dima-Interview: KI-gestützte Beschaffung

Die Tool-Arena ist ein Online-Marktplatz für die Zerspanungsindustrie. Hier lassen sich Beschaffungsprozesse digitalisieren sowie technische und kaufmännische Produktinformationen unterschiedlicher Marken zentral auf einer Plattform darstellen.

Im dima-Interview stellt sich Niklas Vogt, Geschäftsführer des Startups, unseren drei Fragen.

Niklas Vogt, Geschäftsführer Tool-Arena GmbH:
Niklas Vogt, Geschäftsführer Tool-Arena GmbH: „Unsere Plattform ist der direkte Draht zu Händlern und Herstellern der Zerspanungsindustrie.“Bild: Tool-Arena GmbH

dima: Herr Vogt, auf welche Art unterstützen Sie Ihre Kunden, gestärkt aus der Krise durchzustarten?

Die Corona-Krise hat einmal mehr bestätigt, wie relevant gut funktionierende Online-Kanäle sind. Effiziente Abläufe und kostengünstige Beschaffung spielen eine große Rolle für den Erfolg von Unternehmen. Wer hat heute noch Zeit, sich von einem Anbieter zum nächsten zu bewegen? Genau da setzen wir an: Die Tool-Arena ist der direkte Draht zu Händlern und Herstellern der Zerspanungsindustrie. Über unseren Online-Marktplatz bestellen Kunden ohne Umwege bei zahlreichen bewährten Partnern, ohne zwischen Plattformen zu wechseln. Dabei erhalten sie immer die Konditionen, die sie mit dem Lieferanten vereinbart haben – eingeschlossen kundenspezifischer Rabatte.

dima: Mit welchen besonderen Software-Funktionen punkten Sie gegenüber anderen Online-Portalen?

Produkte der zerspanenden Industrie sind aufgrund ihres hohen Komplexitätsgrades häufig nicht in simplen E-Shops abzubilden, wie wir sie aus dem Consumer-Bereich kennen. Kunden brauchen umfangreiche Assistenten, die sie dabei unterstützen, das richtige Produkt zu finden. Genau dieser Anforderung werden wir mit unseren Such- und Filterfunktionen gerecht. So schlägt etwa unser Ausrüstungsassistent dem Benutzer Produkte vor, die sich garantiert auf seiner Maschine einsetzen lassen – sortiert nach Anwendung. Wir digitalisieren hier den kompletten Beratungsprozess, der jahrelange technische Expertise benötigt.

Des Weiteren werden Produkte im Maschinenbau oft in Reihe eingesetzt. Das führt zu komplexen Baugruppen, deren Komponenten häufig von unterschiedlichen Lieferanten stammen. Diese Baugruppen können über die Tool-Arena live in der Cloud erstellt und zur CAD/CAM-Simulation exportiert werden.

Das Thema Electronic Data Interchange (EDI) spielt bei uns eine wesentliche Rolle. So bieten wir Partnern, Händlern und Kunden die Möglichkeit, sich mit der Tool-Arena zu vernetzen und den Beschaffungsprozess zu digitalisieren. Aus unserer Sicht ist das besonders für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) interessant. Unser Vorteil: Auch die Shop-Software ist eine komplette Eigenentwicklung. Das erlaubt uns schnelle On-Boarding-Prozesse und Anpassungen.

dima: Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre in der Tool-Arena vertretenen Partner aus?

Nicht nur im B2C-, auch im B2B-Bereich wächst die Nachfrage nach Online-Handel. Der Aufbau einer digitalen Einkaufsplattform und die dafür nötigen Marketingmaßnahmen ziehen einen hohen Einsatz an Budget und Aufwand mit sich. Da liegt es nahe, sich zusammenzutun und seine Kräfte zu bündeln, anstatt allein aktiv zu werden. Tool-Arena schließt strategische Partnerschaften mit Global Playern, Hidden Champions, KMU und Branchenexperten. Hersteller von Produkten aus den Bereichen Zerspanung und Produktion erhalten bei uns die Möglichkeit, ihre Produkte direkt zu vertreiben und/oder ihre Händler in die Tool-Arena zu integrieren. Konkrete Auswahlkriterien für Partner haben wir zum heutigen Zeitpunkt nicht. Grundsätzlich verschließen wir uns vor niemanden und prüfen immer die Möglichkeiten einer Kooperation.

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