Fachartikel: Global Player mit schwäbischem Tüftlergeist

Mapal ist ein familiengeführter Hersteller von Präzisionswerkzeugen in dritter Generation. Das Unternehmen versteht sich als Technologiepartner und unterstützt seine Kunden bei der Entwicklung von effizienten und ressourcenschonenden Fertigungsprozessen mit Standardwerkzeugen, individuellen Werkzeugkonzepten sowie der Optimierung von Werkzeugdetails.
Urreibahle - die erste Mapal Innovation: Mit dem Prinzip einer Reibahle mit in einem Schlitz geklemmten und feinfühlig einstellbaren Messer beginnt eine Serie bahnbrechender Entwicklungen auf dem Gebiet der Bohrungsbearbeitung.
Urreibahle – die erste Mapal Innovation: Mit dem Prinzip einer Reibahle mit in einem Schlitz geklemmten und feinfühlig einstellbaren Messer beginnt eine Serie bahnbrechender Entwicklungen auf dem Gebiet der Bohrungsbearbeitung.Bild: Mapal Fabrik für Präzisionswerkzeuge

Von Beginn an war die Firmengeschichte geprägt von Kontinuität und einem innovativen Geist, der vom schwäbischen Tüftlertum genauso gespeist wurde wie vom unternehmerischen Mut der Inhaberfamilie Kress. Firmengründer Dr. Georg Kress war ursprünglich Postbote, holte dann das Abitur nach, studierte Volkswirtschaftslehre und arbeitete als selbständiger Steuerberater. 1950 übernahm er im Alter von fast 50 Jahren ein notleidendes Unternehmen in Aalen, aus dem er die Firma Mapal Dr. Kress machte. Der Name steht für ‚Maschinen- und Präzisionswerkzeugfabrik Aalen‘ und zeugt davon, dass in den Anfangsjahren auch Holzbearbeitungsmaschinen im Produktprogramm standen. Von 1953 an konzentrierte sich Georg Kress auf Gewindebohrer, -schneideisen und -walzrollen – das markierte den Start des heutigen Werkzeugprogramms.

Weltweit führender Technologiepartner mit stabilem Fundament in Deutschland: Dr. Jochen Kress, links neben Dr. Dieter Kress, leitet Mapal als Geschäftsführender Gesellschafter 
in dritter Generation.
Weltweit führender Technologiepartner mit stabilem Fundament in Deutschland: Dr. Jochen Kress, links neben Dr. Dieter Kress, leitet Mapal als Geschäftsführender Gesellschafter in dritter Generation.Bild: Mapal Fabrik für Präzisionswerkzeuge

Mit der Reibahle fing alles an

1954 erwarb er das Patent eines italienischen Erfinders über eine Einmesser-Reibahle. Das Prinzip dieser Ahle mit einem in einem Schlitz geklemmten und nachstellbaren Messer funktionierte nicht auf Anhieb. Kress setzte auf Entwicklung und Forschung zur Problemlösung – und den süddeutschen Tüftlern gelang die erfolgreiche Umsetzung: Führungsleisten für die Reibahle wurden zur ersten eigenen Erfindung des Unternehmens. Damit begann eine Serie bahnbrechender Entwicklungen auf dem Gebiet der Bohrungsfeinbearbeitung, die sich zum Aushängeschild von Mapal entwickelte.

1969 trat Dr. Dieter Kress, Sohn des Unternehmensgründers, in die Firma ein. Er entwickelte aus dem Standardprodukt Reibahle leistungsfähige Sonderwerkzeuge, die speziell auf die Anforderungen beim Kunden abgestimmt waren. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Betrieb zu einem der weltweit führenden Anbieter von Präzisionswerkzeugen. In den 1970er Jahren spezialisierte sich der Betrieb auf die Fertigung von Werkzeugen mit Wendeplatte zur Feinbearbeitung von Bohrungen. Forschung und Entwicklung wurden optimal strukturiert sowie intensiv vorangetrieben. Stete und schnelle Innovationen sind seither kennzeichnend für den heutigen Global Player. In den 1980er Jahren baute der Hersteller sein Fertigungsprogramm drastisch aus. Auf breiter Ebene erschloss das Unternehmen jetzt das Gebiet der Automobilindustrie und organisierte den Vertrieb neu.

