Fachartikel: Lösungspartner setzt auf durchgängiges CAD/CAM-System

Das Unternehmen Erbiwa versteht sich nicht nur als Spezialist für Hinterspritzwerkzeuge, sondern auch als Ideenschmiede für designorientierte Hightech-Oberflächen und Komponenten. Von Beginn an setzten die Süddeutschen bei 3D-CAD und Füllsimulation auf Visi - seit Kurzem auch beim Fräsen.
Der CAM-Arbeitsplatz mit Visi Machining befindet sich in einem abgetrennten Raum in der Fertigung. Die NC-Programme für die beiden 3-achsigen Bearbeitungszentren von POS werden direkt vom 3D-Modell aus der Konstruktion abgeleitet, wofür der Bereichsleiter zuständig ist.
Der CAM-Arbeitsplatz mit Visi Machining befindet sich in einem abgetrennten Raum in der Fertigung. Die NC-Programme für die beiden 3-achsigen Bearbeitungszentren von POS werden direkt vom 3D-Modell aus der Konstruktion abgeleitet, wofür der Bereichsleiter zuständig ist. Bild: Erbiwa GmbH – Mecadat AG

Erbiwa sieht sich als Denkfabrik mit deutlichem Schwerpunkt auf Konstruktion, Projektmanagement, Montage und Musterung. Die Firmenphilosophie ist, über ein Netzwerk von Spezialisten maßgeschneiderte Komplettlösungen im Kunststoffbereich überall dort anzubieten, wo auch die Kunden aktiv sind. Diese kommen überwiegend aus der Automotivbranche, weshalb das Unternehmen über eigene Standorte in den USA und in China verfügt. Die Wurzeln liegen allerdings im Allgäu. Durch die konsequente Einbindung von Partnern tritt Erbiwa den Kunden gegenüber als Komplettanbieter im Werkzeugbau auf und hält die Fertigungstiefe dennoch gering.

Eigene Fräsfertigung

Die chinesische Joint-Venture-Tochter liefert fast alle individuell produzierten Teile, aus denen im Allgäu dann für heimische Kunden das fertige Werkzeug montiert wird. Bei kleinen Teilen fahren die Verantwortlichen allerdings mehrgleisig: Das betrifft auch Werkzeuge für nachgelagerte Prozesse zur weiteren Oberflächenveredelung, die das Fachpersonal am Standort Lindenberg fertigt. Dazu wurde parallel eine eigene Fräsfertigung aufgebaut, wovon zwei neu angeschaffte 3-achsige Bearbeitungszentren zeugen. Diese sind mit dem CAM-Modul Visi Machining ebenfalls in den Visi-Workflow eingebunden.

Mit Visi Flow wird die Positionierung von Düsen und Anspritzpunkten festgelegt - und auch für Verzugsberechnungen kommt das Modul in Lindenberg zum Einsatz.
Mit Visi Flow wird die Positionierung von Düsen und Anspritzpunkten festgelegt – und auch für Verzugsberechnungen kommt das Modul in Lindenberg zum Einsatz. Bild: Erbiwa GmbH – Mecadat AG

Die Erfolgsgeschichte von Erbiwa ist übrigens eng mit dem integrierten 3D-CAD- und CAM-System Visi verbunden. Während zu Beginn Werkzeugkonstruktion und Produktentwicklung gepaart mit Projektmanagement im Vordergrund standen und dies mit dem Software-Programm abgebildet wurde, kam nach einer steilen Wachstumsphase 2014 der Fräsbereich hinzu. Heute ist VisiI mit diversen Modulen an insgesamt elf Arbeitsplätzen installiert, ergänzt durch sechs Lizenzen für den Visi Viewer. Sowohl beim CAD als auch beim CAM bildet im 3D-Bereich grundsätzlich Visi Modelling die Grundlage, ergänzt durch aufgabenspezifische Module. Bei Erbiwa ist dies im Konstruktionsbereich Visi Mould, das um die fertigen Formeinsätze herum einen weitgehend automatisierten Werkzeugaufbau erlaubt.

