
Vor rund 30 Jahren kam die Zenz nach Cham und mit der Zeit zogen Wally, Susi, Sofie, Nelly, Luise, Lola und viele andere ein – und jetzt hat Alberta bei P&S Maschinenbau ein neues Zuhause gefunden: Jede der ‚Damen‘ arbeitet in einer der tipptopp sauberen Fertigungshallen präzise ihre Aufgaben ab.
Der Service ist super!
P&S Maschinenbau produziert in Cham in der ostbayrischen Oberpfalz hochpräzise Teile. Neben Dreh- und Fräsarbeiten veredelt der Lohnfertiger die Bauteile aus Aluminium auch durch Eloxieren. Ein weiteres Standbein sind Eigenentwicklungen: P&S hat sich mit Hartmetall-Trennmaschinen sowie Stufenladern und Fasenschleifmaschinen im Werkzeugbau einen Namen gemacht. Und Namen haben auch alle Bearbeitungszentren (BAZ): Gemeinsam beratschlagen die Beschäftigten, wie eine neue Maschine heißen soll.

Inzwischen elf Hermle-BAZ
Walter Peter und Max Stahl gründeten 1996 das Unternehmen. Von Beginn an war den beiden Geschäftsführern eine hohe Fertigungstiefe wichtig. „Unsere erste Fräsmaschine war die Zenz“, blickt Max Stahl zurück. Damit begann der Weg zum erfolgreichen Betrieb mit inzwischen 100 Beschäftigten. Alle ein bis zwei Jahre investierten die Unternehmer in neue Maschinen. Zuletzt kam das nunmehr elfte BAZ von Hermle hinzu: eine C 32 U HS flex. Mit dem Handlingsystem HS flex garantiert sie einen hohen Automationsgrad und eine große Bandbreite an Produkten. Damit kann P&S Maschinenbau personenlose Schichten während der Nacht fahren. „Bislang fertigten wir Werkstücke für unsere eigenen Maschinen in Kleinserien auf unseren anderen Hermle-BAZ“, erklärt Max Stahl. „Diese Bauteile haben wir nun alle auf der neuen C 32 zusammengezogen“, ergänzt Walter Peter. Infolgedessen schafft der Lohnfertiger auf seinen anderen Fräsmaschinen wieder Kapazitäten für Einzelteile.
P&S will die aktuelle Hermle-Maschine zu jeweils rund 50 Prozent mit eigenen Werkstücken sowie Kundenteilen auslasten. Hierfür fertigt der Spezialist beispielsweise Fassungen für Objektive. Die Rohlinge werden durch Drehen und Fräsen in Form gebracht. Gewinde, Rillen und Halterungen sorgen dafür, dass die Linsen später sicher sitzen. Abschließend behandelt das Unternehmen die Oberflächen in der eigenen Eloxalanlage. „Bei unseren Frästeilen stoßen wir an die Grenzen des technisch Machbaren. Das sind beispielsweise extrem dünne Wandungen und eine außergewöhnliche Präzision“, beschreibt Walter Peter. Neben Aluminium verarbeitet P&S Edel- und Werkzeugstähle sowie in geringem Umfang glasfaserverstärkte Kunststoffe.

Beständig präzise
„Unsere 40er von Hermle ist jetzt 23 Jahre alt und immer noch auf ein Hundertstel genau. Das ist sagenhaft“, freut sich Max Stahl. „Wir pflegen unsere Maschinen, machen turnusmäßig Inspektionen und programmieren sauber.“ Und noch etwas sei ganz entscheidend für die hohe Präzision: Fachkräfte. „Wir beschäftigen an den Maschinen ausschließlich Facharbeiter, Meister und Techniker“, sagt Walter Peter. Doch gutes Personal ist rar. Deshalb setzt P&S Maschinenbau nun auf Automation. „Wir wollen lange Spindellaufzeiten, aber unsere Beschäftigten sollen dafür nicht bis Mitternacht im Betrieb sein“, betont Max Stahl. „Das war einer der Gründe, warum wir uns für die neue C 32 U HS flex entschieden haben.“
Ehrenhafte Namensfindung
Warum heißt die neue Hermle denn jetzt Alberta? „Lukas Albert ist einer der beiden Bediener und Programmierer an der C 32 U HS flex“, erklärt Fertigungsleiter Alexander Roider. „Er macht einen tollen Job und ihm zu Ehren haben wir die Maschine Alberta genannt.“
Das Handlingsystem HS flex erlaubt es dem Anwender, Paletten auf den 20 Speicherplätzen vorzubereiten. Es kümmert sich um die Be- und Entladung des BAZ – personenlos und beispielsweise in der Nachtschicht. „Das war eine neue Technologie für uns“, blickt Max Stahl zurück. „Damit fertigen wir kleine Losgrößen flexibel und automatisiert. Das passt hervorragend zu unserem High-Mix-Low-Volume-Ansatz.“ Der Betrieb kann das BAZ so länger ohne Personal laufen lassen und schneller rüsten. Dafür sorgt auch das Zusatzmagazin ZM 216, das die 36 Werkzeuge in der C 32 U um weitere 216 ergänzt.
Tradition trifft Innovation
„Was mir an den Hermle-Maschinen besonders gut gefällt, ist die klare Produktlinie“, begründet Max Stahl die Entscheidung. „Beispielsweise bietet Hermle eine durchgängige und vor allem durchdachte Lösung für seine Fünf-Achs-Bearbeitungszentren – von der kleinsten bis zur größten Anlage. Und das seit langer Zeit. Damit ist die Einarbeitungszeit minimal.“ Die Präzision sei ohnehin erstklassig. „Wir verkaufen unsere Teile von der Fräsmaschine weg, es gibt bei uns keine zusätzliche Endkontrolle“, weiß Max Stahl zu schätzen. Sollte einmal eine Passung nicht stimmen, fällt das schon am BAZ auf, sodass fehlerhafte Teile erst gar nicht zum Kunden gehen.

















