
Armin Stolzer, der Ururenkel des Gründers Karl Stolzer, lenkt heute als geschäftsführender Gesellschafter die Geschicke des Unternehmens – und das bereits seit mehr als 40 Jahren! Unter seiner Leitung hat sich Kasto mit mehr als 140.000 verkauften Sägemaschinen und 2.400 installierten Lagersystemen die weltweite Führungsposition erarbeitet. Auch seine Ehefrau Ruth Stolzer und alle vier Mitglieder der sechsten Familiengeneration sind in zentralen Positionen in die Geschäftsleitung eingebunden und verantworten nicht nur das Tagesgeschäft, sondern auch die strategischen Entscheidungen.
Sägen, Lager und mehr
„Deutschland, Europa und Nordamerika sind unsere wichtigsten Märkte. Es ist ein Trend hin zu umfangreicheren Projektgrößen zu erkennen, die zu Schwankungen bei den jährlichen Zahlen, jedoch nicht bei der Produktionsleistung führen“, beschreibt Armin Stolzer eine der aktuellen Entwicklungen. Nichtsdestotrotz verbuchte Kasto auch in den vergangenen herausfordernden Jahren stets ein Wachstum. „Wir erwarten für die nächsten Jahre weiterhin ein stabiles Geschäft. Dabei wird verstärkt in vollautomatische Lösungen investiert“, so der Firmenchef. „Wir entwickeln rund um die Sägetechnologien und Lager vielfältige Handlinglösungen; oft völlig automatisiert, angelegt für 24/7 Produktionen – hocheffizient und materialschonend. Kastosort tower beispielsweise zeigt die gesamte Kompetenz im Hause Kasto: vom Sägen und Lagern über das effiziente Handling bis zur Vollautomation.“ Die Schwarzwälder verfügen aktuell wieder über zwei besondere Neuheiten, die diesen Trend unterstreichen: Kastopick bar und Unitower cnc.

Vollautomatisch Kommissionieren in der Stahlbranche
Bleche sind auf Ladungsträgern ordentlich übereinandergestapelt und lassen sich schon seit vielen Jahren mit einem Manipulator wie Kastopick sheet vereinzeln. Bei einer chaotischen Langgut-Kassette hingegen ist dies ungleich schwieriger: Die Handhabung von nicht-orientierten Objekten ist herausfordernd, weil sowohl ihre Lage als auch Ausrichtung schwer vorherzusagen sind. Dies bedarf einer komplexen Erkennung und Anpassung, um sie korrekt zu greifen und abzulegen. Kasto bietet für dieses Problem nun eine smarte Vereinzelungs- bzw. Roboterlösung an: Kastopick bar optimiert die Entnahme von magnetischem Blank- und Schwarzmaterial – im neuen Lager ebenso wie in bereits bestehenden Systemen. Damit können Anwender unterschiedliche Stäbe aus Lagerkassetten mannlos im Drei-Schicht-Betrieb, also 24/7, entnehmen und handhaben.
CNC-Maschinen effizient bestücken
Das Bereitstellen von Werkstückträgern an CNC-Bearbeitungszentren ist platzintensiv. Nur wenn ausreichend gerüstete Paletten verfügbar sind, lassen sich mannlose Schichten in der Nacht fahren. Mit dem neuen Unitower cnc lösen die Süddeutschen beide Aufgaben. Anwender versorgen damit ihre CNC-Fertigung vollautomatisch und benötigen nur wenig Fläche.

Der neue Unitower cnc bietet Anwendern dabei einen großen Produktivitätsvorteil: Er versorgt die Maschinen kontinuierlich mit fertig gerüsteten Paletten, die die Beschäftigten mit Vorrichtungen und Werkstücken parallel an separaten Arbeitsplätzen vorbereiten können. Der Bediener kann den Lagerturm hauptzeitparallel während der Maschinenlaufzeit beschicken. Teurer Stillstand entfällt, und auch eine mannlose Nutzung der kompletten Anlage inklusive der kapitalintensiven Bearbeitungsmaschinen ist z.B. über Nacht möglich, wenn sie auf Dauerbetrieb ausgelegt sind. Unternehmen können mehrere geeignete Bearbeitungsmaschinen – unabhängig vom Hersteller – an ein Turmlager anbinden. Über Verschiebeeinheiten und Rollenbahnen lässt sich der Unitower cnc vollautomatisch mit mehreren Rüst- und Maschinenübergabeplätzen verbinden.
Maximale Effizienz durch Automatisierung
22.000 Mitarbeiter weltweit, 17 Fertigungswerke und 92 Drive Technology Center in 56 Ländern: Mit einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro (2023) gehört SEW-Eurodrive zu den internationalen Marktführern für Antriebstechnik und -automatisierung. Die Zentrale befindet sich im badischen Bruchsal. Das Fertigungswerk in Graben-Neudorf zählt etwa 400 Mitarbeitende. Produziert werden u.a. über 12.500 Verzahnteile und mehr als 7.500 Wellen täglich. Die Produktionsfläche beträgt rund 80.000 Quadratmeter. Kasto und SEW-Eurodrive entwickelten für dieses Werk eine Komplettlösung, bei der Metallsägen und Lagertechnik nahtlos ineinandergreifen und die Fertigung des Antriebstechnik-Spezialisten zentral mit Halbzeugen versorgen. Ob Losgröße 1 oder 10.000 – die weltweit einzigartige Anlage organisiert alle Prozessschritte vollautomatisch. Für Kasto ist es eines der größten Aufträge in der 180-jährigen Unternehmensgeschichte. Bei der Planung und Realisierung des neuen Lagers auf etwa 4.000 Quadratmetern setzen die Projektpartner auf die Kombination aus einem Wabenlager vom Typ Unicompact mit 5.140 Lagerplätzen für Kassetten bis zu drei Tonnen und einem Sägezentrum vom Typ Kastocenter mit 450 Plätzen für Einzelstangen.
Das Unicompact zeichnet sich durch eine hohe Raumnutzung aus. Die beiden kompakten Regalbediengeräte (RBG) bringen das Material an die sieben längsseitig installierten Ausgabestationen Kastopick split, wo es vereinzelt und an die Zufuhrrollenbahn der Säge übergeben wird. Damit das Material definiert liegt, sind alle 5.140 Kassetten mit schrägen Bodenleisten ausgestattet. Bei Bedarf lassen sich drei weitere Stationen an das System anbinden.

Kasto Sägezentren sind eine Kombination aus Pufferlager und CNC-Sägemaschinen. SEW-Eurodrive setzt auf das vollautomatische Kragarmlager Kastocenter varioplus 2. Von hier aus bringt ein computergesteuertes RBG komplett automatisiert einzelne Stäbe zu den integrierten Sägen. Acht vollautomatische Produktionskreissägen des Typs Kastovariospeed C 18 durchtrennen Werkstücke bis 180mm Durchmesser. Rohre und Stangen mit größeren Querschnitten zerteilt der vollhydraulische Hochleistungs-Bandsägeautomat Kastotec SC 4 in Einzelstücke. Das horizontal parallel verfahrende Sägeband trennt Rund-, Vierkant- und Flachmaterial sowie Rohre und Profile in allen Qualitäten.

