>>Mecadat überzeugt uns mit Service, der Preisgestaltung und insbesondere Knowhow<<

„Wir sind ein Verfechter des direkten Konstruierens, was mit Visi ja bestens funktioniert. Ich habe früher mit anderen namhaften CAD-Systemen, welche parametrisch aufgebaut sind, Werkzeuge konstruiert – und bin deshalb von der Einfachheit, die Visi hier bietet, wirklich begeistert“, unterstreicht Matthias Wagner, Technischer Leiter der Erbiwa GmbH. „So kommt es zum Beispiel im Alltag häufig vor, dass ein Mitarbeiter unserer insgesamt achtköpfigen Konstruktionsabteilung das Werkzeug komplett fertig konstruiert hat und Kollegen später noch weitere Anpassungen oder Veränderungen vornehmen. Da wäre es mit parametrischen Konstruktionsdaten nicht so einfach, den Einstieg zu finden, denn da müssten die anderen Kollegen erst mal verstehen, mit welcher Philosophie das Werkzeug aufgebaut wurde.“ Schließlich hat jeder seinen eigenen Stil und geht etwas anders vor. Selbst einfachste Änderungen würden dann besonders viel Zeit in Anspruch nehmen. Mit Visi geht das hingegen einfach, unkompliziert und ohne Qualitätsverlust.

Simulation als Highlight

Die Visi-Parametrik nutzt Erbiwa hauptsächlich bei der Simulation von Bewegungsabläufen. Auch Drehbewegungen von Zahnrädern, die über Zahnstangen ausgeführt werden, sind ein typischer Fall für die Simulation – oder das Betrachten von Schieber mit Schrägbolzen bei der Öffnung des Werkzeugs. Wo es früher Probleme gab, kommen die Allgäuer heute mit der Kinematik-Simulation rasch zu Ergebnissen. So betrachten die Fachkräfte in Lindenberg die dynamische Simulation der Bewegungen in Visi zurzeit als echtes Highlight. Mit dem Modul Flow hingegen stellt Erbiwa bereits seit zehn Jahren sicher, dass die zu produzierenden Teile über optimale rheologische Eigenschaften verfügen: Alle Phasen des im Werkzeug ablaufenden Spritzgießprozesses werden damit per FEM-Füllsimulation (Finite Elemente Methode) konstruktionsbegleitend analysiert. Im Konstruktionsalltag sind zudem die komfortablen Importfunktionen von besonderer Bedeutung, welche die CAD/CAM-Lösung als Basis mitbringt. Diese sind für die Westallgäuer sowohl wegen der Kundendaten als auch mit Blick auf die Zusammenarbeit mit den chinesischen Kollegen immens wichtig.

Beim Lösungsanbieter entstehen Spritzgießwerkzeuge und ganze Werkzeugfamilien in unterschiedlicher Bauart. Mechanisch gefertigt werden fast alle Teile bei Partnerunternehmen - und bei Erbiwa Mould Industrial in China.
Beim Lösungsanbieter entstehen Spritzgießwerkzeuge und ganze Werkzeugfamilien in unterschiedlicher Bauart. Mechanisch gefertigt werden fast alle Teile bei Partnerunternehmen – und bei Erbiwa Mould Industrial in China.Bild: Erbiwa GmbH – Mecadat AG

Durchgängige Lösung

Mit Visi verfügen die süddeutschen Spezialisten über ein durchgängiges System, mit dem sie anhand desselben 3D-Modells auf Basis von Parasolid konstruieren und fräsen. „Es gibt keinen Verlust an Datenqualität. Beeindruckt sind wir zudem vom selbsterklärenden Bedienkonzept, das die Einarbeitungszeit neuer Mitarbeiter auf ein Minimum reduziert“, fasst Matthias Wagner zusammen. „Außerdem überzeugt der Visi-Distributor Mecadat mit seinem Service, der Preisgestaltung und insbesondere seinem Knowhow. Ohne diesen Support hätten wir mit Visi in der Konstruktion nicht so schnell den hohen Stand erreicht, den wir heute haben.“

Globaler Partner für Gesamtlösungen

Seit ihrer Gründung 2005 hat sich die heute in Lindenberg im Westallgäu ansässige Erbiwa GmbH von einem Konstruktionsbüro für Spritzgießwerkzeuge zu einem Unternehmensverbund mit aktuell 136 Mitarbeitern entwickelt. Alleine 55 davon sind bei Erbiwa Mould Industrial beschäftigt – der 2015 zusammen mit einem Kooperationspartner gegründeten Joint-Venture-Tochter im chinesischen Dongguan. Aktuell fokussiert das Unternehmen überwiegend den Automotivbereich. Im Werkzeugbau liegt die Kernkompetenz bei Hinterspritzwerkzeugen mit bis zu sieben Tonnen Gewicht für Komponenten aus dem Fahrzeuginnenbereich, was auch die Unterstützung bei der Artikelentwicklung umfassen kann. www.erbiwa.com

www.mecadat.de

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