Anwenderstory: Optimiertes Spänehandling
Euler Feinmechanik produziert qualitativ hochwertige Aluminiumprodukte für die vorwiegend aus der optischen Branche stammenden Kunden. Eine Brikettieranlage von Ruf steigert zusätzlich die Wirtschaftlichkeit bei der Zerspanung des Lohnfertigers. Das automatisch arbeitende System macht aus voluminösen und nassen Aluspänen kompakte und weitgehend trockene Briketts, die als wertvoller Sekundärrohstoff vermarktet werden.
Aluminiumbrikett: Mit einem Druck von bis zu 4000kg/cm2 werden die Späne zu Zylindern mit 70mm Durchmesser und einer Länge 
von ebenfalls etwa 70mm gepresst.
Aluminiumbrikett: Mit einem Druck von bis zu 4000kg/cm2 werden die Späne zu Zylindern mit 70mm Durchmesser und einer Länge von ebenfalls etwa 70mm gepresst. Bild: Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG

Auch die äußeren Rahmenbedingungen der jüngeren Vergangenheit haben das Wachstum des vor den Toren der Optikstadt Wetzlar ansässigen Betriebs Euler Feinmechanik nur leicht gebremst. 2020 konnte der Lohnfertiger seinen Umsatz trotz der Einschränkungen konstant halten und investierte sogar etwa 1,5 Millionen Euro in neue Technik. 2021 ist wieder ein Umsatzplus von fünf bis zehn Prozent auf 9 bis 9,5 Millionen Euro angepeilt. Und schon nach den ersten dreieinhalb Monaten des Jahres waren für weitere 1,5 Millionen Euro neue Maschinen für das Werk in Schöffengrund beschafft worden.

"Die Ruf-Presse hat zur Automatisierung unserer Abläufe und der Verbesserung der Effizienz stark beigetragen", betont Geschäftsführer Leonard Euler von Euler Feinmechanik.
„Die Ruf-Presse hat zur Automatisierung unserer Abläufe und der Verbesserung der Effizienz stark beigetragen“, betont Geschäftsführer Leonard Euler von Euler Feinmechanik.Bild: Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG

Effizienz stets im Blick

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Die Geschäftsführer Hans und Leonard Euler, Sohn und Enkel des Firmengründers, setzen in ihrer Lohnfertigung konsequent auf Qualität und Zuverlässigkeit, Orientierung an den Kundenbedürfnissen – und auf Wirtschaftlichkeit. „Bei der Effizienzsteigerung durch Automatisierung und Digitalisierung darf man aber nicht nur auf die Kernprozesse Drehen und Fräsen blicken“, betont Leonard Euler. „Sehr wichtig ist auch die Peripherie, beispielsweise das Spänehandling mit unserer Brikettieranlage von Ruf“, unterstreicht der 36-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur. Die Rechnung ist einfach: Je weniger Zeit Maschinenbediener für das Spänehandling aufwenden müssen, umso länger können sich die Fachleute produktiven Tätigkeiten widmen und ihre rund 45 Dreh- und Fräszentren rund um die Uhr am Laufen halten. Mit ihnen verarbeitet das Unternehmen monatlich etwa 38 Tonnen Aluminium, dabei fallen rund 25 Tonnen Aluminiumspäne an.

Handliche trockene Briketts statt voluminöse nasse Späne: Mit der Ruf-Presse vereinfacht Euler Feinmechanik deutlich das Handling der Produktionsreste.
Handliche trockene Briketts statt voluminöse nasse Späne: Mit der Ruf-Presse vereinfacht Euler Feinmechanik deutlich das Handling der Produktionsreste. Bild: Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG

Alu-Späne brikettieren

Der Umgang mit Spänen kostet viel Zeit und Ressourcen. Sie weisen ein extrem hohes Schüttvolumen auf, brauchen also viel Platz. Die Mengen zu Sammelcontainern zu bringen und händisch einzufüllen, erfordert einiges an Zeit. Wenn sie mit Kühlschmierstoffen behaftet sind, verschmutzen sie bei Transport und Lagerung oft die Produktionsflächen. Zudem lassen sich mit nassen Spänen nur reduzierte Erlöse erzielen, weil die Logistik aufwändig ist und die Späneaufbereitung vor dem Einschmelzen weitere Kosten verursacht, unter anderem für die Abtrennung der Kühlschmierstoffe, die dann entsorgt werden müssen.

Euler geht einen anderen Weg, denn das Verpressen zu handlichen Briketts löst all diese Probleme. Je nach Art der Späne verringert sich das Volumen auf ein Drittel bis ein Zehntel. Die Kühlschmierstoffe werden während des Pressvorgangs fast vollständig ausgepresst. Lagerung und Transport der Briketts gestalten sich einfach und sauber. Zudem weisen sie eine dauerhaft niedrige und definierte Restfeuchte auf; eine Diskussion beim Nässeabzug bei der Schrottvermarktung entfällt. So ist beim Verkauf im Regelfall ein mittlerer bis hoher zweistelliger Eurobetrag Mehrerlös pro Tonne Briketts erzielbar, in vielen Fällen ist sogar ein dreistelliger Betrag möglich – dies immer im Vergleich zur Vermarktung als loser Span. Nicht zu vergessen, dass sich der ausgepresste Kühlschmierstoff in vielen Fällen wiederverwenden lässt. So ergeben sich übliche Amortisationszeiten von 1,5 bis 3,5 Jahren.

Innovative Brikettieranlagen

Die Firma Ruf mit Sitz in Zaisertshofen wurde 1969 von Hans Ruf gegründet. Heute leiten seine Söhne Roland und Wolfgang Ruf die Geschäfte. Rund 150 Mitarbeiter weltweit entwickeln und produzieren innovative Brikettieranlagen in modularer Bauweise für Metall, Holz und andere Reststoffe. Mittlerweile laufen über 5.000 Brikettiersysteme in über 100 Ländern.

www.brikettieren.dewww.euler-feinmechanik.de

Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG

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