Produktionsprognose 2024

MAS Produktionsprognose
Bild: Statistisches Bundesamt / VDMA

„Die bis zum Sommer gute Produktion sorgt zwar dafür, dass wir unsere Schätzung für 2023 anheben. Wir rechnen nur noch mit einem Produktionsrückgang von real 1 Prozent. Anders als vor einem Jahr kann der sinkende Auftragsbestand die Produktion aber immer weniger stützen. Daher passen wir die Prognose für 2024 nach unten an: von bisher minus 2 auf nun minus 4 Prozent“, erläutert Haeusgen.

Auftragspolster sinken

Denn Auftragseingänge im Maschinen- und Anlagenbau bleiben seit Jahresbeginn Monat für Monat hinter dem Vorjahr zurück – in Summe um real 13 Prozent in den ersten zehn Monaten 2023. Damit sinken auch die Auftragspolster. Laut einer aktuellen VDMA-Umfrage (Ende Oktober) lag die Auftragsreichweite in 60 Prozent der Unternehmen bereits unter ihrem jeweiligen langjährigen Durchschnitt. „Eine echte Trendwende ist trotz erster zaghafter Signale einer Bodenbildung vorerst nicht in Sicht“, so der VDMA-Präsident.

VDMA-Präsident Karl Haeusgen auf der Jahrespressekonferenz am 12. Dezember 2023 in Frankfurt am Main.
VDMA-Präsident Karl Haeusgen auf der Jahrespressekonferenz am 12. Dezember 2023 in Frankfurt am Main. – Bild: TeDo Verlag GmbH

Denn auch in den USA könnte die Investitionstätigkeit konjunkturell bedingt nachlassen, während sie in China wohl schwach bleiben wird. „Ländern wie Indien oder auch Mexiko trauen wir zwar ein weiteres Wachstum zu – doch sind diese Märkte für sich genommen nicht groß genug, um Rückgänge auf anderen Märkten kompensieren zu können“, begründet Haeusgen.

Erwartungen im Inland bleiben schwach

Auch in Deutschland wird die Investitionstätigkeit vorerst wohl schwach bleiben. Nach Ergebnissen einer exklusiven Befragung des IW für den VDMA haben sich die Wirtschaftsperspektiven im Inland erneut eingetrübt und liegen wieder auf dem niedrigen Niveau vom Herbst 2022. Auch die Investitionserwartungen für 2024 haben sich deutlich verschlechtert. Hier ist der Anteil der Pessimisten aktuell um 9 Prozentpunkte höher als derjenige der Optimisten. „Dabei gibt es durchaus Investitionsanreize. Laut Befragung des IW rechnet sich die gesamte Wirtschaft Chancen aus bei den Trends Digitalisierung/Automatisierung, Aufbau resilienter Lieferketten und der Dekarbonisierung. Aber wir gehen nicht davon aus, dass diese expansiven Effekte, die auch auf den Maschinenbau ausstrahlen sollten, bereits im kommenden Jahr alle belastenden Faktoren kompensieren können“, sagt Haeusgen.

Industriefreundliche Standortpolitik notwendig

Als besonders erfreulich wertet der Verband, dass sich die Beschäftigung in den Betrieben im Inland 2023 nochmals leicht auf knapp 1,03 Millionen Menschen in den Stammbelegschaften erhöht hat. Als entscheidenden Faktor, um Investitionen nun wieder anzukurbeln, bezeichnete der VDMA-Präsident eine industriefreundliche, langfristig verlässliche Standortpolitik in der EU und in Deutschland. „Eine Politik jedoch, die alles regulieren und finanzieren will, läuft gegen die Wand. Es ist allerhöchste Zeit dafür, der sozialen Marktwirtschaft wieder mehr zu vertrauen, Regulierung und Bürokratie zurückzudrängen, den Unternehmen wieder mehr Freiräume für ihre Innovationen und auch den einzelnen Bürgern wieder mehr Freiheit und Verantwortung zu geben“, fordert der VDMA-Präsident.

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