- Anzeige -

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Lesedauer: 13 min
4. August 2021
Megatrends in der Produktion 2
Im dima Printheft 2-2021 gaben bekannte Werkzeug- und Maschinenhersteller bereits Einblicke in die Megatrends im fertigungstechnischen Umfeld. Hier geht die spannende Reise weiter: Wohin führen uns die Digitalisierung und KI? Was müssen fortschrittliche Maschinen leisten? Antworten geben führende Köpfe erfolgreicher Industrieunternehmen.

Sowohl an dieser Stelle als auch online u.a. bei www.der-maschinenbau.de geben Verantwortliche aus dem Maschinenbau und von Fertigungsunternehmen ihre Einschätzungen zur aktuellen Situation und über künftige Entwicklungen. Den ersten Teil der Serie in der dima finden Interessierte hier: Megatrends in der Produktion.

Netzwerke optimal einbinden

„Die Zielsetzung jedes Fertigungsbetriebes ist es, seine Kunden zufriedenzustellen und Ertrag zu erwirtschaften. Werkstücke müssen daher termingerecht in der richtigen Qualität und zu optimalen Kosten produziert und geliefert werden“, sagt Manfred Maier, COO bei Heller (www.heller.biz). „Die Varianz und Vielfalt an Werkstücken, die in unterschiedlichsten Losgrößen gefertigt werden, machen bei den meisten Fertigungsbetrieben einen Maschinenpark mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Maschinen und teilweise auch Technologien erforderlich. Zunehmend kleinere Losgrößen, kürzere Lieferzeiten und immer komplexere Bauteile erfordern eine kontinuierliche Optimierung des Fertigungsablaufs. Ziel ist es dabei u.a. Rüstzeiten, Zeiten für Teilehandling, Messaufwand sowie Durchlaufzeiten zu reduzieren und damit optimale Stückkosten zu erreichen.

"Werkstücke müssen termingerecht in der richtigen Qualität und zu optimalen Kosten produziert und geliefert werden."
Manfred Maier, COO des Werkzeugmaschinenanbieters Heller
„Werkstücke müssen termingerecht in der richtigen Qualität und zu optimalen Kosten produziert und geliefert werden.“ Manfred Maier, COO des Werkzeugmaschinenanbieters HellerBild: Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH

Bei allen Betrachtungen, Möglichkeiten und Lösungen zur Digitalisierung muss es das Ziel bleiben, nach wie vor mit einer hohen Produktivität Stückzeiten des Kunden zu verkürzen und damit Werkstückkosten zu reduzieren. Bereits heute werden bei Heller nachhaltige Mehrwerte für den Kunden durch die erleichterte Anwendung der Maschine, die optimale Einbindung in Netzwerke sowie erweiterte Funktionalitäten und Servicemöglichkeiten generiert. Mit Heller4Industry hat Heller einen Rahmen für neue Industrie- 4.0-Technologien geschaffen. Das kontinuierliche Ziel ist es dabei, die Overall Equipment Effectiveness, für uns das Produkt aus Verfügbarkeit, Produktivität und Qualität, zu steigern. Heller betrachtet dabei das komplette Umfeld einer Fertigungssituation.

Grundsätzlich geht es für ein Unternehmen, das in eine Werkzeugmaschine (WZM) investiert, um Langzeit-Zuverlässigkeit in Verbindung mit Produktivität, Flexibilität, Stabilität und Präzision. Damit diese Fertigungsbetriebe überhaupt zuverlässig produzieren können, müssen Maschinen genau diese Merkmale erfüllen. Betrachten wir dann den Bearbeitungsprozess, sehen wir weiterhin den Trend zur Komplettbearbeitung. Mit dem Einsatz von zusätzlichen fertigungstechnischen Verfahren, die nicht unbedingt typisch für Bearbeitungszentren sind, Nebenzeiten konsequent reduziert werden. In aller Regel können dadurch auch die erreichbaren Genauigkeiten erhöht werden.

>>Ein smarter Technologiemix flexibilisiert die Produktion<<

Eine wesentliche Anforderung bleibt aber auch zukünftig die maximale Verfügbarkeit von Maschinen ‚rund um die Uhr‘. Unserer Ansicht nach trägt da natürlich wesentlich die Automatisierung einer WZM dazu bei. Die technischen Möglichkeiten reichen hier vom einfachen Palettenwechsler bzw. den Paletten-Linear- bzw. -Rundspeichern über den flexiblen Bestückungsroboter bis hin zur Kombination mit einem Regalsystem auch für Werkzeuge. Richtig interessant wird die Frage der Automatisierung bei den Fertigungsanlagen, in denen mehrere WZM innerhalb einer Prozesskette zum Einsatz kommen. Hier gibt es eine Vielzahl von Lösungen. Das Angebot reicht hier von der einfachen Verkettung über Transportbänder und Greifer über flexible Lösungen mit zentralem Werkstückhandlingssystem bis hin zur getakteten Transferstraße.