Die Hydrodehnspannfutter Uniq 
überzeugen mit innovativem Design 
und attraktivem Mehrwert für den Anwender.
Die Hydrodehnspannfutter Uniq überzeugen mit innovativem Design und attraktivem Mehrwert für den Anwender. Bild: Mapal Fabrik für Präzisionswerkzeuge

Expansion im In- und Ausland

In dieser Zeit begann auch die internationale Aufstellung. Die erste Tochterfirma entstand 1977 in den USA. Seit 1997 ist der Werkzeugspezialist mit einem eigenen Unternehmen in Brasilien vertreten. Ein Standort in Indien bildete 1999 den Anfang des Engagements in Asien. Heute gibt es Niederlassungen mit Produktion, Vertrieb und Service in 25 Ländern. Mittlerweile sind weltweit mehr als 5.000 Mitarbeiter beschäftigt, davon über 450 technische Berater im Außendienst.

Dabei setzt das Unternehmen auf den Standort Deutschland. Zukäufe bauten die Kompetenz durch neue Technologien aus. Mit der Übernahme des Kompetenzzentrums in Pforzheim erweiterte Mapal sein Portfolio um PKD-Werkzeuge, unter anderem für die Großserienfertigung von Aluminiumbauteilen. Weitere Kompetenzzentren mit klarer Spezialisierung erweiterten das Produktprogramm um Aussteuer- und ISO-Werkzeuge, Spannzeuge und Mehrschneidenreibahlen. In den 2000er Jahren wurde das Produktprogramm konsequent vervollständigt. Mit wirtschaftlichen, prozesssicheren und maßgeschneiderten Werkzeuglösungen erschloss Mapal neue Märkte und wuchs auch in anspruchsvollen Branchen wie der Luftfahrtindustrie.

Die Innovationskraft hält an

Mit Dr. Jochen Kress trat 2008 die dritte Generation in die Geschäftsleitung des Familienunternehmens ein. Zehn Jahre später übernahm er von seinem Vater Dr. Dieter Kress die Verantwortung für die Mapal Gruppe als Geschäftsführender Gesellschafter. Dank großer Innovationskraft und konsequenter Investition werden weiterhin zukunftsweisende Themen schnell umgesetzt. 2012 nimmt Mapal eine eigene CVD-Beschichtungsanlage in Betrieb und ist damit deutlich agiler bei der Entwicklung von CVD-Beschichtungen. Als erster Präzisionswerkzeughersteller bringen die Aalener 2013 ein mittels selektiven Laserschmelzens additiv gefertigtes Serienwerkzeug auf den Markt. Auch der Digitalisierung und dem Thema Industrie 4.0 wird mit der Gründung der Firma c-Com konsequent Rechnung getragen. Die offene cloud-basierte Plattform c-Com zum kollaborativen Datenmanagement bietet digitale Dienstleistungen rund um die Zerspanung.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Wittenstein SE
Bild: Wittenstein SE
Digitale Services im IIoT

Digitale Services im IIoT

Ausfallrisiken antizipieren, Wartungsbedarf erkennen, Verfügbarkeit vorhersagen, Ausschuss vermeiden, bevor er entsteht: Intelligente Getriebe beispielsweise von Wittenstein sind in Verbindung mit smarten Services in der Lage, dies und vieles mehr zu leisten. Im Industrial Internet of Things (IIoT)-Ökosystem bieten sich Umsetzungskonzepte etwa über ein Edge-Device oder die SPS an.

Bild: Schunk GmbH & Co. KG
Bild: Schunk GmbH & Co. KG
Roboterbearbeitung: Expertenrunde im Oktober 2022

Roboterbearbeitung: Expertenrunde im Oktober 2022

Die Schunk Expert Days leben wieder auf. Vom 26. bis 27. Oktober 2022 lädt der Automatisierungsspezialist erneut zu einer internationalen Expertenplattform nach Brackenheim-Hausen ein.. Im Fokus steht künftig die automatisierte Oberflächenbearbeitung. Mit Robotik und modernen Werkzeugen lassen sich viele Bearbeitungsschritte automatisieren und schneller, besser sowie kostengünstiger durchführen als bisher.

