„Nachhaltigkeit ist zentraler Bestandteil unserer Strategie“

Allzeit sympatisch - Melissa Albeck aus dem Ceratizit-Vorstand: "Um weiterhin erfolgreich zu wirtschaften, wird Nachhaltigkeit zur Grundvoraussetzung. In unserer Branche gehören wir bei diesem Thema inzwischen zu den besten zwei Prozent."
Allzeit sympatisch – Melissa Albeck aus dem Ceratizit-Vorstand: „Um weiterhin erfolgreich zu wirtschaften, wird Nachhaltigkeit zur Grundvoraussetzung. In unserer Branche gehören wir bei diesem Thema inzwischen zu den besten zwei Prozent.“Bild: Ceratizit S.A.

Melissa Albeck: Wir sehen Nachhaltigkeit nicht als lästige Pflicht, sondern als Gelegenheit. Es steht außer Frage, dass wir gegenüber künftigen Generationen die Verpflichtung haben, ihnen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Wir können nicht einfach die Augen verschließen und ohne Rücksicht auf die Auswirkungen einfach so weitermachen wie in der Vergangenheit. Schon seit Jahrzehnten gehen wir mit unseren Rohstoffen für Hartmetall durch Recycling besonders umweltschonend um. Darauf bauen wir jetzt auf.

Mit Blick in die Zukunft ist Nachhaltigkeit ohnehin keine Option, sondern ein Muss – und damit auch eine Chance. Wer frühzeitig agiert, kann sich in eine ausgezeichnete Position bringen. Sei es bei Themen wie Markenbekanntheit und Arbeitgebermarke oder in der Beziehung zu den Kunden, die immer mehr Interesse am Thema Nachhaltigkeit zeigen. Wer sich hier gut aufstellt, kann mittel- bis langfristig profitieren.

Wir haben im letzten September eine Gold-Bewertung erhalten, was uns besonders freut. Es ist ein nach außen sichtbares Zeichen, dass die harte Arbeit, die wir in den letzten Jahren in das Thema Nachhaltigkeit investiert haben, Früchte trägt. Damit gehört Ceratizit zu den besten fünf Prozent aller bewerteten Unternehmen und in unserer Branche sogar zu den besten zwei Prozent.

Unser Augenmerk lag in der ersten Phase auf jenen Projekten, die sich schnell umsetzen lassen und einen großen Hebel haben. An erster Stelle ist der Wechsel zu grünem Strom aus nachhaltigen Quellen Anfang 2023 zu nennen. Ebenso wichtig ist eine hohe Zirkularitätsrate bei unseren Rohstoffen. Unser Ziel bei der Wolframversorgung ist, über 90 Prozent durch sekundäre Rohstoffe und nur einen kleinen Teil durch Erze abzudecken. Hier lagen wir zuletzt sogar bei 95 Prozent. Beim Kobalt kommen wir durch das Recycling von Hartmetall sogar komplett ohne Rohstoff aus Erz aus. Das sichert nicht nur unsere Versorgung mit diesen beiden kritischen Rohstoffen, sondern ist auch besser für die Umwelt.

Für die Zukunft stehen unter anderem die Umstellung auf grünen Wasserstoff und mehr Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette im Fokus. Wobei gerade das Thema Lieferkette nur in begrenztem Maße in unserer eigenen Hand liegt. Wir sind auch davon abhängig, was der Markt bietet. Beim Thema Product Carbon Footprint (PCF) haben wir nicht nur den ersten Standard in der Hartmetallbranche gesetzt, sondern darauf basierend unter dem Dach des VDMA mittlerweile auch einen branchenweiten Standard geschaffen. Unseren Kunden mehr Transparenz zu bieten, ist ein erster Schritt zu mehr Nachhaltigkeit.

Mithilfe des Product Carbon Footprint (PCF) bietet die Ceratizit Group ihren Kunden die gewünschte Transparenz in Bezug auf den CO2-Fußabdruck.
Mithilfe des Product Carbon Footprint (PCF) bietet die Ceratizit Group ihren Kunden die gewünschte Transparenz in Bezug auf den CO2-Fußabdruck. – Bild: TeDo Verlag GmbH

Der nächste Schritt sind nachhaltigere Produkte. Seien es auf nachhaltigerem ‚upGrade‘-Pulver mit hoher Zirkularität und niedrigem PCF basierende Produkte wie unsere S-Cut-Fräser oder angepasste Produktionsverfahren, die den Rohstoffeinsatz im Herstellungsprozess und damit auch den PCF verringern. Dies geht Hand in Hand mit einer kontinuierlichen Optimierung unserer Prozesse und Anlagen.

Melissa Albeck: „Eine weitere Säule unserer Nachhaltigkeitsstrategie, die mir sehr am Herzen liegt, ist das Thema attraktive Arbeitsbedingungen.“
Melissa Albeck: „Eine weitere Säule unserer Nachhaltigkeitsstrategie, die mir sehr am Herzen liegt, ist das Thema attraktive Arbeitsbedingungen.“ – Bild: Ceratizit S.A.

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil der Strategie der gesamten Plansee Group. Wir sind überzeugt, dass die Industrie nicht nur ein Teil des gesellschaftlichen Wandels zu mehr Nachhaltigkeit sein muss, sondern auch ein wichtiger Teil der Lösung ist. Es ist unsere Aufgabe, diesen Wandel durch innovative Produkte und Prozesse voranzutreiben. Kurzfristig lassen sich natürlich auch anders Gewinne erzielen. Doch wer das Thema Nachhaltigkeit links liegen lässt, untergräbt die Grundlagen seines eigenen Geschäfts in der Zukunft und läuft Gefahr, den Anschluss zu verpassen.

Nachhaltigkeit wird in Zukunft kein Bonus mehr sein, um bestimmte Kunden zu überzeugen. Sie wird die Grundvoraussetzung sein, um weiterhin erfolgreich wirtschaften zu können. Als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit erhalten wir die Chance, die Entwicklung in einem wichtigen Bereich mitzugestalten und uns von vielen Mitbewerbern abzuheben.

Nachhaltigkeit ist kein kurzfristiges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Zum Thema Klimawandel nutzen wir zunächst einen Fahrplan bis 2040. Bis dahin wollen wir Net-Zero erreichen, d.h. unsere CO2-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2020 um mindestens 90 Prozent reduzieren und die verbleibenden unvermeidbaren Emissionen aus der Atmosphäre entfernen. Damit wären wir zehn Jahre schneller als im Pariser Klimaabkommen vorgesehen.

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