
Das Schäldrehen ist eine anspruchsvolle Bearbeitung. Oft müssen Stäbe mit harten ‚Krusten‘ – den gewalzten oder geschmiedeten Randschichten – bearbeitet werden. Das stellt enorme Anforderungen an Hartmetallgüte und -sorte der eingesetzten Werkzeuge und verursacht gleichzeitig extrem hohen Verschleiß. Zudem sind wichtige Kriterien eines guten Bearbeitungsergebnisses hohe Rundheit, Maßhaltigkeit und gute Oberflächengüten bei gleichzeitig hohen Vorschüben.
Kostenlose Messetickets
Ceratizit stellt auf der AMB Stuttgart 2026 am Stand B10 in Halle 3 aus, an dem auch der für den AMB Award nominierte MaxiTurn – EcoPeel zu sehen ist. HIER finden Interessierte weitere Informationen zu den Messe-Highlights sowie die Möglichkeit, gratis Tickets anzufordern.
„Unsere Ziele bei der BGH liegen beim Schälen darin, kostenoptimiert und stabil zu arbeiten, sodass wir effizient, nachhaltig und auch prozesssicher bearbeiten. So können wir erreichen, dass das Ergebnis der geschälten Stäbe konstant ist und wir eine gleichbleibend hohe Qualität an unsere Kunden ausliefern können“, berichtet Danilo Kunze, Leiter der Abteilung Schäldrehen bei BGH im sächsischen Freital.
Niederlage? Neue Chance!
„Da wir immer auf der Suche nach optimierten Werkzeugsystemen für unsere Kunden sind, hatten wir 2023 einen Termin mit Danilo Kunze bei der BGH in Freital, um ihm eine Tandemlösung zum Schäldrehen vorzuschlagen. Doch er lehnte sie einfach ab. Das war schon ein ziemlicher Schock für uns, den wir erst einmal verarbeiten mussten“, erinnert sich Frank Klostermann, Technical Sales Engineer, Vertrieb Deutschland Mitte bei Ceratizit. Doch statt zu resignieren, arbeiteten Klostermann und Roland Friedl (Global Product Manager Carbide Inserts & Cutter Bodies bei Ceratizit) an einer komplett neuartigen Lösung. Auf einer Serviette entstand die erste Grundidee zu MaxiTurn – EcoPeel. Dazu stellten sich die beiden viele Fragen, etwa warum die ursprüngliche Tandemlösung abgelehnt wurde und wie sich das neue Werkzeugkonzept bestmöglich umsetzen lässt – denn beide merkten schnell, „dass dahinter richtig viel Potenzial steckt.“

Das war der Ansporn, den innovativen Ansatz weiterzuentwickeln. Wieder galt es, einen ganzen Fragenkatalog zu überdenken: Welche Vorschübe fährt der Kunde? Wie groß dürfen Schneidplatte und Kassette sein? Mit welchen Spantiefen deckt man den Bedarf der Kunden am besten ab, um das Produkt für möglichst viele Anwender interessant zu machen?
BGH Freital als ausgezeichneter ‚Sparringspartner‘
Mit diesen Ansätzen startete Friedl die Entwicklung und die ersten Prototypen. Nun fehlte nur noch ein geeigneter Kunde, um diese zu testen. Warum also nicht zur BGH gehen, die den Stein überhaupt erst ins Rollen brachte?
80:20 – die Erfolgsformel für 100-prozentige Leistung
„Die Grundidee von MaxiTurn – EcoPeel liegt darin, die Schlichtschneide zu schützen“, erläutert Friedl. „Bei einer Single-Lösung übernimmt eine sehr kurze Hauptschneide volle 100 Prozent der Abtragsleistung. MixiTurn – EcoPeel im Gegenzug teilt den Span auf: Wir haben hier in etwa eine Verteilung von 80 Prozent der Schruppschneide zu 20 Prozent für die Schlichtschneide. Das spiegelt sich in der Prozesssicherheit und in der Standzeit wider.“
Circle of Innovation
Die Zusammenarbeit zwischen der BGH-Gruppe und Ceratizit ist ein gelungenes Beispiel für einen ‚Circle of Innovation‘: Der Kunde kam mit der Anforderung zu Ceratizit, schwieriges Material noch effizienter zu bearbeiten. Über den Außendienstmitarbeiter Frank Klostermann und Produktmanager Roland Friedl wurde eine Lösung erarbeitet – „MaxiTurn – EcoPeel, eine am Markt einzigartige Innovation, die ihresgleichen sucht“, wie beide finden.
Auch in Sachen Spanbruch bringt MaxiTurn – EcoPeel Verbesserungen: Dadurch, dass die Zerspanung auf zwei Platten aufgeteilt wird, ist der Span dünner und deshalb besser zu kontrollieren. Gleichzeitig reduziert sich so das Spänevolumen teilweise um bis zu 50 Prozent. Ein weiterer Vorteil liegt im großen Radius der Schruppschneide, bei der LN17-Platte beispielsweise 19mm. Das bedeutet, die Kunden können einen wesentlich höheren Vorschub fahren.
MaxiTurn – EcoPeel als Prozessbooster
„Beim Thema Prozesssicherheit haben wir mit MaxiTurn -EcoPeel auf jeden Fall einen Fortschritt gemacht“, bestätigt Danilo Kunze von BGH. „Dadurch, dass zwei Werkzeuge im Einsatz sind – eine Schrupp- und eine Schlichtschneide – teilt sich ja die Spantiefe auf. So erfährt jede Schneide eine geringere mechanische thermische Belastung und hält dadurch länger. Das heißt, wir sind gleichzeitig prozessstabil und der Verschleiß pro Schneide nimmt ab.“

Aufgrund der geringeren Belastung an den entsprechenden Schneiden können diese schärfer ausgebildet werden, was dazu führt, dass die Schnittkräfte abnehmen. Daraus folgt eine geringere Belastung für die Maschine, sodass sie ruhiger, effizienter und verschleißärmer läuft.
Zwei Werkzeuge in einem
„Zusätzlich ist es möglich, durch die höhere Spanabnahme mitunter sogar einen gesamten Arbeitsgang einzusparen – erst Vorschälen und direkt das Material auf den entsprechend gewünschten Kundendurchmesser bringen“, weiß Kunze zu schätzen.