Bild: Audi AG
Bild: Audi AG
Großauftrag für 1.300 Roboter

Großauftrag für 1.300 Roboter

Fanuc sichert sich erneut einen Großauftrag des Volkswagen Konzerns. Der Automatisierungsspezialist und Industrieroboterhersteller wird 2022 und 2023 insgesamt rund 1.300 Roboter an vier Werke des Konzerns liefern, um dort die Fertigung zu unterstützen. Der Großteil dieser Roboter soll künftig im slowakischen Bratislava genutzt werden.

Bild: MicroStep Europa GmbH
Bild: MicroStep Europa GmbH
Autonome Digital-Infrastruktur

Autonome Digital-Infrastruktur

Mithilfe der Open-Source-Vernetzungslösung IndustryFusion können Fertigungsbetreiber ihre Produktion und Maschinen- sowie Anlagenbauer ihre Produkte auf ein neues Effizienzlevel heben. Auf der Messe Euroblech 2022 vom 25. bis zum 28. Oktober in Hannover demonstriert die Foundation in Kooperation mit Intel und Suse, wie IndustryFusion die großen Potentiale der Industrie 4.0 für möglichst viele Anwender nutzbar machen kann.

Bild: TeDo Verlag GmbH
Bild: TeDo Verlag GmbH
Fachmesse AMB 2022 mit ausgezeichnetem Ergebnis (inkl. dima-Videos)

Fachmesse AMB 2022 mit ausgezeichnetem Ergebnis (inkl. dima-Videos)

Restart geglückt: Die 20. Ausgabe der AMB – Internationale Ausstellung für Metallbearbeitung – brachte eine ausgezeichnete Stimmung in die Stuttgarter Messehallen und die Branche. Auch das dima Team war ‚vor Ort‘ und zeigte sich begeistert: Zwei Videos bei Youtube (Stichwort: dima – digitale maschinelle Fertigung) präsentieren einen Ausschnitt aus zahlreichen Highlights.

Bild: TeDo Verlag GmbH
Bild: TeDo Verlag GmbH
dima-Interview: Diversity beim Global Player

dima-Interview: Diversity beim Global Player

Der Hersteller Walter mit Sitz in Tübingen gehört zu den ganz Großen in Sachen Präzisionswerkzeuge. Bei einem weltweit tätigen Anbieter, aber auch bei Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) spielen neben den technischen und monetären Aspekten insbesondere die personellen Ressourcen sowie deren bestmöglicher Einsatz eine entscheidende Rolle. Im exklusiven dima-Interview stellt sich Anette Skau Fischer, Vice President Global Human Resources, unseren fünf Fragen zum Thema Diversity.

Bild: By Richdsu - Own work
Bild: By Richdsu - Own work
Mit gratis Tools und Apps rasch zur Lösung

Mit gratis Tools und Apps rasch zur Lösung

Die Digitalisierung und der Lean-Management-Ansatz gelten in vielen Betrieben als willkommene ‚Schlankmacher‘. Wie der digitale Fortschritt die Prozesse in der Planung und Konstruktion vereinfacht, zeigen vor allem vom Nutzer aus gedachte Lösungen. Konfigurations- und Berechnungsprogramme sowie zwei Fälle aus der Praxis des Herstellers von Maschinenelementen ACE Stoßdämpfer dienen als Beispiel.

Geschäftsführer Justus Perschmann - Bild: Hch. Perschmann GmbH/Jörg Schebe
Geschäftsführer Justus Perschmann - Bild: Hch. Perschmann GmbH/Jörg Schebe
Allianz Maschinenraum begrüßt prominente Unternehmensgruppe

Allianz Maschinenraum begrüßt prominente Unternehmensgruppe

Die Perschmann Gruppe wird Teil des ‚Maschinenraums‘ (www.maschinenraum.io/impact). Diese Allianz aus rund 60 Mittelständlern sowie Hochschulpartnern und anderen Innovatoren arbeitet gemeinsam an der digitalen Transformation des deutschen Mittelstands. Als strategischer Partner der Hoffmann Group – Europas Marktführer für Qualitätswerkzeuge – ist Perschmann einerseits Werkzeugspezialist und andererseits in Deutschland führend im Segment der Mess- und Prüfmittel-Kalibrierung.