Und mit Blick auf die aktuelle Haushaltsdebatte ergänzt er: „Grundsätzlich sollte nun alles das forciert werden, was Kräfte freisetzt, ohne zusätzliche Belastungen für den Haushalt auszulösen. Darunter fallen die Maßnahmen zum Bürokratieabbau oder auch der dringend notwendige Abschluss von Freihandelsabkommen, zum Beispiel mit den Mercosur-Staaten.“ Zudem sollte alles unterlassen werden, was zusätzliche Investitionen und Innovationen unwahrscheinlicher macht oder bestehende sogar einschränkt. „Hierunter zähle ich die Blockade des Wachstumschancengesetzes mit der Erweiterung der Forschungszulage, der Wiedereinführung der degressiven Abschreibung und der Ausweitung der steuerlichen Verlustverrechnung“, sagt Haeusgen.

Binnenmarkt reformieren

Auch die Europäische Union drohe im globalen Handel immer mehr ins Hintertreffen zu geraten. „Wir erleben, dass andere Länder immer seltener mit Europa ein Freihandelsabkommen schließen wollen, obwohl hier ein großer, attraktiver Markt winkt“, analysiert Haeusgen. Die EU müsse sich endlich von der Vorstellung verabschieden, diese Abkommen mit sozialen und Umweltbelangen zu überfrachten. „Andere Länder werden sich von uns nicht vorschreiben lassen, wie sie zu wirtschaften haben“, betont der VDMAPräsident. Wirtschaftlicher Erfolg lasse sich in Europa angesichts der Unwägbarkeiten im internationalen Handel aber nur erreichen, wenn zudem endlich der Binnenmarkt gestärkt, ausgebaut und reformiert werde. „Insbesondere die Bürokratie und teilweise absurden Anforderung bei der Entsendung von Mitarbeitern in Europa sind das beste Beispiel dafür, dass nicht mehr der Binnenmarkt, sondern fehlgeleitet nationale Schutzinteressen politisch die Oberhand gewonnen haben. Das muss sich ändern. Wer Resilienz will, muss die Hindernisse im Binnenmarkt aktiv beseitigen“, fordert Haeusgen.

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