Anwenderbericht: Kraftvolles Duo

Seit der Werkzeugbau von Erxleben Verformungstechnik CAD teilweise und CAM vollständig auf Visi umgestellt hat, agiert der Automotive-Zulieferer deutlich schneller und flexibler - nicht zuletzt auch in der Zusammenarbeit mit externen Werkzeuglieferanten. Die Umformprozesse werden in Wildeshausen seit kurzem direkt aus dem Visi-Workflow heraus mit Stampack Xpress simuliert und Fehler sofort entdeckt.
Teileproduktion auf einer der automatisch laufenden Exzenterpressen mit Coilzuführung.
Teileproduktion auf einer der automatisch laufenden Exzenterpressen mit Coilzuführung.Bild: Mecadat AG

Mit etwa 380 Mitarbeitern produziert die im niedersächsischen Wildeshausen beheimatete Kurt Erxleben GmbH & Co. KG Blechformteile, Schweißzusammenbauten sowie Zerspanungsteile. Abgedeckt werden im Dreischichtbetrieb neben Stanz- und Umformtechnik auch Technologien wie CNC-Abkanten, Roboterschweißen, 2D- und 3D-Laserschneiden, Roboterkleben oder CNC-Fräsen. Die Kunden kommen zum größten Teil aus der Automobilbranche: Direkt beliefert werden OEMs wie Daimler, Porsche oder Volkswagen, aber auch große Tier1-Zulieferer wie Magna CTS, Valeo, Voestalpine, Wagon Automotive oder ZF.

Alle großen Werkzeuge, vor allem die großen Folgeverbundwerkzeuge, werden in Wildeshausen extern bezogen, dort auch konstruiert und im eigenen Haus dann eingefahren. Bei diesen Werkzeugen ist die Konstruktionsabteilung allerdings eng in den Prozess eingebunden. „Das betrifft sowohl die Bewertung der Herstellbarkeit des Artikels während der Kalkulationsphase als auch die Überprüfung von Methode und Wirkflächen oder die Tryout-Phase“, unterstreicht Konstrukteur Roman Kraus. „Denn wir verantworten den gesamten Optimierungsprozess, damit das Werkzeug anschließend die geforderte Qualität störungsfrei produziert. Und zwar über die gesamte Laufdauer hinweg.“

CAM-Leiter Carsten Zejunc an der CNC einer der drei Drahterodiermaschinen von Mitsubishi, die von Visi Peps Wire mit Erodierprogrammen versorgt werden.
CAM-Leiter Carsten Zejunc an der CNC einer der drei Drahterodiermaschinen von Mitsubishi, die von Visi Peps Wire mit Erodierprogrammen versorgt werden. Bild: Mecadat AG

Durchgängiger Workflow

Gerade in der Automobilindustrie stellt die Forderung nach immer kürzeren Durchlaufzeiten eine zusätzliche Herausforderung dar. So bleibt für die Optimierung meistens nur noch ein bis zwei Wochen Zeit – ohne die 3D-Branchenlösung Visi wäre das kaum umzusetzen. Mit der aktuell insgesamt 22 Module umfassenden Produktfamilie für den Werkzeug- und Formenbau aus dem Hause Hexagon (früher Vero Software) bildet Erxleben seinen CAD- und CAM-Workflow ab.

Der Start mit Visi erfolgte 2015 bei der Fräsprogrammierung, auch um Hypermill als Programmiersystem abzulösen. Damals wurde ausschließlich mit Catia V5 sowie NX konstruiert – die neben Visi heute noch als CAD-Systeme im Einsatz sind – und der Konstrukteur hatte gleich auch die NC-Programmierung mitübernommen. Dementsprechend unflexibel war der Umformspezialist beim Generieren der Fräsprogramme und suchte daher dringend nach einer Lösung, die CAD und CAM räumlich entkoppelt, aber dennoch durchgängig mit demselben Datenmodell arbeitet.

>>Visi erleichtert uns die Zusammenarbeit erheblich<<

Zudem sollte das neue System so einfach und intuitiv zu bedienen sein, dass ein Werkzeugmacher auch ohne große CAD-Kenntnisse schnell und fehlerfrei zu überzeugenden Fräsergebnissen kommt – einschließlich simultaner 5-Achs-Bearbeitung. So landete Erxleben recht schnell bei Visi, nicht zuletzt auch wegen des modularen Branchenkonzepts und den durchdachten CAD- und CAM-Funktionen, die sich speziell an den Belangen des Werkzeugbaus orientieren.

Einer der beiden CAM-Arbeitsplätze: Automatisierte 2,5D-Programmierung mit Visi Compass Technologie, die bei Erxleben vor allem bei Bohrungen und Passungen zum Einsatz kommt.
Einer der beiden CAM-Arbeitsplätze: Automatisierte 2,5D-Programmierung mit Visi Compass Technologie, die bei Erxleben vor allem bei Bohrungen und Passungen zum Einsatz kommt.Bild: Mecadat AG

Für Visi sprach zudem, dass es viele Werkzeugbauer verwenden. Nicht nur hierzulande, sondern auch in Italien und der Türkei, woher man in Wildeshausen ebenfalls Werkzeuge bezieht. „Dies erleichtert uns die Zusammenarbeit erheblich. Mit Visi bilden wir heute alle wichtigen Stationen unserer CAD- und CAM-Prozesse ab, von der Angebotsphase, Methodenplanung und Konstruktion bis hin zu den NC-Programmen für die Fräs- und Drahterodiermaschinen“, betont Carsten Zejunc, der bei Erxleben den CAM-Bereich verantwortet. „Die 2,5D-Fräs-und Bohrprogramme erzeugen wir mit dem Modul Visi Compass per Featureerkennung sogar weitgehend automatisch. Das geht blitzschnell und spart uns viel Zeit.“

Hifreiche Umformsimulation

Noch relativ neu ist bei den Niedersachsen das Thema Umformsimulation – und sie zeigen sich bereits von den Möglichkeiten absolut beeindruckt. Gemeint ist die Flächen- und Volumensimulation von ein- oder mehrstufigen Metallumformprozessen mit dem Tool Stampack Xpress, das von der Stampack GmbH aus dem badischen Bietigheim entwickelt wurde. Wie sieht nun ein typischer Visi-Workflow aus?

