
Faltenbälge gehören zu den Klassikern im Maschinenschutz. Durch ihre spezifische Konstruktion können sie zusammen mit Linearachsen verfahren und damit in Bearbeitungszentren Führungsbahnen gegen Staub, Späne oder Kühlschmiermittel abschirmen.
Neues Konzept
Die Fastclick-Faltenbälge des Anbieters aus dem südhessischen Seligenstadt sind eine Weiterentwicklung seiner Samurai-Faltenbälge, die sich durch eine zusätzlich schützende Front aus Lamellen auszeichnen. Das Besondere an Fastclick ist, dass die Lamellen in den Faltenbalg eingeklickt werden. Mittels Ultraschalltechnologie werden dafür aus den Falten in definierten Abständen Taschen geschweißt. In diesen lassen sich dann die Lamellen einzeln einsetzen.
Zu 100 Prozent recycelbar
Die Abkantungen der Lamellen reichen über die gesamte Tiefe und Breite des jeweiligen Falz. Damit übernehmen die Lamellen zugleich die Funktion von Stützrahmen, auf die in dieser Faltenbalglösung verzichtet werden kann.

„Der Bedarf an Schutzlösungen, die vor allem den Bauraum optimal ausnutzen, ist in der industriellen Fertigung enorm gestiegen“, weiß Jürgen Heberer vom Technischen Vertrieb. „Mit Fastclick ist es uns gelungen, den derzeit höchsten Hub am Markt anzubieten.“ Je freier Falte bietet die Lösung einen Auszug von bis zu 100 Prozent und damit ein bestmögliches Block/Auszug-Verhältnis. Als Faltenmaterial kommt 0,55mm dickes PP zum Einsatz. Zusammen mit dem 0,3mm starken Federstahl der Lamellen stellt Fastclick eine Leichtbaukonstruktion dar, die den großen Hub mit dynamischen Verfahreigenschaften realisiert.
Erhöhter Schutz bei geringerem Materialeinsatz
Neben den verwendeten Materialien gewährleistet der neue Faltenbalg die Schutzfunktion noch durch weitere Aspekte. Unter den Lamellen bietet der Faltenbalg eine durchgehende, geschlossene Materialfläche. Das sorgt über die gesamte Faltendecke für mehr Schutz sowie eine erhöhte Dichtigkeit gegenüber flüssigen Verschmutzungen. Die Lamellen selbst liegen fest am Faltenmaterial an. Damit bieten sie eine geschlossene Schutzschicht gegen starken Späneflug. Sind Lamellen doch einmal beschädigt, sind sie durch die Click-Konstruktion einfach und schnell einzeln austauschbar.
Vielfältiges Portfolio
Der Fastclick-Faltenbalg ergänzt ein umfassendes Angebot, das Hema in mehr als 45 Jahren mit vielen Eigenentwicklungen aufgebaut hat. Zu diesen gehören beispielsweise die Elastic-Faltenbälge mit Stützrahmen. Sie kommen vor allem für Hubtischanwendungen oder rundgenäht zum Schutz von Wellen, Säulen und Spindeln zum Einsatz. Auch die Faltenbälge der Samurai-Reihe stammen aus der Hema-Schmiede. Diese zeichnen sich durch die zusätzliche Lamellen-Schutzschicht aus. Damit eignen sie sich unter anderem fürs High-Speed-Cutting (HSC).
Infolge des neuartigen Konstruktionsprinzips ergeben sich neben den Vorteilen für Bauraum, Schutz und Handling weitere Nutzen für den Anwender. „Gegenüber am Markt befindlichen Standardprodukten benötigt Fastclick mit seinem deutlich erhöhten Auszug 25 Prozent weniger Lamellen“, erläutert Heberer. Darüber hinaus kann aufgrund der langen Abkantung der Lamellen auf zusätzliche Stützrahmen verzichtet werden. Unterm Strich ergibt sich damit ein reduzierter Materialbedarf, was den Faltenbalg leichter macht und Kosten sowie Energieverbrauch senkt.

Fastclick ist zudem eine nachhaltige Entwicklung. Durch den Click-Mechanismus ist an keiner Stelle der Einsatz von Klebstoffen notwendig. Der Verzicht auf PVC-Stützrahmen macht den Faltenbalg zur Duo-Material-Lösung. „Das System besteht lediglich aus PP und Metall, die beide zu 100 Prozent wiederverwertbar sind“, erklärt Heberer. Nach Ende der Nutzung können die Lamellen einfach aus dem Faltenmaterial herausgelöst und beide Materialien dem Recycling zugeführt werden. Inzwischen nutzen die ersten Kunden den zum Patent angemeldeten Faltenbalg zum Schutz ihrer Bearbeitungs maschinen.
Anwendungsspezifische Schutzabdeckungen
Mit seinen Konzepten liefert das Unternehmen jedoch erst mal nur Grundmodelle. „Keine Schutzabdeckung kommt von der Stange“, sagt Heberer. „Sie muss beispielsweise komplexen Geometrien in der Werkzeugmaschine folgen oder auf die jeweiligen Verfahrgeschwindigkeiten in Bearbeitungszentren angepasst werden.“













