Hand in Hand: Service & Automatisierung

Das MLS-XMD mit 3.000kg Traglast pro Palette bietet auf einer Länge von rund 38 Metern Platz für insgesamt 204 Paletten. Mit dem System verkettet sind derzeit drei Bearbeitungszentren von Heller.
Das MLS-XMD mit 3.000kg Traglast pro Palette bietet auf einer Länge von rund 38 Metern Platz für insgesamt 204 Paletten. Mit dem System verkettet sind derzeit drei Bearbeitungszentren von Heller.Bild: Boll & Kirch Filterbau GmbH

„Wir produzieren Filtertechnik für die Industrie, vor allem für die Anwendungsbereiche Öl, Wasser und Gas. Ein gutes Beispiel ist der Schiffbau, für den wir u.a. Lösungen für die Rohölfiltration und Ballastwasserfiltration fertigen. Zu unseren weiteren Branchen gehören der Motorenbau, die Stahl-, Automobil- und Chemieindustrie, die Energieerzeugung, die Wasseraufbereitung und Wasserversorgung“, erklärt Dominik Wierscheim, Meister der elektrischen Instandhaltung am Boll & Kirch-Standort in Kerpen, rund 25km südwestlich von Köln.

Erstes MLS verkettet drei Maschinen

Das weltweit agierende Unternehmen beschäftigt rund 900 Mitarbeitende, davon allein in den beiden Werken in Kerpen zirka 650 Personen. Vor einigen Jahren entschied sich Boll & Kirch für Investitionen in ein Multi-Level-System (MLS) von Fastems zur Verkettung von drei Bearbeitungszentren von Heller. Das MLS-XMD wurde 2019 in Betrieb genommen und bietet Platz für 204 Paletten: 186 in den Maßen 630x630mm in vier unterschiedlichen Höhen sowie 18 Paletten mit 800x800mm in drei verschiedenen Höhen. Das MLS integrierte zunächst drei Be- und Entladestationen, eine weitere kam später hinzu.

Dominik Wierscheim, Meister der elektrischen Instandhaltung bei Boll & Kirch Filterbau in Kerpen (r.) sowie Nebo Petrovic, Head of Service Execution bei Fastems, entwickelten gemeinsam ein individuelles Servicekonzept.
Dominik Wierscheim, Meister der elektrischen Instandhaltung bei Boll & Kirch Filterbau in Kerpen (r.) sowie Nebo Petrovic, Head of Service Execution bei Fastems, entwickelten gemeinsam ein individuelles Servicekonzept. Bild: Boll & Kirch Filterbau GmbH

Als einen entscheidenden Grund für das FFS nennt Wierscheim die Modernisierung und den Ausbau der mechanischen Fertigung. „Mittlerweile ersetzen wir mit dieser Automatisierung zehn 4-Achs-Bearbeitungszentren und können in Summe zudem an Produktionsfläche einsparen. Mit dem FFS bearbeiten wir Materialien aus Stahl, Gussstahl und Edelstahl, z.B. mechanische Bauteile sowie Komponenten, die sich in irgendeiner Form in den Filtrationssystemen wiederfinden, aber auch komplette Druckbehälter für Filteranlagen, die wir als Rohguss erhalten.“

Premium-Vertrag sichert rasche Unterstützung

Wenig später nach Inbetriebnahme des FFS entschied sich Boll & Kirch für einen 24/7-Premium-Servicevertrag mit Fastems. Die Vereinbarung umfasst u.a. einen 24/7-Remote-Service bzw. technischen Support mit Reaktionszeiten von zwei Stunden bei kritischen und einer Reaktionszeit von weniger als einem Tag bei nicht kritischen Problemen. Im Vergleich zum Light-Servicevertrag, der beispielsweise keine Reaktionszeit von weniger als einem Tag bei nicht kritischen Problemen bietet, sind beim 24/7-Premiumservice zudem sämtliche technische Supportstunden kostenfrei. Zum Light- und Premium-Vertrag gehören außerdem optional regelmäßige Updates der Manufacturing Management Software (MMS) von Fastems zur Planung, Ausführung und Überwachung der automatisierten Produktion sowie kontinuierliche Windows-Sicherheits-Updates. Nach einer anfänglichen automatisierten Produktion in zwei Schichten, bei der auch an den Wochenenden das FFS nicht in Betrieb war, wechselte die Fertigung auf einen Drei-Schicht-Betrieb. Für Dominik Wierscheim Anlass genug, aufgrund der höheren Auslastung die Wartungsintervalle von zwei auf vier im Jahr zu verkürzen.

2025 entschloss sich der Meister der Instandhaltung, die Serviceaktivitäten nochmals auszubauen: „Seit Mitte 2024 haben wir so viele Produkte auf dem FFS implementiert, dass mittlerweile jede Fertigungslinie an unserem Standort mit mindestens einem auf dem FFS gefertigten Bauteil versorgt wird. Da die technische Betreuung und somit die technische Verfügbarkeit des FFS in meinem Verantwortungsbereich liegt, war für mich klar, dass es bei unserem FFS in keinem Fall zu ungeplanten Ausfällen kommen darf. In Abstimmung mit Fastems haben wir daher beschlossen, das System durch drei Wartungen und drei Inspektionen pro Jahr im Wechsel – also alle zwei Monate – zuverlässig instand zu halten.“

Eine der insgesamt vier Be- und Entladestationen: Jede Fertigungslinie am Standort in Kerpen erhält mindestens ein mit dem flexiblen Fertigungssystem (FFS) hergestelltes Bauteil.
Eine der insgesamt vier Be- und Entladestationen: Jede Fertigungslinie am Standort in Kerpen erhält mindestens ein mit dem flexiblen Fertigungssystem (FFS) hergestelltes Bauteil. Bild: Boll & Kirch Filterbau GmbH

Win-Win-Situation

Die Entscheidung zeigte positive Wirkungen: So ließen sich aufgrund der hohen Auslastung des MLS bei Inspektionen mitunter defekte, aber noch funktionsfähige Komponenten identifizieren. „Solche Bauteile können wir nun immer geplant und damit ohne unvorhergesehene Stillstandzeiten des FFS reparieren oder austauschen. In einem konkreten Beispiel haben wir hierzu die automatisierten Produktionsschichten in einer Woche angepasst und den für die Instandsetzung notwendigen Systemstillstand durch eine Samstagsschicht abgefedert“, berichtet Wierscheim.

Hinzu kommt, dass das Thema Inspektionen in diesem konkreten Projekt für beide noch relativ neu ist. Hierzu Nebo Petrovic, Head of Service Execution bei Fastems: „Wir erarbeiten zurzeit gemeinsam entsprechende Strategien und Inspektionspläne, um sich intensiv auf den Bedarf von Boll & Kirch einzustellen. Auf jeden Fall sind die Erfahrungen, die wir bislang mit den Inspektionen gesammelt haben, eine echte Win-Win-Situation für beide, von denen zukünftig sicherlich auch andere Kunden von Fastems profitieren können.“

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