Fachbericht: Hochproduktiv stanzen

Rathberger ist ein gefragter Zulieferer für Blechteile und Baugruppen. Dank der Stanzmaschine Boschert 5020 mit Bolzenschweißer vervielfachen die Spezialisten für 'Metall in Perfektion' ihre Produktivität und arbeiten gleichzeitig flexibler.
"Wir erreichen einen unheimlich hohen Durchsatz und können dreimal schneller fertigen als vorher", weiß Inhaber Harald Rathberger die Stanzmaschine Boschert 5020 der Südbadener zu schätzen.
„Wir erreichen einen unheimlich hohen Durchsatz und können dreimal schneller fertigen als vorher“, weiß Inhaber Harald Rathberger die Stanzmaschine Boschert 5020 der Südbadener zu schätzen.Bild: Boschert GmbH & Co. KG

1987 als Blechnerbetrieb gegründet, spezialisierte sich die Firma Rathberger Mitte der 1990er auf die Fertigung und Montage von Fassaden und Dacheindeckungen. „Wir sind seit mehr als 30 Jahren kontinuierlich und Stück für Stück gewachsen“, sagt Inhaber Harald Rathberger. „Mit dem wachsenden Geschäftsumfang haben wir in schöner Regelmäßigkeit in Gebäude, Mitarbeiter und Maschinen investiert.“

>>Kurze Wege – und wir sprechen dieselbe Sprache<<

Das sukzessive Investment in moderne und leistungsfähige Blechbearbeitungsmaschinen brachte aber auch die Problematik der idealerweise permanenten Auslastung mit sich. So stieg das Unternehmen ab 1998 in die industrielle CNC-Blechbearbeitung als Lohnfertiger ein. Am rund 5.000m2 großen Standort in Efringen-Kirchen beschäftigt Rathberger aktuell 100 Mitarbeiter. Diese schneiden, fräsen, stanzen, lasern und formen Blechteile und komplette Blechbaugruppe.

Wertvoller Technologiepartner

„Wir verarbeiten zu 90 Prozent Aluminium, aber auch Edelstahl und Kunststoffe“, erläutert Niclas Brüstle, Meister in der Fertigung. „Zwischen Losgröße 1 und 100.000 ist da alles dabei.“ Die Herausforderung im Tagesgeschäft seien vor allem kurze Produktionszeiten und hohe Flexibilität. Immer an Rathbergers Seite: der Anbieter Boschert.

Komfortable Entsorgung

Auch die Entsorgung von Blechresten ist mit der Boschert 5020 ganz einfach: Die CNC-Stanzmaschine verfügt über eine Entsorgungsklappe, über die bis zu 400×2.000mm große Teile entweder per Förderband zum Bediener oder an das linke Tischende transportiert werden. Die y-Achse verfügt über eine mitfahrende Stanzbutzenabsaugung, anfallende Stanzabfälle gelangen über ein Förderband zum Sammelbehälter.

Los ging es mit einer mittelgroßen Stanze, über die Jahre folgten weitere Blechbearbeitungsmaschinen aus Lörrach-Hauingen und 2001 eine Stanze der Serie TRI, stets inklusive Beratung und Schulung. Die TRI war bis vor kurzem im Einsatz. Doch Harald Rathberger wollte vermehrt mit Superformat- und XXL-Blechen arbeiten. Zudem suchte er nach einer Möglichkeit, Fassadenbleche automatisch mit Bolzen zu versehen. Sein Technologiepartner Boschert wusste Rat: „Wir haben unsere Stanzmaschine Boschert 5020 mit Bolzenschweißgerät vorgeschlagen“, berichtet Boschert-Verkaufsleiter Michael Roser.