All diese Automatisierungslösungen dienen dazu, die absolute Verfügbarkeit und Flexibilität der Produktionslösung langfristig zu erhöhen. Eine grundsätzliche Voraussetzung für die Bewältigung komplexer Fertigungsaufgaben sind zuverlässige und hoch produktive WZM für die Komplettbearbeitung. Mit dem Einsatz von zusätzlichen fertigungstechnischen Verfahren, die beispielsweise nicht typisch für Bearbeitungszentren sind, lassen sich durch einen ’smarten Technologiemix‘ komplexe Produktionsaufgaben erfüllen. Unterstützt werden kann die Beherrschung derartiger Fertigungsprozesse durch den spezifischen Einsatz der Digitalisierung und Automation. Für beide Themencluster bietet Heller umfangreiche Lösungsansätze.“

Zukunftsfähig mit digitalen Meilensteinen

„Auch das Jahr 2021 bietet uns einige Herausforderungen, denen wir uns aber mit Power und einigen innovativen Ideen stellen“, sagt Steffen Baur, Leiter Produktmanagement und technisches Management beim Werkzeughersteller Ceratizit (cuttingtools.ceratizit.com).

Anwendungstechniker nutzen Virtual Reality sowie weitere fortschrittliche Lösungen, um Kunden eine sofortige technische Unterstützung zu bieten.
Anwendungstechniker nutzen Virtual Reality sowie weitere fortschrittliche Lösungen, um Kunden eine sofortige technische Unterstützung zu bieten. Bild: Ceratizit Deutschland GmbH

„Die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung ist und wo wir in diesem Bereich aktuell stehen. Glücklicherweise haben wir schon frühzeitig reagiert und Möglichkeiten entwickelt, wie wir mit unseren Kunden – auch jenseits von Messen – möglichst eng in Kontakt bleiben können. Neben unserer eigens produzierten Infotainment Show ‚It’s Tool Time‘, in der wir analog zu einer echten Messe unsere Werkzeug-Highlights präsentiert haben, können wir mit unserer Kundensupport-App LiveTechPro auf einen weiteren digitalen Meilenstein blicken. Wenn wegen Corona keine Kundenbesuche möglich sind, nutzen unsere Anwendungstechniker diese VR-Technologie, um sofortige technische Unterstützung zu bieten. Und das verschafft auch unseren Kunden eine gewaltige Sicherheit, weil sie sich nach wie vor auf unseren Support verlassen können.

>>Sich den Herausforderungen mit Power und innovativen Ideen stellen<<

Mit unserem Überwachungs- und Regelungssystem ToolScope stellen wir uns ebenfalls der digitalen Zukunft. Die neue Softwareversion V12 erlaubt beispielsweise, dass Kunden praktisch vom Homeoffice aus – per Fernwartung – auf das System zugreifen. Dies alles in Kombination mit unseren Serviceleistungen und einem Komplettsortiment an hochqualitativen Zerspanungswerkzeugen lässt uns durchaus positiv in die Zukunft blicken.“

Maschinen einfacher automatisieren

„Schneller, zuverlässiger, einfacher – diese Eigenschaften charakterisieren die Entwicklung im Maschinenbau. Dabei sind aus heutiger Sicht Hardware und Mechanik nahezu ausgereizt“, ist Stefan Raff, Head of Sales Robomachine Europe bei Fanuc, überzeugt (www.fanuc.eu). „Wir wissen, wie sich Materialien und Profile unter Belastung oder thermischen Einflüssen verhalten. Ansonsten haben wir die Maschinen an das momentane mechanische Limit geführt. Was wir verbessern können, sind die Koordination von Prozessschritten oder die Intelligenz der Steuerung.