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: EVO Informationssysteme GmbH
Bild: EVO Informationssysteme GmbH
Produktion und Logistik gemeinsam digitalisieren

Produktion und Logistik gemeinsam digitalisieren

EVO Informationssysteme kooperiert mit Keyence Deutschland: Nach umfangreichen Tests und dem praktischen Einsatz bei Kunden hat die Kombination der intuitiven EVO-Apps mit den leistungsfähigen Industrie-Scannern von Keyence überzeugt. Der Einsatz der nutzerfreundlichen EVO Apps und die Scanleistung unter widrigen Industriebedingungen gewährleisten die zuverlässige Identifizierung und Prozessdokumentation in Wareneingang, Produktion und Lager.

Bild: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH – Nico Sauermann
Bild: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH – Nico Sauermann
Aluminium prozesssicher zerspanen

Aluminium prozesssicher zerspanen

Bohren, Reiben, Stechen und Fräsen: Der Werkzeugspezialist Paul Horn aus Tübingen bietet ein breites Portfolio an optimierten Werkzeugen für die wirtschaftliche Zerspanung des Leichtmetalls Aluminium. Nach Stahlwerkstoffen ist Aluminium das meist verwendete Metall. In der zerspanenden Industrie zählen die Al-Legierungen zu den leicht zu bearbeitenden Werkstoffen. Nichtsdestotrotz ist es möglich, dass bei der Bearbeitung des weichen Metalls schnell ein ‚harter Brocken‘ entsteht: Verklebungen, Aufbauschneiden und Spänestau bis zum Werkzeugbruch kommen vor. Mit den richtigen Werkzeugen, Schneidstoffen, Schnittdaten sowie der passenden Menge und Art des Kühlschmierstoffes lassen sich Al-Legierungen prozesssicher zerspanen.

Bild: Zentralverband Oberflächentechnik e.V.
Bild: Zentralverband Oberflächentechnik e.V.
ZVO-Jahresbericht 2021

ZVO-Jahresbericht 2021

Der Zentralverband Oberflächentechnik e.V. bringt seinen Jahresbericht 2021 heraus. Mit der aktuellen Publikation berichtet der ZVO erneut über seine Arbeit und die Entwicklung im abgelaufenen Kalenderjahr. Der Bericht dokumentiert die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten des ZVO und der Branche, insbesondere der wirtschafts-, umwelt-, energie- und bildungspolitischen Interessenvertretung sowie die Branchenentwicklung. 

Bild: Sodick Deutschland GmbH
Bild: Sodick Deutschland GmbH
Metav 2022 als Heimspiel für EDM-Spezialist

Metav 2022 als Heimspiel für EDM-Spezialist

EDM-Spezialist Sodick ist vom 21. bis zum 24. Juni auf der Metav 2022 in Düsseldorf mit von der Partie. In Halle 16 am Stand F38 kann mit drei Maschinen ein kleiner Ausschnitt aus dem breiten Sortiment an Erodiermaschinen präsentiert werden: eine Drahterodiermaschine VL400Q, eine Senkerodiermaschine AD35L (im Bild ist eine AD55L zu sehen) und eine K1C für das Hochgeschwindigkeits-Startlochbohren

Bild: Klingelnberg GmbH
Bild: Klingelnberg GmbH
Fachbericht: Modified Crowning

Fachbericht: Modified Crowning

Was soll sich schon bei einem Achsgetriebe ändern, wenn statt eines Verbrennungsmotors ein elektrischer Antrieb mit gleicher Nennleistung eingebaut ist? Auf den ersten Blick sind keine Änderung im Lastenheft des Achsgetriebes zu vermuten – wäre da nicht das Energiemanagement eines elektrischen Antriebsstranges. Klingelnberg kennt sich mit dem Thema bestens aus.

Bild: Laserhub GmbH
Bild: Laserhub GmbH
Beschaffungsplattform für industrielle Metallteile

Beschaffungsplattform für industrielle Metallteile

Die Firma Laserhub, Betreiber der gleichnamigen Online-Plattform für die Beschaffung maßgeschneiderter Blech- und Drehteile, gibt den erfolgreichen Abschluss ihrer Series-B-Finanzierungsrunde bekannt. Als erster internationaler Investor führt Evli Growth Partners aus Finnland die Runde an. Als Co-Investoren schlossen sich mit Fuse Venture Partners aus dem Vereinigten Königreich und FJ Labs aus den USA zwei weitere internationale Fonds an.

Bild: ACE Stoßdämpfer GmbH
Bild: ACE Stoßdämpfer GmbH
Selbsteinstellende Industriestoßdämpfer in Edelstahl

Selbsteinstellende Industriestoßdämpfer in Edelstahl

ACE Stoßdämpfer erweitert die erfolgreiche Magnum-Serie und präsentiert damit eine konstruktionstechnische Besonderheit: Das Unternehmen aus Langenfeld im Rheinland bietet jetzt erstmals selbsteinstellende Industriestoßdämpfer mit Gewinde M64 und einem Hub von 150mm serienmäßig in einer Edelstahlausführung an, deren Hauptkomponenten komplett in Deutschland entwickelt und gefertigt werden.

Anzeige

Anzeige

Anzeige