
In Bronschhofen in Wil West reiht sich Halle an Halle. Hier sitzt das Unternehmen Schmolz + Bickenbach Stahlcenter, kurz Schmobi, das die Schweizer Fertigungsindustrie seit 1959 mit Blankstahl, rostbeständigem Edelstahl, Edelbaustahl sowie weiteren Warengruppen versorgt. Über drei Millionen Zuschnitte im Sägebereich zwischen 5 und 530mm entstehen jedes Jahr im Stahlcenter.
Im Werk kommt das Stangenmaterial aus dem Lager, wird gesägt, gereinigt, markiert und verpackt. Die Losgrößen variieren: Mal geht es um Einzelteile, mal um Serien. Schmobi setzt dafür seit mehr als 20 Jahren auf Lösungen von Kasto aus dem Schwarzwald. Den Anfang machte der vollhydraulische Hochleistungs-Bandsägeautomat Kastotec AC 4, der sich noch immer zuverlässig im Einsatz befindet.
Intelligente Robotik inklusive
Später folgte eine Kastotec FC 4 – diesmal in Kombination mit dem Roboterhandlingsystem Kastosort, das die Sägeabschnitte reinigt und kommissioniert. „Das ist Plug&Produce in Reinform“, sagt Philipp Harter, Technical Sales Manager bei Kasto. „Der Roboter basiert auf einer dezentral selbstorganisierten Programmlogik. Dadurch ist weder ein Teach-in noch jegliche Art der Programmierung durch den Anwender erforderlich. Der intelligente Workflow ersetzt langwierige Rüstvorgänge.“

Ein entscheidendes Kaufargument war für Schmobi das ‚Alles-aus-einer-Hand‘-Prinzip: Da Säge, Robotik und Greifertechnik aus einer Entwicklung stammen, werden komplexe Schnittstellen vermieden und die Zuständigkeiten im Servicefall sind eindeutig. Peter Breitenmoser, Geschäftsleiter und Verwaltungsratspräsident bei Schmobi, macht klar: „Wir investieren nachhaltig in die Automatisierung unseres Maschinenparks. Tätigkeiten, die nicht wertschöpfend sind und unsere Belegschaft körperlich belasten, wollen wir reduzieren.“
Gute Ergebnisse, bewährter Service …
… und bekannte Ansprechpartner machten Kasto zur logischen Wahl für das Folgeprojekt. Deshalb ging 2025 die zweite automatisierte Anlage in Betrieb: eine Kastogripspeed C 10, ebenfalls wieder mit dem Roboterhandlingsystem Kastosort. Armin Thalmann, Leiter Betrieb bei Schmobi, betont: „Nach den ersten Erfolgen war Kontinuität beim Partner für uns der richtige Weg.“
Mehr Wertschöpfung, weniger Handarbeit
Viele Nebenaktivitäten im Stahlhandel sind zwar notwendig, steigern aber nicht unmittelbar den Produktwert. Abschnitte manuell zu entnehmen, von Spänen zu säubern sowie zu kennzeichnen und zu stapeln, bindet wertvolle Zeit und bedeutet für die Belegschaft eine erhebliche körperliche Belastung. Genau hier setzt die Automatisierung mit dem Roboterhandlingsystem Kastosort an. Der Industrieroboter übernimmt die repetitiven Aufgaben und ermittelt pro Auftrag autonom das ideale Stapelbild, um die maximale Packdichte im Behälter auszureizen. Diese Effizienz sowie die nötige Prozessstabilität werden durch speziell entwickelte Greifer und darauf abgestimmte Greifkonzepte sichergestellt. „Das war eine Besonderheit des Projekts“, blickt Marcel Bösiger, Regional Sales Manager Schweiz, zurück. „Schmobi kommissioniert sehr viele unterschiedliche Sägeabschnitte und wollte eine Lösung, die möglichst jedes Teil sicher handhaben kann.“
Technik im Detail
Die Kastogripspeed C 10 ist eine Hochleistungs-Kreissäge für mittlere Durchmesser von 15 bis 102mm. Sie arbeitet mit hoher Schnittgeschwindigkeit und präziser Vorschubsteuerung. Das Material gelangt über ein Universalkettenmagazin mit sechs Vorlagefächern in die Säge. Dessen Beladung erfolgt manuell mit Hebehilfen. Nach dem Schnitt entnimmt der Roboter die Abschnitte und bestückt bereitgestellte Ladungsträger auf Basis optimal berechneter Stapelmuster. Ein zentraler Vorteil des Systems zeigt sich im Betrieb. Die Kombination aus Säge und Roboter befähigt zu langen Fertigungszeiten. Zudem arbeitet die Anlage auch in ‚Geisterschichten‘, also ohne permanente Bedienung.

Die plattformunabhängige Kastoapp überwacht die Sägemaschine lückenlos in Echtzeit und liefert von jedem Endgerät sofortigen Zugriff auf Leistungsdaten sowie Betriebszustände. Über diese standortunabhängige Transparenz lassen sich Fehlerbilder frühzeitig erkennen und Stillstandszeiten durch gezielte, schnelle Reaktionen signifikant reduzieren.
Partnerschaft mit Perspektive
Höherer Durchsatz bei maximaler Zuverlässigkeit – der Einsatz des Roboters hat die Abläufe bei Schmobi spürbar stabilisiert. Parallel dazu wandelte sich das Berufsbild in der Halle: Anstatt körperlich belastende Tätigkeiten auszuführen, konzentrieren sich die Bediener heute auf das Monitoring und die Steuerung der automatisierten Anlage. „Durch die Lösung von Kasto haben wir zukunftsfähige, ergonomische Arbeitsplätze geschaffen, die für die Belegschaft echte Mehrwerte bieten“, weiß Geschäftsführer Peter Breitenmoser zu schätzen.

