"Die moderne Maschine weiß, in welchem Zustand sie arbeitet und wie schnell sie sich an Grenzwerte herantasten kann."
Stefan Raff, Head of Sales Robodrill, Robocut, Robonano bei Fanuc Europe
„Die moderne Maschine weiß, in welchem Zustand sie arbeitet und wie schnell sie sich an Grenzwerte herantasten kann.“ Stefan Raff, Head of Sales Robodrill, Robocut, Robonano bei Fanuc EuropeBild: Fanuc Deutschland GmbH

Die moderne Maschine ‚weiß‘, in welchem Zustand sie arbeitet und wie schnell sie sich an Grenzwerte herantasten kann. Künstliche Intelligenz hat zumindest bei Fanuc längst Einzug in Bearbeitungsmaschinen gehalten, die Funktionalität jedoch nicht verändert. Hauptsächlich sind es lernende Funktionen, mit denen die Genauigkeit der Bearbeitung, die Gleichmäßigkeit der Bearbeitung und die Zuverlässigkeit beeinflussen. Beispiele dafür sind KI-Funktionalitäten wie ‚AI Corner Control‘, oder Temperaturkompensation – für die Serienproduktion inzwischen unverzichtbare Tools.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

TeDo Verlag GmbH
http://www.tedo-verlag.de

Das könnte Sie auch interessieren

Bild: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH - Nico Sauermann
Bild: Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn GmbH - Nico Sauermann
Hochleistungsschichten für noch bessere Werkzeuge

Hochleistungsschichten für noch bessere Werkzeuge

Weniger als 0,005mm dick, aber aus der modernen Werkzeugtechnologie nicht mehr wegzudenken: Werkzeugbeschichtungen bieten Standzeiterhöhungen im Vergleich zu unbeschichteten Hartmetall-Werkzeugen von über 1.000 Prozent. Mit den Entwicklungen der Hochleistungsschichten IG6 und SG3 zeigen die Ingenieure des Unternehmens Paul Horn aus Tübingen ihr Wissen über die Werkzeugveredelung.

Bild: Hoffmann SE
Bild: Hoffmann SE
Präzision und Effizienz beim Mikrobohren

Präzision und Effizienz beim Mikrobohren

Die Produktfamilie ‚Garant Master‘ steht seit mehreren Jahren für moderne Hochleistungszerspanung auf einem technisch anspruchsvollen und gleichzeitig verlässlichen Niveau. Mit dem neuen Vollhartmetall (VHM)-Bohrer Garant Master Steel Micro erweitert die Hoffmann Group aus München diese Produktfamilie nun auf das Anwendungsfeld der Mikro-Präzisionszerspanung.

Bild: EWM AG
Bild: EWM AG
Mittelständler ausgezeichnet

Mittelständler ausgezeichnet

Der Große Preis des Mittelstandes wird seit 1995 von der Oskar-Patzelt-Stiftung vergeben. Entscheidend für die Auszeichnung sind fünf Kategorien: Gesamtentwicklung, Beschäftigung, Innovation, Engagement und Marketing. Somit werden die Unternehmen nicht nur nach einzelnen betriebswirtschaftlichen Kriterien bewertet, sondern auch ihr Mehrwert für die Gesellschaft wird gewürdigt. Der Große Preis des Mittelstandes wurde nun in Düsseldorf vergeben und EWM aus 4.674 nominierten Unternehmen als einer von drei Siegern aus der Region Rheinland-Pfalz/Saarland geehrt.

Bild: Technotrans SE
Bild: Technotrans SE
Weltneuheit auf der Blechexpo 2021

Weltneuheit auf der Blechexpo 2021

Technotrans präsentiert auf der Blechexpo vom 26. bis zum 29. Oktober 2021 in Stuttgart eine neue Düsentechnologie für die Sprühbeölung als Weltneuheit. Diese ist in der Lage, eine Kleinstmenge von weniger als 0,5g Öl pro Quadratmeter ohne Einsatz von Druckluft gleichmäßig zu versprühen.

Bild: FRÜCHTL GmbH
Bild: FRÜCHTL GmbH
Geradheit und Rundheit von Stangenmaterial präzise messen

Geradheit und Rundheit von Stangenmaterial präzise messen

Mit einer neuen Messmethode bietet Stainless Früchtl einen Service an, der weltweit einzigartige Ergebnisse liefert. Der Edelstahlhändler kann die Geradheit und Rundheit von Stangenmaterial mit bisher unerreichter Genauigkeit messen… und das auf einer Länge von über 4m. „Einer unserer Kunden hat aufgrund unserer Messergebnisse nun die Gewissheit, dass die gelieferte Ware auch seinen Anforderungen entspricht“, berichtet Geschäftsführer Wolfgang Sachsenmaier.

Bild: Gressel AG
Bild: Gressel AG
Spann- und Automationstage 2021

Spann- und Automationstage 2021

Nach einem Jahr Unterbrechung fanden bei Gressel nun wieder die ‚Spann- und Automationstage‘ im Stammwerk in Aadorf (Schweiz) statt. Mehr als 100 Gäste folgten im September der Einladung des Spezialisten für Werkstückspanntechnik und Fertigungsautomatisierung.