Leichtbaukompetenz und mehr im Fokus

Kerngeschäft des Anbieters sind Präzisionswerkzeuge für die Zerspanungsbearbeitung zum Drehen, Stechen, Bohren, Fräsen, Gewinden, Werkzeugaufnahmen sowie individuelle Sonderwerkzeuge und Technologielösungen. Dienstleistungen wie Werkzeugmanagement / Werkzeugausgabeautomaten, Fertigungsprozessplanung, Reconditioning und Recycling sowie technische Schulungen für Kunden ergänzen das Portfolio. Zudem bieten die Baden-Württemberger verschiedene digitale Lösungen an. „Der Gewinn von Marktanteilen in Amerika und Deutschland steht für uns derzeit mit im Fokus“, berichtete der Vorstandsvorsitzende Christoph Geigges. „Das bedeutet Wachstum in unseren Schlüsselregionen, etwa durch den Zukauf des US-Unternehmens PDQ Workholding.“ Der Betrieb bietet Spannvorrichtungen und Werkzeuge für verschiedene Branchen an. Die Produktionsstandorte befinden sich in Columbia City (Indiana) sowie Slinger (Wisconsin). Die 2010 gegründete Firma beschäftigt 107 Mitarbeiter und gehört nun der Walter Gruppe an.

Vorstandsvorsitzender Christoph Geigges: „Wir wollen im Segment Leichtbau-Bearbeitung verstärkt wahrgenommen werden – unter anderem auch mit Fokus auf den deutschen Markt.“
Vorstandsvorsitzender Christoph Geigges: „Wir wollen im Segment Leichtbau-Bearbeitung verstärkt wahrgenommen werden – unter anderem auch mit Fokus auf den deutschen Markt.“Bild: TeDo Verlag GmbH

„Zudem wollen wir auch im Bereich Leichtbau-Bearbeitung wachsen“, gibt Geigges weitere Einblicke in künftige Entwicklungen. Leichtbau-Werkstoffe sorgen für Gewichts-/Kraftstoffeinsparungen und kommen zunehmend in der Automobilindustrie zum Einsatz, insbesondere auch im Bereich der E-Mobilität. „Das geschätzte Aluminium-Wachstum in Personenkraftwagen liegt bei 40 Prozent. Infolgedessen rechnen wir auch mit einem Anstieg der Nachfrage nach PKD-Werkzeugen“, begründet Geigges. Bereits seit 2022 ist die Frezite Group Teil der Walter Gruppe. 2023 folgte die Gründung einer Lightweight Business Unit.

Walter behält zudem das Thema Nachhaltigkeit fest im Blick. Ziel bis zum Jahr 2030 ist beispielsweise, eine Zirkularität von über 90 Prozent zu erreichen. Über einen neuen Online-Service kauft Walter darüber hinaus gebrauchte Werkzeuge auf einfache Weise zurück. Auch neue Produktverpackungen plus aktuelle Photovoltaik-Anlagen unterstützen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit.

Neue Kompetenzmarke im Lightweight-Segment

Die Bearbeitung von Leichtbau-Werkstoffen wie Aluminium und Al-Legierungen erfordert hochmoderne Werkzeuge und spezialisiertes Knowhow. Beim Presse-Event in Tübingen gaben die Walter-Experten Roland Hanischdörfer, Field Business Developer PKD, und Component Manager Stefan Benkóczy aufschlussreiche Einblicke in die Welt der Leichtmetallbearbeitung und zeigten interessante Innovationen. In ihren Vorträgen illustrierten die Experten nicht nur die Herausforderungen in diesem Bereich, sondern präsentierten auch beispielhafte Lösungen sowie die bedeutende Rolle einer ganzheitlichen Prozessgestaltung.

Am Beispiel Schwenklager zeigte Hanischdörfer, dass ein hochwertiges Werkzeug allein nicht reicht, um optimale Resultate zu erzielen. Insbesondere bei PKD, wo individuelle Sonderwerkzeuge dominieren, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Kunde, Engineering und Produktion gefordert, um am Ende das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Mit der neuen Kompetenzmarke Walter FMT will sich der Anbieter als zuverlässiger, kompetenter Partner im Leichtbauumfeld positionieren und seinen Kunden ein vollumfängliches Leistungsspektrum bieten: von spezifischen, technischen Lösungen über umfassende Expertise bei der Entwicklung bis hin zur Unterstützung bei der Prozessgestaltung.

Wegweisende Zerspanungslösungen für Leichtmetall: Walter FMT ist die neue Kompetenzmarke im Lightweight-Segment.
Wegweisende Zerspanungslösungen für Leichtmetall: Walter FMT ist die neue Kompetenzmarke im Lightweight-Segment.Bild: TeDo Verlag GmbH

Neben einem breiten Portfolio an Standardwerkzeugen zur Leichtmetall-Bearbeitung (zumeist Aluminium) erweitert das Unternehmen mit Walter FMT nun sein Angebot an PKD-Werkzeugen für das Leichtbausegment. Roland Hanischdörfer beleuchtete in seinem Vortrag die spezifischen Herausforderungen der Bearbeitung von Leichtmetall-Werkstoffen und präsentierte innovative Lösungen am Praxisbeispiel. Dabei verdeutlichte er die vielfältigen Synergien, die aus dem Zukauf des Herstellers FMT (Frezite Metal Tooling) und der bestehenden Walter PKD-Kompetenz für den Kunden entstehen. Ein wichtiger Fokus liegt dabei auf der Bearbeitung von abrasiven AlSi-Legierungen in der Automobilindustrie.

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