Fachartikel: Kraftvoll und präzise in ein breites Werkstückspektrum

Für ein umfangreiches Werkstückspektrum begab sich MW-CAMtechnik in Iggingen auf die Suche nach einer Kombination aus Kraft und Drehzahl, Temperaturstabilität sowie Dynamik und Steifigkeit bei entsprechend hoher Präzision. Eine Fräsmaschine von OPS-Ingersoll erfüllt alle diese Anforderungen - und überrascht mit zahlreichen weiteren positiven Begleiterscheinungen.
Aktuell bietet OPS-Ingersoll auch eine HSK E 50-Spindel mit 21Nm und 36.000U/min an - aufgrund der Leistungsdaten eine optimale Kombination für das Fräsen von Kupfer- und Grafitelektroden sowie Stahl.
Aktuell bietet OPS-Ingersoll auch eine HSK E 50-Spindel mit 21Nm und 36.000U/min an – aufgrund der Leistungsdaten eine optimale Kombination für das Fräsen von Kupfer- und Grafitelektroden sowie Stahl.Bild: OPS-Ingersoll Funkenerosion GmbH

Der Inhaber des Unternehmens MW-CAMtechnik Marcus Warga gilt als Spezialist bei der Programmierung von komplexen Präzisionsteilen mit gezielten CNC-Strategien in Autodesk PowerMill. In diesem Bereich verfügt er über jahrzehntelange Erfahrung und einen entsprechenden Kundenstamm. 2019 kamen dann immer häufiger die Anfragen, ob es nicht möglich sei, neben den NC-Codes und aktuellen PowerMill-Projekten auch Fräsarbeiten zu übernehmen. So entstand bei ihm die Idee, die Dienstleistung Programmieren um den Geschäftsbereich Fräsen zu erweitern.

Universell und präzise

Für dieses Vorhaben suchte Warga eine Fräsmaschine, mit der er einerseits die Hochpräzisionsbearbeitung abdeckt. Andererseits sollte es eine universelle Maschine sein, um damit ein breites Werkstückspektrum zu bearbeiten. Den nahezu perfekten Mix aus Drehzahl und Kraft sowie Präzision mit entsprechenden Verfahrwegen fand er in der Fräsmaschine High-Speed Eagle V9 von OPS-Ingersoll.

Die Maschine erfüllte also schon mal alle Anforderungen hinsichtlich Präzision und Universalität. Für Marcus Warga waren es allerdings weitere Aspekte, die ihn zu dieser Entscheidung bewegten: „Solch eine Investition in der zurzeit angespannten wirtschaftlichen Situation ist ja zunächst mutig. OPS-Ingersoll hat mich hier aber wirklich sehr partnerschaftlich unterstützt. Dazu zählt für mich unter anderem, dass man sich bereit erklärt hat, mir eine Maschine nach meinen Vorstellungen, mit z.B. Kühlmittel- und Grafit-Abscheidanlage, eine IKZ mit 80bar sowie einer entsprechenden Spindel zu bauen. Diese Spindel war für mich deshalb so wichtig, weil ich so mit Fräser-Durchmesser kleiner 1mm mit hohen Drehzahlen vernünftig fräsen kann und gleichzeitig für Stahl oder auch das Bohren bis 8mm entsprechende Kraft habe.“

Universelle Bearbeitung und Genauigkeit sind bei der High-Speed Eagle V9 kein Widerspruch.
Universelle Bearbeitung und Genauigkeit sind bei der High-Speed Eagle V9 kein Widerspruch.Bild: OPS-Ingersoll Funkenerosion GmbH

Es handelt sich um eine Maschine mit Komplettausstattung, die bei der neuen Spindel beginnt. Aktuell setzt OPS-Ingersoll hier auf eine HSK E 50-Spindel mit 21Nm Drehmoment und 36.000U/min von StepTec. Eine Spindel, die aufgrund der Leistungsdaten eine optimale Kombination für das Fräsen von Buntmetallen, Kupfer- und Grafitelektroden sowie Stahl bietet.

