionswerkzeuge. Bei einem weltweit tätigen Anbieter, aber auch bei Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) spielen neben den technischen und monetären Aspekten insbesondere die personellen Ressourcen sowie deren bestmöglicher Einsatz eine entscheidende Rolle. Im exklusiven dima-Interview stellt sich Anette Skau Fischer, Vice President Global Human Resources, unseren fünf Fragen zum Thema Diversity.

Bild: By Richdsu - Own work
Bild: By Richdsu - Own work
Mit gratis Tools und Apps rasch zur Lösung

Mit gratis Tools und Apps rasch zur Lösung

Die Digitalisierung und der Lean-Management-Ansatz gelten in vielen Betrieben als willkommene ‚Schlankmacher‘. Wie der digitale Fortschritt die Prozesse in der Planung und Konstruktion vereinfacht, zeigen vor allem vom Nutzer aus gedachte Lösungen. Konfigurations- und Berechnungsprogramme sowie zwei Fälle aus der Praxis des Herstellers von Maschinenelementen ACE Stoßdämpfer dienen als Beispiel.

Geschäftsführer Justus Perschmann - Bild: Hch. Perschmann GmbH/Jörg Schebe
Geschäftsführer Justus Perschmann - Bild: Hch. Perschmann GmbH/Jörg Schebe
Allianz Maschinenraum begrüßt prominente Unternehmensgruppe

Allianz Maschinenraum begrüßt prominente Unternehmensgruppe

Die Perschmann Gruppe wird Teil des ‚Maschinenraums‘ (www.maschinenraum.io/impact). Diese Allianz aus rund 60 Mittelständlern sowie Hochschulpartnern und anderen Innovatoren arbeitet gemeinsam an der digitalen Transformation des deutschen Mittelstands. Als strategischer Partner der Hoffmann Group – Europas Marktführer für Qualitätswerkzeuge – ist Perschmann einerseits Werkzeugspezialist und andererseits in Deutschland führend im Segment der Mess- und Prüfmittel-Kalibrierung.