
Für die Herstellung der Pumpen werden Halbzeuge in verschiedenen Güten mit Durchmessern bis 540mm von Stangen und Rohren zugeschnitten. Anschließend gelangen die Sägezuschnitte zu den Fertigungsprozessen Drehen und Fräsen. Das alte Sägezentrum bei Netzsch bestand aus zwei Stand-alone-Bandsägeautomaten von Behringer und vielen einzelnen Kragarmlagern, die eine komplette Produktionshalle einnahmen. Zum Abladen der Rohware vom Lkw, beim Einlagern der Stäbe ins manuelle Langgutlager sowie beim Beschicken der Säge kam der Hallenkran zur Anwendung. Zudem waren die Materialien nicht katalogisiert. „Der manuelle Personalaufwand war enorm“, beschreibt Markus Hanslmaier, Projektmanager für die Produktionsplanung, die Ausgangssituation. „Unsere Mitarbeiter investierten viel Zeit, um das erforderliche Material im Regal zu suchen, in die Säge zu befördern und händisch zu vermessen.“

Hauptziele des Projekts waren eine deutliche Effizienzsteigerung sowie Kostensenkungen. „Wir wollten die Kranbewegungen reduzieren, eine Materialverwaltung integrieren und dadurch eine Kostenkontrolle erzielen“, betont Hanslmaier. Letztlich fanden die beiden Anbieter Behringer und Remmert eine passende Lösung und bekamen den Zuschlag.
Hauptzeitparalleles Beschicken der Säge
Bei der Vereinnahmung des Rohmaterials werden die Stäbe vereinzelt und in die Lagerkassetten des Brückenlagers einsortiert. Innerhalb der Lagerkassetten erfolgt die Separierung der Stäbe oder Rohre über Teilungsstifte, um diese später automatisch entnehmen zu können. Anschließend wird die Kassette im Hochregal eingelagert. Als zentrales Planungs- und Steuerungssystem dient das Warenmanagementsystem (WMS) von Remmert für die komplette Materialbestandsverwaltung. Zudem fungiert es als Schnittstelle zwischen dem ERP-System (SAP) des Kunden sowie den beiden Bandsägeautomaten von Behringer. Fertigungsaufträge werden aus SAP automatisch eingespielt, das Rohmaterial entsprechend eingeplant und der Auftrag auf eine der beiden Bandsägen übergeben.
Netzsch Pumpen & Systeme …
… ist Teil der Netsch Gruppe, die weltweit über 4.000 Personen beschäftigt, davon rund 600 in Waldkraiburg. Jährlich werden mehr als 75.000 Pumpen produziert, die in unterschiedlichen Branchen zum Einsatz kommen.
Ein Portalroboter (‚Pick-System‘) liefert das Rohmaterial vollautomatisch vom Hochregallager an die Sägen. Gleichzeitig werden die Auftragsdaten über eine Schnittstelle eingespielt. Zufuhrseitig sind beide Sägeanlagen mit Pendelrollgängen versehen, die quer verfahren. Infolgedessen ist das Be- und Entladen des einen Rollengangs möglich, während auf der anderen Seite das Langgut des aktiven Sägeauftrags liegt. Nebenzeiten werden so quasi eliminiert und ein maximaler Anlagendurchsatz erreicht.

Vollautomatische Bearbeitung der Sägeaufträge
Zum Bearbeiten der Sägeaufträge setzt Netzsch auf bewährte Sägetechnik aus dem Hause Behringer aus Kirchardt. Die beiden Hochleistungs-Bandsägeautomaten HBE411A Dynamic und HBM540A der Baden-Württemberger zeichnen sich durch präzise Sägeschnitte und Zuverlässigkeit im mannarmen Betrieb aus. Dafür sorgen der Grundaufbau in Portalbauweise, schwingungsdämpfende Gusskomponenten, Sägevorschubsysteme mit Servomotor sowie die prozesssichere Späneentsorgung. Somit können schon beim Sägen der Halbzeuge die Kosten durch geringe Bearbeitungszugaben reduziert werden. Gerade im Hinblick auf das Materialspektrum, das häufig teure Vergütungs- und Duplex-Stähle bis hin zu Titan- und Nickelbasislegierungen enthält, ergibt sich ein hohes Einsparpotenzial.
Für die Übergabe an nachfolgende Prozessschritte werden die fertigen Halbzeuge auftragsbezogen sortiert: Am Bandsägeautomaten HBE411A Dynamic ist abfuhrseitig ein Gliederbandförderer für den Materialtransport verantwortlich. Neben langen Gutteilen kann dieser auch kurze Anschnitte oder Reststücke problemlos fördern. Eine Abschiebeeinrichtung schiebt die Gutteile auf die dafür vorgesehenen Materiallager und geschlossenen Materialtische ab. Anschnitte und Reststücke landen am Ende des Gliederbandförderers in einem Sammelbehälter.

