Den Bereich der kleinen Fräser mit hohen Drehzahlen lässt sich damit also ebenso abbilden wie die wirtschaftliche Bearbeitung größerer Werkstücke. Zusätzlich ist die Maschine in Iggingen mit Wasserkühlung, einer IKZ bis 80bar sowie einer Abscheideinrichtung für Grafit ausgerüstet. Nun wird Grafit für gewöhnlich trocken gefräst. Mit der IKZ und der Abscheideinrichtung bietet sich allerdings die Möglichkeit, Grafit auch nass zu bearbeiten.

Unabhängig davon hat Warga schon allein das Maschinenkonzept in Gantry-Bauweise mit dem thermosymmetrischen Aufbau überzeugt. Die Auslegung der Anlage in Kombination mit einer ‚getunten‘ Steuerungsvariante der Heidenhain TNC640-Steuerung führt zu hohen Oberflächengüten bei gleichzeitig langen Werkzeugstandzeiten. Formeinsätze inklusive Kühlmittelbohrungen lassen sich komplett – auch im gehärteten Zustand – bearbeiten und selbst Kupferelektroden, bei denen Kunden hochwertige, spiegelartige Oberflächen erwarten, sind kein Problem.

Lange Verfahrwege

Nun sind es in Iggingen nicht allein die unterschiedlichen Werkstoffe, Kraft und Drehzahl, die zählen. Für das gewünschte breite Werkstückspektrum werden neben der Präzision auch große Verfahrwege benötigt – und auch hier kann die Eagle V9 punkten. Jörg Müller, Gebietsverkaufsleitung OPS-Ingersoll, sieht im Konzept des Werkzeugmaschinenanbieters einige Vorteile: „Wenn die thermischen Bedingungen stimmen, sind wir mit der Eagle V9 problemlos in der Lage, bei dreiachsiger Bearbeitung über den gesamten Verfahrbereich eine Präzision von 10µm, gemessen am Bauteil, zu erreichen.“

Jörg Müller und Marcus Warga (r.):
Jörg Müller und Marcus Warga (r.): „Die Maschine komplett auszustatten macht Sinn, denn ob Wasserkühlung, IKZ bis 80bar oder Abscheideinrichtung für Grafit – es lässt sich einfach noch universeller agieren.“Bild: OPS-Ingersoll Funkenerosion GmbH

Die Eagle V9 spielt zudem durch die Anordnung der Dreh-/Schwenkachse in Y-Richtung ihre Stärke aus und bietet mit einer maximalen Bauteilgröße bis zu 600mm Durchmesser und einer maximalen Bauteilhöhe von 550mm einzigartige Dimensionen bei gleichzeitig geringerem Platzbedarf. Wird die Anlage mit einem UPC-Spannfutter ausgelegt, gewinnt der Anwender darüber hinaus ein deutliches Mehr an Flexibilität hinsichtlich Aufspannung der zu fertigenden Bauteile. So bietet sich die Möglichkeit, alle gängigen Paletten bis hin zu ITS 50-Haltern darauf zu fixieren. Mit einem T-Nutentisch ist es weiterhin möglich, eine 3-achsige Bearbeitung langer Bauteile über den gesamten Verfahrweg der X-Achse von 800mm Länge durchzuführen.

Seit Anfang 2020 fertigt MW-CAMtechnik mit der Eagle V9 Kupfer- und Grafitelektroden sowie Formeinsätze für den Werkzeug- und Formenbau, die Medizintechnik oder auch die Pharmaindustrie. Zuverlässigkeit, Flexibilität und Präzision stimmen, das macht die ständig steigende Nachfrage deutlich. Und so werden mit OPS-Ingersoll bereits Gespräche über eine eventuelle Automation geführt – denn ob als Zelle oder Linienautomation, die Maschine ist für alles bereits vorbereitet.

Arbeitsraum voll nutzen

Durch die mittige Anordnung und die tiefe Lage der Schwenkachse wird bei der Eagle V9 der vorhandene Arbeitsraum bestmöglich genutzt. Der Schwenkwinkel von bis zu -140°/+60° gestattet optimale Bearbeitungsbedingungen von allen Seiten.

www.ops-ingersoll.dewww.mw-camtechnik.de

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