Stanzmaschine mit dem gewissen Etwas

„Die 5020 basiert auf der bewährten 4020, der Maschinentisch ist aber nochmal einen Meter länger“, sagt Roser. „Das erleichtert die Arbeit mit den Superformat-Blechen erheblich.“ Rückgrat der Boschert ist ihr robuster O-Rahmen. So können Anwender die 28 Tonnen Stanzkraft der 5020 schnell und wiederholgenau nutzen. Die Maschine kann bis zu 6mm dicke Bleche stanzen, nibbeln, formen und markieren. Dabei verkürzt der Zwölffach-Werkzeugwechsler die Nebenzeiten deutlich. Die 5020 ist mit zwei Stanzköpfen ausgerüstet. Der obere Stanzkopf mit 55mm Stanzhub ist mit einer HDE-Hydraulik ausgestattet, die einen schnellen Hub und eine genaue Stanzung gewährleistet. Die maximale Hubfolge beträgt 800 Hübe pro Minute.

Die 5020 ist mit einem Bolzenschweißer ausgerüstet: Damit kann der Anwender zwischen 21 und 40 Bolzen pro Minute wirtschaftlich, prozesssicher und präzise schweißen. –Bild: Boschert GmbH & Co. KG

Mit der Anlage bearbeitet Rathberger Tafeln von 100×280 bis 5.000×2.000mm. Das Bedienpersonal kann die Stanzmaschine einfach beladen: Der Maschinentisch ist frei zugänglich und wartet mit praktischen Helfern auf. „Beispielsweise erleichtert eine Öffnung im Tisch das Einlegen von Zuschnitten, und anhebbare Kugelrollen unterstützen den Werker beim Auflegen der Superformat-Bleche“, erklärt Roser. Die Tafeln werden mit bis zu vier pneumatischen Spannzangen geklemmt und von einem servogetriebenen Präzisionszahnstangenantrieb in x-Richtung bewegt. Durch dieses Nachsetzen kann Rathberger sogar Bleche über 5.000mm Länge bearbeiten.

Schweißen inklusive

Neben dem größeren Tisch verfügt die Stanzmaschine noch über eine weitere Besonderheit: ein Bolzenschweißgerät mit automatischer Bolzenzuführung. Dieses besteht aus dem Schweißgerät, dem Automatik-Bolzenschweißkopf mit Digitalanzeige und der vollautomatischen Zuführung. Der Aufbau mit spielfreien Kugellagern sorgt für Präzision und Wiederholgenauigkeit. Es ist links hinten über der Hydraulik der Stanzmaschine montiert: Dies vereinfacht das Nachfüllen oder Wechseln der Schweißelemente sowie die Einstellung des Geräts. Der Bolzenschweißkopf wird links neben dem Stanzkopf aufgebaut, die Zustellung auf Blechhöhe funktioniert pneumatisch. Durch die digitale Anzeige der Schweißkolbenposition lässt sich diese über ein integriertes Messsystem auf 1/100mm einstellen. Anwender können Schweißelemente mit Durchmessern von 3 bis 8mm und Bolzenlängen von 8 bis 50mm ohne Umrüstung verwenden.

Schnell und flexibel

„Wir nutzen die 5020, um Teile aus Superformat-Blechen zu stanzen, bei denen es nicht aufs Hundertstel ankommt“, sagt Brüstle. Für möglichst wenig Abfall und Restblech schachtelt das Team die Teile passend auf den bis zu 5m langen und 2m breiten Blechen. Das Programmiersystem BG Cut erlaubt eine einfache Positionierung der einzelnen Teile. Heute arbeitet das Unternehmen im Zweischichtbetrieb, sodass die 5020 rund 17 Stunden pro Tag läuft. „Wir erreichen einen unheimlich hohen Durchsatz und können dreimal schneller fertigen als vorher“, weiß Rathberger zu schätzen. „Dank der neuen Stanzmaschine wickeln wir eine immense Zahl an Aufträgen pro Woche wirtschaftlich ab und sind flexibel genug, um auch die kurzfristigen Sachen sinnvoll reinzuschieben.“

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