Fachartikel: Qualität im Visier

Haimer geht auch während der Corona-Zeit mit Engagement und gutem Beispiel voran. Der süddeutsche Zerspanungsspezialist bietet mit einem hierzulande produzierten Vollvisier-Gesichtsschutz fernöstlichen Anbietern die Stirn und stärkt seine lokale Partnerschaft zum Formenbauer Deckerform. Die beiden Firmen beweisen, dass sie mit einem ausgeklügelten Produktionsprozess qualitativ hochwertige Produkte zu einem top Preis-Leistungsverhältnis herstellen können.
Beim Fräsen des Spritzgießwerkzeugs für das Haimer Face Shield kamen natürlich Werkzeugaufnahmen und Fräser von Haimer zum Einsatz - hier ein kraftvoller, aber dennoch schlanker Power Mini Shrink.
Beim Fräsen des Spritzgießwerkzeugs für das Haimer Face Shield kamen natürlich Werkzeugaufnahmen und Fräser von Haimer zum Einsatz – hier ein kraftvoller, aber dennoch schlanker Power Mini Shrink. – Bild: Haimer GmbH

Schon zu Beginn der Corona-Krise entstand in der Geschäftsleitung des Familienunternehmens Haimer in Igenhausen die Idee: Wir entwickeln ein Produkt, das neben Mitarbeitern in Industrie und Handwerk auch Personen in anderen Bereichen schützt, beispielsweise Friseure, Büropersonal und so weiter. Die Idee formte sich zu einem Vollvisier-Gesichtsschutz, dem Haimer ‚Face Shield‘. Zugegeben: keine ganz neue Produktidee. Solche Teile gibt es bereits – in aller Regel ‚made in Fernost‘. Aber lassen sie sich nicht auch hier in Deutschland, in Bayern wirtschaftlich produzieren? Vielleicht sogar mit verbesserten Funktionen?

>>Die Leistung der Haimer-Mill-Fräser hat uns einfach überzeugt<<

Von vornherein war klar, dass für den Werkzeugbau und den Produktionsprozess ein leistungsstarker Partner mit ins Boot geholt werden muss. Erste Wahl: die Deckerform-Gruppe, Spezialist für Formenbau und Kunststofftechnik – ebenfalls ein Familienbetrieb und im nur knapp 10km entfernten Aichach zuhause. Ausgehend von einer Spritzgießsimulation ergänzten die Kunststoffspezialisten die Produktkonstruktion um Angüsse und Verteiler. Und sie planten die Werkzeugtechnik: „Wir haben dabei auf eine optimierte Zerspanung geachtet“, erklärt Deckerform-Ansprechpartner Peter Ottillinger. „Schließlich wollten wir die Formwerkzeuge hauptsächlich fräsen und zeitaufwändiges Erodieren vermeiden.“

Qualitätswerkzeuge

Die langjährige Partnerschaft beider Firmen liegt genau hier begründet: beim Fräsen im Formenbau. Die Zerspanungsspezialisten bei Deckerform schwören auf die Haimer Schrumpfspannfutter, insbesondere auf die Power Shrink Chucks. Sie zeichnen sich durch ein optimiertes Design aus, das hohe Steifigkeit mit Schwingungsdämpfung verbindet – wodurch sie sich für Hochgeschwindigkeits- oder Hochpräzisions-Fräsanwendungen empfehlen. Die Qualität zeigt sich hier – wie bei allen Haimer Schrumpffuttern – u.a. in der Rundlaufgenauigkeit von <3μm bei 3xD Werkzeugauskragung. Für tiefe Kavitäten, beispielsweise Rippen, nutzen die Formenbauer Haimer Power Mini Shrink Chucks. Diese eignen sich aufgrund ihrer schlanken 3-Grad-Außenkontur ideal für die 5-Achs-Bearbeitung schwer zugänglicher Bauteile.

