
„Mithilfe der neuen Streckensteuerung TNC7 go entwickeln wir unsere konventionellen analogen Fräsmaschinen zu digitalen Maschinen weiter“, erklärt Lukas Arheidt, Projektmanager im technischen Vertrieb bei Kunzmann. Dieser Wandel bringt neben einer schnelleren Steuerung und mehr Dynamik in der Z-Achse eine Reihe weiterer Verbesserungen mit sich: digitale ersetzen die bisherigen analogen Antriebssysteme, die neue Steuerung arbeitet vollständig digital und erstmals ist der von Kunzmann entwickelte Überlastungsschutz AFR (Automatic Feed Reduction) auch an diesen Maschinenvarianten standardmäßig integriert.
Serienmäßiger Überlastungsschutz
Ebenfalls neu ist, dass die Modelle über einen 16″-Touchscreen bedient und sowohl Steuerung als auch Antriebe von einem einzigen Lieferanten – Heidenhain – bereitgestellt werden.
Steuerung und Z-Achse mit mehr Leistung
Die neue Steuerung bringt mehr Performance mit sich: Die Satzverarbeitungszeit wurde von sechs auf 1,5 Millisekunden reduziert. Das führt zu deutlich schnelleren Programmabläufen und einer flüssigeren Bedienung. Gleichzeitig wuchs der verfügbare Programmspeicher von zwei auf 7,7 Gigabyte bei einem Gesamtspeicher von 30 Gigabyte. Die Dynamik der Z-Achse legt zu: Vorschub und Eilgang steigen von vier auf fünf Meter pro Minute. Besonders praktisch ist die standardmäßige Funktionsintegration des einfachen Gewindeschneidens ohne Ausgleichsfutter – bei den Vorgängermodellen eine kostenpflichtige Zusatzoption.

„Wichtig ist für uns, dass jetzt auch ausgewählte Bearbeitungszyklen im manuellen Betrieb eingesetzt werden können“, betont Arheidt. „Bediener ohne Programmierkenntnisse können dadurch gewisse Arbeitsschritte automatisiert ablaufen lassen.“ Auch der von Kunzmann entwickelte Zyklus zum Fräsen von annähernden Radien bzw. Eckenverrundungen ist verfügbar: Hierbei wird der Radius durch eine stufenförmige Linearbewegung angenähert.
Komfortable Bedienung
Ein wesentlicher Fortschritt zeigt sich in der Bedienfreundlichkeit. Der Wechsel von der klassischen TNC 128-Tastatur zur smarten individualisierbaren Touch-Bedienung der TNC7 go macht die Steuerung deutlich intuitiver. Der Bildschirm wurde von 12,1 auf 16 Zoll vergrößert und ein frei wählbarer Hell-Dunkel-Modus passt sich den Bedürfnissen des Bedieners an. Die verbesserte Steuerungsvisualisierung sowie grafische Hilfen erlauben es, Programmier- und Einarbeitungszeiten zu verkürzen.
Ab der EMO erhältlich
Sowohl die neue WF 410 M als auch ihre größere Schwester WF 610 M basieren auf den bewährten Vorgängermodellen. Während bei der kleineren Ausführung der Arbeitsbereich (X/Y/Z) mit 410 x 350 x 450mm dimensioniert ist, bietet das größere Modell 610 x 400 x 450mm. Beide Universal-Fräs- und Bohrmaschinen können ab der EMO bestellt werden, während Maschinen mit den bisherigen Steuerungen vorerst weiterhin verfügbar bleiben.
Die neuen Maschinen richten sich primär an Einzelteil- und Kleinserienfertiger sowie Ausbildungsbetriebe. Hier ist der Überlastschutz besonders wichtig, da er ohne Lernschnitt arbeitet und sich somit ideal für Prototypen und Rohteile mit schwankenden Aufmaßen eignet. Das System überwacht kontinuierlich das Antriebsmoment und verlangsamt bei erkannter Überlastung automatisch den Vorschub um einen voreingestellten Prozentwert. Damit werden Werkzeug, Maschine und Werkstück vor Schäden geschützt.
Mehr Sicherheit
Auf Kundenwunsch bietet Kunzmann die WF 410 M und die WF 610 M optional mit einer Späne-Spritzschutzkabine an. Damit sich automatische Programme und Zyklen nutzen lassen, ist diese aus Sicherheitsgründen fest zu installieren und die Kabinentüren müssen geschlossen sein.

Die Maschinen sind weiterhin auch ohne diese Zusatzausstattung erhältlich. Die bewährten stabilen, gehärteten sowie geschliffenen Flachführungen in allen Achsen gehören unverändert zum Standard.
Für Ausbildungsbetriebe bietet die TNC7 go-Steuerung eine besondere Flexibilität: Sie kann in drei verschieden Betriebsarten Verwendung finden. Zum einen ist sie als reine Drei-Achs-Digitalanzeige für den Handbetrieb – ähnlich der ‚Positip‘ von Heidenhain – nutzbar. In diesem Modus ist die gesamte Bedienung manuell; Programme und Zyklen stehen nicht zur Verfügung. „Das ist vor allem wichtig, damit Auszubildende das manuelle Fräsen lernen“, erläutert Lukas Arheidt.

















