
Im Mai wurde der westfälische Standort von IMA Schelling zum Zentrum intensiver Kundengespräche und technischer Einblicke. „In einem solchen Rahmen können wir die Zeit mit unseren Kunden optimal nutzen“, sagt CEO Maximilian Lehner. So bot das Open House 2026 eine Gelegenheit, Anwendungen im Detail zu diskutieren und den laufenden Betrieb direkt zu erleben.
Ganzheitlich funktionierende Technik
Vorgestellt wurden durchgängige Produktionslösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Zuschnitt über die Kantenbearbeitung bis zu CNC-, Bohr- und Fräsprozessen sowie integrierten Handlingssystemen. Die Anlagen wurden nicht isoliert präsentiert, sondern als komplette Prozessketten im realen Einsatz vorgeführt und im Technikum demonstriert. Die enge Verbindung zur Anwendung prägt die unternehmensweite Hands-on-Mentalität von IMA Schelling.
Im Kontext steigender Anforderungen an Variantenvielfalt und Effizienz rückte zudem die Hochleistungsplattenaufteilsäge HL 1 in den Fokus. Entwickelt für den Trend zur Losgröße 1 zeigt sie, wie sich hohe Performance mit flexiblen Fertigungsanforderungen und variabler Layoutgestaltung verbinden lässt. Die Maschine verdeutlicht zentrale Überlegungen moderner Produktionskonzepte und gibt Einblicke in Funktionen und Auslegungsoptionen für variantenreiche Fertigung. Große Beachtung fand der neue dickflexible Oberdruck bei Durchlaufmaschinen zur Kantenbearbeitung. Die erstmals eingesetzte Lösung erweitert die Möglichkeiten flexibler Anlagenkonzepte und verändert die Struktur moderner Fertigungsprozesse spürbar.
Auch im CNC-Bereich zeigte das Portfolio seine Stärke mit komplexen Geometrien. Das Spektrum umfasste zudem Durchlaufbohrtechnik sowie platzoptimierte Anlagen mit integrierter Logistik auf Basis von Hochregalsystemen. Dazu gehörten Robotiklösungen für Werkstückhandling und flexible Lastaufnahmen. Vision- und Prüfsysteme zur Identifikation und Qualitätskontrolle komplettierten das technische Gesamtbild.
Software wird Produktionsfaktor
Ein zentrales Thema war die zunehmende Verschmelzung von Automation, Software und künstlicher Intelligenz. Durch Fachkräftemangel, steigende Kosten und wachsende Effizienzanforderungen gewinnen datengetriebene Systeme weiter an Bedeutung. Mit der Weiterentwicklung der Maschinen-Software-Plattform ‚AimiI setzt IMA Schelling auf integrierte digitale Strukturen. Parallel wird die ERP-Systemlandschaft modernisiert und um Plattformen erweitert, die Kunden den Einsatz eigener KI-Anwendungen ermöglichen. „Ein komplett neuer Ansatz. Das hat bei uns in der Branche so noch niemand“, betont CEO Maximilian Lehner.
Premiere feierte zudem die KI-Plattform ‚Vision AI‘. Auf ihr trainieren Kunden eigene Modelle zur industriellen Bildauswertung, etwa für Qualitätsprüfung und Fertigungskontrolle. Damit erweitert das Unternehmen sein Vision-Portfolio konsequent in Richtung individuell konfigurierbarer KI-Anwendungen.

Service neu gedacht
Zu Technologie und Software präsentierte sich auch der Servicebereich als zentraler Bestandteil des Gesamtkonzepts. Ein Schwerpunkt lag auf Konzepten zur nachhaltigen Leistungssteigerung von Anlagen in den Bereichen Modernisierung, Digitalisierung und Reparatur. Ergänzend vermittelten Technical Trainings praxisnahe Einblicke in Workshop-Formate im Technikum, bei denen gemeinsam Optimierungspotenziale identifiziert und Lösungen strukturiert erarbeitet werden.
Mit der weiterentwickelten Plattform Zimba stellte IMA Schelling eine zentrale Lösung für Maschinenverwaltung und Support vor, die den Zugriff auf Dokumentationen, Ersatzteile und Serviceprozesse deutlich vereinfacht und beschleunigt. Ergänzt wurde das Angebot durch neue Serviceansätze, darunter vorausschauende Instandhaltung sowie den weiteren Ausbau digitaler Angebote. „Wir heben Service konsequent auf das nächste Level“, bekräftigt IMA Schelling Service Director Martin Krügers, „von neuen Ansätzen im Ersatzteilpricing bis hin zu einem zukunftsorientierten Gesamtkonzept.“
Der persönliche Austausch erwies sich als zentraler Erfolgsfaktor. Die Gespräche reichten von konkreten Projektanforderungen bis hin zu strategischen Fragen der zukünftigen Produktion. Auch die Wirtschaftssituation war Thema, insbesondere die geopolitischen Unsicherheiten und zurückhaltenden Investitionsentscheidungen. Der CEO zur Lage des Unternehmens: „Trotz eines herausfordernden Marktumfelds sind wir grob auf Kurs.“
Nähe als Zukunftsstrategie
Maximilian Lehner verwies im Rahmen der Veranstaltung immer wieder auf die Bedeutung von Standort, Mitarbeitern, Innovation und direkter Kundennähe. „Wir haben hier einige Neuentwicklungen am Start, sowohl im Servicebereich als auch bei den Neumaschinen. Wir müssen uns nicht verstecken. Unser Team vor Ort macht eine gute Arbeit.“
Engineering. Software. Systemkompetenz.
Die IMA Schelling Group ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Hightech-Maschinen und integrierter Produktionssysteme für die metall-, holz- und kunststoffverarbeitende Industrie. Das Unternehmen kombiniert fortschrittliche Engineering- und Softwaretechnologien, um leistungsstarke Lösungen für effiziente Fertigungsprozesse zu liefern – von der Einzelmaschine bis zur vernetzten Infrastruktur. Mit 2.000 Mitarbeitenden, einem Umsatz von 350 Millionen Euro und einem globalen Netzwerk entwickelt und realisiert IMA Schelling maßgeschneiderte Lösungen, die Transparenz, Stabilität und hohe Leistungsfähigkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg gewährleisten.

