Ergonomischer Gesundheitsschutz 'Made in Germany': Tobias Völker, Marketingleitung Haimer, und Sebastian Völk, Vertrieb bei Deckerform (l.), beim Gespräch über das Spritzgießwerkzeug.
Ergonomischer Gesundheitsschutz ‚Made in Germany‘: Tobias Völker, Marketingleitung Haimer, und Sebastian Völk, Vertrieb bei Deckerform (l.), beim Gespräch über das Spritzgießwerkzeug. – Bild: Haimer GmbH

Beim Schrumpfprozess achtet Deckerform ebenfalls auf hohe Qualität, Bedienerfreundlichkeit – und ein zeitgemäßes Datenhandling. Deshalb investierte das Unternehmen in eine High-End-Schrumpfstation der Power Clamp i4.0 Premium Reihe von Haimer. Sie erlaubt teilautomatisiertes Schrumpfen, ist intuitiv zu bedienen und Industrie 4.0 ready. Für den digitalen Datentransfer an die Werkzeugmaschine integriert Deckerform RFID-Chips in die Werkzeughalter.

Rasche Umsetzung

Den beiden Unternehmen gelang es, Produktentwicklung und Werkzeugkonstruktion für das Gesichtsschutz-Vollvisier so ineinander zu verzahnen, dass der Werkzeugbau nach einer Woche loslegen konnte. Tobias Völker, Marketingleiter bei Haimer, weist auf Entscheidendes hin: „Zu unseren beiden Unternehmen passt nur ein Produkt, das höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird. Das gilt für das Design und die Funktionalität des Gesichtsschutzes ebenso wie für den einfachen Umgang damit und die gute Verträglichkeit. Schließlich wollen wir mit diesem Projekt auch beweisen, dass wir in der Lage sind, hier in Deutschland bessere Produkte zu wettbewerbsfähigen Kosten herzustellen.“

Werkzeug für das Haimer Face Shield bei der Montage bei Deckerform
Werkzeug für das Haimer Face Shield bei der Montage bei Deckerform – Bild: Haimer GmbH

Das Haimer Face Shield Model 1 besteht abgesehen vom Visier aus zwei Teilen: dem Visierhalter und dem Kopfträger – und überzeugt mit der ergonomischen Ausführung. Zudem ist es mit Atemschutzmasken und zusätzlichen (Schutz)Brillen kombinierbar. Da es sich nach vorne aufklappen lässt, muss es beim Telefonieren, Trinken oder Wechsel von Atemmasken nicht abgenommen werden. Es erfüllt die Sicherheitsanforderungen der PSA-Verordnung (Persönliche Schutzausrüstung) EU 2016/425 Kategorie II und die Anforderungen an Augenschutzgeräte nach EN 166:2001 zum Schutz gegen Tropfen und Flüssigkeitsspritzer. Model 2 ist mit stärkerem Visier ausgeführt und kann somit die Schutzbrille ersetzen.

Soziale Verantwortung inklusive

Ende Mai fand die erste Bemusterung statt, finale Verbesserungen folgten. Die ersten Produkte gingen als Spende und „kleines Dankeschön“ an die Krankenhäuser in Aichach und Friedberg (bei Augsburg) sowie an weitere Pflege- und Sozialeinrichtungen. „Uns ist der soziale Aspekt dieses Projektes sehr wichtig“, bekräftigt Völker. „Wir wollen ein Zeichen setzen, was alles möglich ist, wenn wir regionale Kräfte bündeln.“ Peter Ottillinger stimmt voll und ganz zu und sagt‘s auf bayerisch: „Zamhalten müss mer – aus der Region für die Region, Deutschland, Europa und die ganze Welt.“ Seit Mitte 2020 ist das Face Shield auch für alle Gewerbetreibenden, Industrie, Handwerk und Handel erhältlich.

Bestechende Performance

Die jüngsten Deckerform-Investitionen bei Haimer betreffen Vollhartmetall-Fräser. „Die Leistung der Haimer-Mill-Fräser hat uns einfach überzeugt“, so Ottillinger. „Wir haben sie – wie auch die Vollradiusfräser aus der Power-Mill-Serie – zusammen mit unterschiedlichen Wettbewerbsprodukten vielen Tests unterzogen und als Konsequenz weitgehend auf die Haimer-Produkte umgestellt.“ Deckerform nutzt die Schaftfräser in der 2,5xD-Variante vor allem zum Schruppen. Dabei überzeugen sie bezüglich Zerspanvolumen, Standzeit und Qualität der Bearbeitung.

www.haimer.dewww.deckerform.de

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