
Wer Verzahnungen an Werkstücken mit Störkonturen und geringem Werkzeugauslauf herstellen will, wählt als Technologie meist das Wälzstoßen. Es gilt zwar nicht unbedingt als das schnellste, dafür aber als flexibles, vielseitiges und belastbares Verzahnungsverfahren. Damit lassen sich auch Bauteile bearbeiten, für die andere Verfahren ungeeignet sind (wie unechte Pfeilverzahnungen, Kupplungsnaben oder Antriebswellen). Werkzeuge und Spannmittel für das Wälzstoßen sind zudem kostengünstig und universell einsetzbar.
Weiterentwicklung der LS 500 E
Die Wälzstoßmaschine LS 500 E bietet zusammen mit ihrer etwas kleineren ‚Schwester‘ LS 300 E sowie der manuell beladbaren LS 700 EM einen flexiblen, qualitativ hochwertigen und zukunftssicheren Standard vor allem für Lohnverzahner sowie für Industrie-, Nutzfahrzeug- und Aerospace-Anwendungen.
Für Teile bis 700mm Durchmesser
Für die Lohnverzahnung ist die manuell beladbare Wälzstoßmaschine LS 700 EM ebenfalls interessant: Sie lässt sich bei Bedarf auch später problemlos mit einer Roboterbeladung automatisieren. „Gerade in Bereichen mit wechselnden Losgrößen und der Fertigung von sehr großen oder sehr kleinen, komplexen und kollisionsbehafteten Teilen ist eine hohe Flexibilität das A und O“, erklärt Thomas Breith, Leiter Produktmanagement Verzahnmaschinen.
In den vergangenen Jahren hat Liebherr seine Plattform für alle Verzahnmaschinen zur Bearbeitung von Werkstücken bis 500mm Durchmesser weiterentwickelt und optimiert. In diesem Zuge wurde auch die LS 500 E einem Facelifting unterzogen und grundlegend überarbeitet.
Optimierter Standard mit bewährten Komponenten
Der neue Standard umfasst einen leistungsfähigen elektronischen Stoßkopf sowie eine Schnittstelle für eine optionale Bearbeitungseinheit zum hauptzeitparallelen Anfasen und Entgraten. Dank ihres thermodynamischen Aufbaus ist die LS 500 E eine leistungsstarke präzise Maschine mit hoher Steifigkeit, die sich selbst für die Bearbeitung anspruchsvoller Werkstoffe eignet. Unter ihrem Gehäuse im modernen Monolith-Design wurde auch die Maschinentechnik überarbeitet und weiterentwickelt.

Der Maschinentisch mit verschleißfreier hochgenauer hydrostatischer Lagerung ist jetzt direktangetrieben; die Stoßköpfe in den Varianten SH 120/240 E sind NC-gesteuert mit elektronischer Schrägführung. „Damit lassen sich sogar asymmetrische Flankenlinienmodifikationen für spezielle Getriebeanforderungen stoßen“, betont Thomas Breith, Leiter Produktmanagement Verzahnmaschinen.
Neuerungen für mehr Flexibilität
Wichtigste Neuerung ist die Schnittstelle im Maschinentisch für eine 90-Grad-Bearbeitungseinheit, auf der hauptzeitparallel Zusatzoperationen wie Entgraten, Anfasen mittels ChamferCut oder FlexChamfer (auch für Innenverzahnungen) oder sogar Abdachen durchgeführt werden können. „Gerade das FlexChamfern – das Anfasen mit Frässtiften – ist für Lohnverzahner eine interessante Option, wenn Taktzeiten eine untergeordnete Rolle spielen“, ergänzt Breith.

Zur Herstellung lageorientierter Verzahnungen – etwa unechte Pfeilverzahnungen – bietet ein neu entwickelter optionaler Messtaster direkt auf der Werkzeugspindel die Möglichkeit einer präzisen Korrekturvermessung mit einer Messgenauigkeit von wenigen Mikrometern. „Das verbessert die Positioniergenauigkeit und führt zu einem erheblichen Zuwachs an Prozesssicherheit“, fasst Dr. Andreas Mehr, Experte für das Verzahnungsstoßen bei Liebherr-Verzahntechnik, das neu entwickelte Konzept zusammen. Das Steuerungspult mit der Software LHGearTec gestattet eine intuitive Bedienung und Programmierung. Für besonders große Werkstücke ist die LS 500 E mit einer Arbeitsraumerhöhung erhältlich, die den Verfahrweg der Z-Achse um weitere 200mm vergrößert.

















