
Die Erholung im deutschen Werkzeugmaschinenbau gewinnt an Kontur. Im zweiten Quartal stiegen die Auftragseingänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12%. Nach einem Plus von 15% im ersten Quartal ergibt sich für das erste Halbjahr ein Zuwachs von insgesamt 14%. Die Inlandsbestellungen legten um 16% zu, die Aufträge aus dem Ausland um 13%. „Zwei Quartale in Folge mit einem zweistelligen Auftragsplus sind ein ermutigendes Signal. Die Talsohle liegt hinter uns und die Aufwärtsentwicklung festigt sich“, kommentiert Bernhard Geis (Bild), Leiter Wirtschaft und Statistik im VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), die Zahlen. „Für Entwarnung ist es dennoch zu früh. Wir kommen von einem niedrigen Ausgangsniveau, und das Projektgeschäft trägt weiterhin wesentlich zum Wachstum bei. Von einer breiten Nachfrageerholung können wir deshalb nur eingeschränkt sprechen.“
Die Entwicklung unterscheidet sich weiterhin deutlich nach Abnehmerbranchen. Besonders dynamisch zeigen sich Luftfahrt und Verteidigung. Auch die Nachfrage aus der Elektronikindustrie und der Medizintechnik wird positiv beurteilt. Schwieriger bleibt die Situation in der Metallbearbeitung und im Maschinenbau. Die größten Herausforderungen liegen weiterhin in der Automobil- und Zulieferindustrie. Ihr Anteil am Gesamtabsatz der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie ist 2025 auf 23% gesunken. Größter Abnehmer bleibt der Maschinenbau mit 27%. Deutlich zugelegt hat dagegen die Luftfahrtindustrie: Ihr Anteil stieg innerhalb von zwei Jahren um fünf Prozentpunkte auf 11%.
















