
Im Gegensatz zu den einstellbaren Systemen erfordert diese Lösung kein besonderes Knowhow, da die Werkzeugserie für die allgemeine Schlichtbearbeitung ohne erhöhte Anforderungen konzipiert ist. Basierend auf den Erfahrungen mit den einstellbaren Systemen wurde die am besten passende Nebenschneidenlage der Wendeschneidplatte (WSP) durchmesserbezogen in den Festplattensitz übertragen.
Wirtschaftlichkeit und Einsatzgebiete
Die hier verwendete, neu entwickelte Tangential-Wendeschneidplatte YDA-22L101 weist vier Schneidkanten auf: Sie gestattet in Verbindung mit der 4,5mm langen Nebenschneide sowie optimalem Vorschub/Drehzahl-Verhältnis eine hochwirtschaftliche Schlichtbearbeitung mit ausgezeichneten Oberflächenresultaten.
Aufgrund der WSP-Geometrie sind allgemeine Schlichtbearbeitungen sowohl im Planfräsbereich als auch das Schlichten bis an Schultern möglich; nicht zuletzt auch durch den Eckenradius von 0,5mm. Ebenso lässt sich das Werkzeug für die Schlichtbearbeitung beim Drehfräsen verwenden.
Die verkürzte Nebenschneide und die radial positive Einbaulage der WSP verhindern zudem den ansonsten bei Breitschlichtsystemen bekannten Axialdruck, den die Schneide auf die Oberfläche projiziert. Hierbei kommt es oftmals – speziell bei dünnwandigen oder labilen Bauteilen – zu ‚Rattermarken‘, die die erzeugte Oberfläche negativ beeinflussen. Die vorgesehenen Schneidstoffe IN2040, IN2540 und IN2010 decken ein breites Spektrum zu bearbeitender Materialien im Stahl- und Gussbereich ab. Durch das Einbringen von PKD- oder CBN-Layern in die Wendeschneidplatte besteht darüber hinaus die Möglichkeit, das Einsatzspektrum zusätzlich zu erweitern. Die Werkzeugserie ist im Durchmesserbereich von 40 bis 125mm standardmäßig verfügbar.
Top-Oberflächen
Beim Bearbeiten kurz- und langspanender Werkstoffe erzielt der neue Schlichtfräser hervorragende Ergebnisse. Der durch die WSP-Geometrie minimierte Axialdruck erlaubt saubere Übergänge zwischen den Fräsbahnen und hinterlässt somit keinerlei Vibrationsmarken auf der erzeugten Oberfläche.
Die integrierten Kühlmittelbohrungen mit Austritt im Spanraum verhindern bei Kühlschmiermittel- oder Luftzufuhr – speziell bei der Stahl-Bearbeitung – ein Span-Anhaften oder Mitziehen der Späne auf die geschlichtete Oberfläche. Die 4,5mm lange Nebenschneide befähigt zu besonders hohen Vorschubgeschwindigkeiten bei minimierter Kontaktzeit und Top-Oberflächenergebnissen.
















