Anspruchsvolle mechanische Bearbeitung komplexer Gussteile

Kieler Maschinenwerke Geschaeftsfuehrer Peter Nortmann li. und Betriebsleiter Stephan Dencker re

„Die Kieler Maschinenwerke beweisen mit den ersten gefertigten Komponenten, dass in Kiel Industrieproduktion auf höchstem Niveau möglich ist. Das ist erst der Anfang“, sagt Peter Nortmann, Geschäftsführer der Kieler Maschinenwerke (Bild). Die Zusammenarbeit mit internationalen Kunden ist auf langfristiges Wachstum ausgelegt. In den kommenden Jahren soll das bereits signifikante Auftragsvolumen am Standort Kiel weiter deutlich ausgebaut werden.

XXL-Teile aus Norddeutschland

Nur wenige Unternehmen in Deutschland sind in der Lage, schwere Präzisionsteile für Großmotoren zu fertigen. Am Standort Kiel-Friedrichsort entstehen zentrale Großkomponenten wie Zylinderkurbelgehäuse, Zylinderköpfe, Pleuelstangen und Schwungräder. Die Bauteile werden anschließend beim Kunden in Kiel zu kompletten Gasmotoren montiert. Ein Zylinderkurbelgehäuse wiegt rund 38 Tonnen, ein vollständig montierter Motor erreicht ein Gesamtgewicht von bis zu 164 Tonnen.

Für die präzise Bearbeitung und Fertigung solcher komplexen Bauteile kommen bei den Kieler Maschinenwerken hochspezialisierte Anlagen zum Einsatz, darunter die großformatige Portalfräsmaschine Waldrich Coburg. Die Anlagen befähigen zur Bearbeitung von Gussteilen mit einem Gewicht von bis zu 100 Tonnen. In Vorbereitung auf die Serienfertigung hat das Unternehmen gezielt in den Maschinenpark investiert und neue Fertigungskapazitäten aufgebaut.

Investitionen immer im Blick

Die Gasmotoren zählen zu den leistungsstärksten Aggregaten für die industrielle Stromerzeugung. Sie kommen künftig vor allem in Rechenzentren in den USA zum Einsatz. Rechenzentren setzen zunehmend auf leistungsstarke Gasmotoren, um eine stabile und unabhängige Energieversorgung sicherzustellen. Der steigende Energiebedarf KI-basierter Anwendungen treibt die Nachfrage nach solchen Systemen weltweit voran.

Die neuen Aufträge stärken den Industriestandort Kiel und schaffen zusätzliche Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Die Kieler Maschinenwerke planen weitere Investitionen in Maschinenpark, Produktionsprozesse und die Qualifikation der Mitarbeitenden, um den Standort langfristig zu stärken. Friedrichsort zählt seit Jahrzehnten zu den traditionsreichen Industrie- und Motorenstandorten in Norddeutschland.